Frei nach Plan (2006)

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Filmhandlung und Hintergrund

Frei nach Plan: Zynisches, poetisch-melancholisches Porträt dreier ungleicher Schwestern, in dem vor allem Corinna Harfouch und Dagmar Manzel zeigen, was in ihnen steckt.

Rocksängerin Anne (Dagmar Manzel) brach einst in ihrer rebellischen Phase von zu Hause aus, kehrt nun anlässlich des mütterlichen Geburtstags in ihr Heimatdorf zurück, um das anstehende Fest vorzubereiten. Ihre Schwestern sind daheim geblieben: Iris wohnt in einer Hassliebesbeziehung mit ihrer Mutter, Marianne mit ihrem arbeitslosen Gatten nur eine Straßenecke weiter. Anne bringt das fragile Gleichgewicht ins Wanken, als sie sich ausgerechnet in Mariannes Mann verliebt.

Kleinere und größere zwischenmenschliche Katastrophen häufen sich an in einem Familienfest, das von absurder Komik und Tragik des Lebens durchzogen ist. Franziska Meletzkys (“Nachbarinnen”) Frauendrama variiert VinterbergsDas Fest” unter weiblichen Vorzeichen.

Die älteste Schwester Iris lebt sich aufopfernd im Heimatdorf mit der Mutter Silvia unter einem Dach, pflegt und erträgt sie. Nur einen Steinwurf entfernt wohnt die jüngste Schwester Marianne mit ihrem arbeitslosen Mann Martin und dem Sohn in einer selbst zusammen gezimmerten, kleinen heilen Welt. Da platzt zum Geburtstag der Mutter die mittlere Schwester Anne hinein, Rocksängerin und Globetrotterin. Anstatt ihren Schwestern bei den Vorbereitungen unter die Arme zu greifen, bringt Anne das Leben der großen wie der kleinen gehörig durcheinander.

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Kritikerrezensionen

  • Zynisches, poetisch-melancholisches Porträt dreier ungleicher Schwestern, in dem vor allem Corinna Harfouch und Dagmar Manzel zeigen wollen, was in ihnen steckt.

    Ein Fest der Schauspielerinnen und gleichzeitig die deutsche Variation von Thomas Vinterbergs etwas anderem, dänischen Familienfilm “Das Fest” von 1998 – so könnte man “Frei nach Plan” bezeichnen, die zweite Kinoarbeit der Babelsberger Filmhochschulabsolventin Franziska Meletzky. Wie der Titel schon impliziert, läuft bei dieser Geschichte einer seltsamen Geburtstagsfeier eben kaum etwas nach Plan, stattdessen ist Improvisationstalent gefragt, das spontane Reagieren auf Unverhofftes, Unvorhersehbares. Was den meisten Protagonistinnen, die viel lieber planmäßig vorgehen würden, reichlich schwer fällt.

    Iris (Corinna Harfouch), etwa, die älteste von drei Schwestern. Selbstlos, ja sich selbst aufopfernd lebt sie im Heimatdorf mit der alten Mutter Silvia (Christine Schorn) unter einem Dach, pflegt sie, kümmert sich, erträgt märtyrergleich deren Alkoholexzesse. Nur einen Steinwurf entfernt wohnt Marianne (Kirsten Block), die jüngste, sie hat sich mit ihrem lieben, arbeitslosen Mann Martin und dem Sohn eine eigene kleine heile Welt zusammengezimmert. In diese Idylle platzt Anne (Dagmar Manzel), das Energiebündel, die Rocksängerin, die Globetrotterin. Nach vielen Jahren ist sie endlich mal wieder nach Hause zurückgekehrt, um im Kreise der Familie Mutters runden Geburtstag zu begehen. Doch anstatt ihren Schwestern bei den Vorbereitungen unter die Arme zu greifen, bringt Anne das Leben der großen wie der kleinen gehörig durcheinander. Während es Iris “nur” mit deren Unzuverlässigkeit und Egozentrik zu tun bekommt, wird Marianne mit wesentlich elementareren Dingen konfrontiert: die sexuell sehr aktive Anne steigt ausgerechnet mit Martin ins Bett! Aber auch Mutter Silvia hat nichts zu lachen. Schon schlimm genug, dass ihr Ex-Gatte seinen Besuch angekündigt hat. Aber dass er auch noch die Unverfrorenheit besitzt, seine wesentlich jüngere Freundin mit ins Haus zu bringen, ist einfach zu viel.

    Pointierte, gestochen scharfe und stark sarkastische Dialoge sowie eine lebensnahe, glaubwürdige Zeichnung der Charaktere machen dieses bittersüße “Familienfest – und andere Schwierigkeiten” aus. Zuweilen mutiert die Nabelschau des Seelenlebens frustrierter Frauen mittleren Alters zum darstellerischen Zweikampf zwischen den beiden ostdeutschen Theatergöttinnen Corinna Harfouch und Dagmar Manzel, letztere brillierte bereits in Meletzkys Erstling “Nachbarinnen”. Von der Kraft und Energie der beiden profitiert der Film nicht immer, der vor allem auch in seinen leisen, melancholischen, ja poetischen Tönen gefällt. Das betrifft gerade das Finale, wenn Meletzky den Tod mit spielerischer Leichtigkeit in ihren Plot integriert und einen (Zirkus-)Elefanten zum Hoffnungsträger auf Änderung, auf Besserung werden lässt. Im fernen Shanghai hat man die Botschaft der Regisseurin wohl verstanden. Auf dem dortigen Festival gab es für den Film wie für das Hauptdarstellerinnen-Trio Auszeichnungen. lasso.

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