Filmhandlung und Hintergrund

Märchenhafte Komödie über eine Nanny, die einer siebenköpfigen Schar von ausgemachten Rackern nur mit Zauber beikommen kann.

Die siebenköpfige Rackerschar des frischgebackenen Witwers und allein erziehenden Daddys Mr. Brown (Colin Firth) ist zu jeder Schandtat wild entschlossen. Ganze 17 Kindermädchen haben die Knirpse bereits in die kreischende Flucht getrieben, als eines Tages mit Nanny McPhee (Emma Thompson) Nummer 18 auf der Matte steht. Und die hat genau das richtige Mittel im Gepäck, um sowohl die rasende Brut als auch den depressiven Herrn des Hauses zurück ins Lot zu bringen: Ein Quäntchen Magie!

Oscar-Preisträgerin Thompson verfasste das Drehbuch für diese hinter- bis abgründige Familienkomödie selbst, basierend auf der „Nurse Matilda“-Buchserie von Christianna Brand. Tim Bevan und Eric Fellner („Bridget Jones„) produzierten.

Sieben Kinder auf einen Streich kann Mr. Brown nicht kontrollieren. Als auch alle Kindermädchen vom Nachwuchs vertrieben werden, taucht Nanny McPhee wie ein Geschenk vom Himmel auf. Mit Strenge, Zuneigung und Zauberstab ordnet die hässliche Frau das Chaos und wird mit jeder erfolgreichen Lektion schöner. Doch Mrs. Brown kann sie nicht werden, auch wenn der Witwer nur einen Monat Zeit hat, eine neue Frau zu finden.

Dem Bestatter Cedric Brown tanzen nach dem Tod seiner Frau die sieben Kinder gehörig auf der Nase herum - eine Betreuerin muss her. Aber leiden verjagen die lieben Kleinen mit ihrem Benehmen jede Kandidatin in Windeseile, bis Nanny McPhee bei ihnen auftaucht, eine überaus hässliche alte Frau, die sich aber als Top-Pädagogin mit Zauberkräften entpuppt. Doch der gute Mr. Brown braucht auch anderweitig Hilfe: Hat er nicht binnen eines Monats eine neue Frau gefunden, droht die Tante mit dem Entzug des Erbes.

Bilderstrecke starten(21 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Eine zauberhafte Nanny

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

4,5
2 Bewertungen
5Sterne
 
(1)
4Sterne
 
(1)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

    1. Das Kinoplakat wie auch eine Reihe von Jugendfilmen der letzten Zeit lassen böses ahnen. Aber bei „Eine zauberhafte Nanny“ ist die Sorge unbegründet: kein gelackter Kinderfilm erwartet einen, keine sterile Computerwelt. Stattdessen macht einen beträchtlichen Teil dieses turbulenten Spaßes eine wirklichkeitsgetreue Sinnlichkeit aus. Das Brown-Haus ist ein echtes Gebäude; da blättern Putz und Farbe, fleckige Spiegel hängen an der Wand, und den allgegenwärtigen Strickpullis sieht man richtig an, wie sie kratzen aber auch wärmen. Bei aller Farbenfreude bleibt die Ausstattung bodenständig und bietet mit den durch die Bank weg hochkarätigen Charakterdarstellern alles andere als plattes Effektkino.

      Allen voran ist Colin Firth eine Pracht. Als leidender und überforderter Vater versucht er stets, irgendwie die Haltung zu bewahren. Seinen Rollentyp aus „Schokolade zum Frühstück“ oder „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ treibt er hier im Komödiantischen bis zur Perfektion. Doch auch die Nebenakteure sind schlichtweg unwiderstehlich: Imelda Staunton („Vera Drake“) als ruppige Köchin und Angela Landsbury als Tante Adelaide haben sichtlich Spaß am überdrehten Spiel. Kelly MacDonald als träumende Bedienstete und heimliches Aschenputtel ist zum Verlieben. Patrick Barlow und Derek Jacobi als Browns Assistenten im Bestattungsladen ein Schmaus. Gleiches gilt für die rotwangigen Kinder. Mit wenigen Strichen sind sie ausgezeichnet, so dass man gleich loslegen kann. Gegen dieses Ensemble hat die große Emma Thomson als Nanny McPhee in ihrer Maske mit Knollennase, haarigen Warzen und überlangem Schneidezahn kaum eine Chance.

      Aber für den Film hat Thomson, Shakespeare-Mimin und Oscar-Preisträgerin, schon mit dem Drehbuch genug getan. Nach Janes Austins „Sinn und Sinnlichkeit“ hat sie hier nun Christianna Brands Kinderbuch „Nurse Matilda Goes to Town“ adaptiert und erneut mit Produzentin Lindsay Doran zusammengefunden. Für die Regie engagierten sie Kirk Jones. Der hat bislang nur den deftigen Schwank „Lang lebe Ned Devinde“ vorzuweisen, damit aber auch gezeigt, dass er urige Gestalten so recht mit fidelen Bildern und Schnitten zu packen versteht. Witzig, originell und mit viel Gespür fürs Thema umschifft Jones auch hier alle Untiefen von Kitsch, Klischee und Gefühlsdusselei, soweit es irgendwie geht. Eine „Mary Poppins“-Version ist die Folge, irgendwo zwischen Lemony Snicket, Erich Kästner und – ein bisschen – der „Adams Family“.

      Entsprechend wüst dürfen sich die Kinder zunächst gebärden. Da wird der Köchin schon mal die Pfanne übergezogen, zum Schein das Jüngste der Sippe verspeist oder der Teddy per Guillotine geköpft. Jede RTL-Supernanny mit ihrem „stillen Stuhl“ würde da die Waffen strecken. Ob das Kindermädchen McPhee denn auch mit ihrer Brachial-Methode aus Machtspiel und Magie pädagogisch korrekt agiert, mag man bestreiten: Wenn die Kinder krank spielen um im Bett zu bleiben und ihr neues Opfer herauszufordern, hext sie McPhee prompt dort fest und zaubert ihnen tatsächlich die Masern an. Hernach werden die Gören mit eklig-blubbernder Medizin und Kraftbrühe aus Küchenabfällen traktiert.

      Jedem Bildungsbeauftragten sträuben sich da die Nackenhaare. Doch zum einen machen die Streichen und Gegen-Quälereien gerade deshalb einen diebischen Spaß. Zum anderen schaffen es Thompson und Jones verblüffend gewand und ohne Zeigerfinger die Kurve zu kriegen, in der es Katharina Saalfrank und Co. allzu oft aus der Bahn haut. Die Bosheit der Kinder, vor allem die des Rädelsführers Simon (auch schon ein ganz Großer im Schauspielerfach: Thomas Sangster), entpuppt sich als Verständigungsproblem mit dem überforderten Vater, der seine Kinder nicht in ihre Probleme einzubeziehen versteht. Das mag manchem dann vielleicht zu platt scheinen. Doch dass es des Öfteren darum geht, als Erwachsener eigene Schwächen und Sorgen einzugestehen und darüber noch den Kindern genügend zuzutrauen – von Verantwortung bis zur Einsichtsfähigkeit - ist alles andere als die übliche wohlfeile Kino-Botschaft, die bloß blankes Liebhaben propagiert.

      Zum Schluss darf es deshalb auch ruhig eine zünftige Tortenschlacht geben und Vater Brown doch noch die Richtige heiraten. Die Kinder im Kino werden Spaß haben. Und die Erwachsenen noch was lernen können.

      Fazit: Nach dem Drehbuch von Hauptdarstellerin Thomson zaubert Regisseur Kirk Jones ein herrlich ungeschliffenes Märchen voller überragender Schauspieler, das gerade wegen seiner ausgelassenen „Unkorrektheiten“ prächtig unterhält.
    2. Eine zauberhafte Nanny: Märchenhafte Komödie über eine Nanny, die einer siebenköpfigen Schar von ausgemachten Rackern nur mit Zauber beikommen kann.

      Gute Kindermädchen sind rar. Hat man eines gefunden, will es jeder sehen. Den Beweis liefern die britischen Kinocharts. Dort entwickelte sich Emma Thompsons Supernanny zum Überraschungshit mit langem Atem.

      Nur einem Zauberlehrling, Löwenkönig, gekneteten Werkaninchen und digitalen Riesenaffen musste sich diese Adaption der Anfang der Sixties veröffentlichten Kinderbuchreihe „Nurse Matilda“ geschlagen geben. Hauptdarstellerin Thompson adaptierte Christianna Brands Bücher selbst - ihr zweites Filmskript nach ihrer Oscar-prämierten Ouvertüre mit „Sinn und Sinnlichkeit“. Der Ton der von P.L. Travers‘ „Mary-Poppins“-Bänden inspirierten Vorlage ist liebenswert altmodisch, verbindet sanfte Pädagogik mit Slapstickszenen, die gerade bei Kindern immer gut ankommen. Kirk Jones, Regisseur des Brithits „Lang lebe Ned Devine“, bewahrt wie Thompson den spätviktorianischen Charme der Erzählungen, setzt Effekte nur sparsam ein und zeigt eine familientaugliche Welt mit lösbaren Konflikten und harmlosen Gegenspielerinnen. Der Tod ist der einzige bad guy des Films, verbannt in die Vorgeschichte und in den - für ein Kinderbuch - ungewöhnlichen Beruf von Cedric Brown (Colin Firth). Der Leichenbestatter hat vor einem Jahr seine Frau und damit auch die Kontrolle über seine sieben Kinder verloren. Aus Furcht, in einem Kindermädchen vielleicht eine zukünftige böse Stiefmutter zu erben, schlagen die kleinen Strolche, die schon mal die Köchin an den Küchentisch fesseln oder vermeintlich den Säugling auf den Speiseplan setzen, jede Betreuerin in die Flucht. Dass die hübsche und heimlich verliebte Küchenmagd Evangeline (Kelly Macdonald) eigentlich die Ideallösung aller pädagogischen und romantischen Probleme wäre, nimmt Brown nicht wahr. Um diese Option für ihn sicht- und realisierbar zu machen und das Chaos im Haushalt zu beseitigen, fliegt Nanny McPhee vom Himmel ein. Mit Knollennase, Warzen und einem vorstehenden Frontzahn, auf dem die Zehn Gebote Platz fänden, sieht sie zwar aus wie die Strafe Gottes, hat aber in der Kinderbetreuung magische Fähigkeiten. Fünf Lektionen wird sie sanft, aber konsequent vermitteln - und mit jedem erreichten Teilziel dabei wundersam verschönert werden. Den Weg zum Ziel erschwert das Ultimatum von Browns unangenehmer Erbtante, die finanzielle Unterstützung nur dann weiter in Aussicht stellt, wenn der Witwer innerhalb eines Monats eine neue Frau vorzeigen kann. Die einzige, gruselige Option ist die aufdringliche, in Bonbonrosa drapierte Mrs. Quickly, die natürlich von den Kids in diversen Slapstickeinlagen abgestraft wird. Kröten werden ausgesetzt, Kuchen fliegen durch die Gegend und über dem ganzen, harmlosen Familienspaß thront Emma Thompson. Sie beweist mit Mimik und Timing, dass sich ein Wiedersehen mit ihr nicht nur in Howards End lohnt. kob.
    3. „Wertvoll”

        In England sind die Kinderbücher um die gute Fee Nanny McPhee Kult. Und so ist es kein Wunder, dass Emma Thompson, „Oscar“-Preisträgerin und Mitglied der „Royal Shakespeare Company“, das Drehbuch zu diesem liebevoll gestalteten Kinderfilm schrieb und selbst nicht nur in die Rolle der Nanny McPhee schlüpfte, sondern sich auch deren perfekt gestaltete und reichlich hässliche Maske zu eigen machte.

        Wie Nanny McPhee eine mutterlose Familie mit sieben Kindern, die schon mehr als ein Dutzend Kindermädchen verschlissen haben, auf die Reihe bringt, ist sehr hübsch anzusehen - und birgt auch Ideale von großem pädagogischen Wert, zumal deutlich an die Fähigkeiten und Klugheit der Kinder appelliert wird.

        Emma Thompson brilliert in der Rolle der Nanny, herrlich auch Angela Lansbury als Großtante Adelaide. Als überforderter Vater kann Colin Firth ebenso überzeugen wie die bezaubernd unkompliziert spielende Kelly MacDonald als Hausmädchen Evangelina.

        Viele Elemente aus berühmten filmischen Vorbildern sind zu finden: von „Sound of Music“ bis zu „Mary Poppins“, von „Schweinchen Babe“ bis zu „Peter Pan“. Die bunt-grellen Farben reichen zwar deutlich an die Grenze zum Kitsch, sind aber in ihrer Konsequenz wiederum sehr harmonisch. Ein besonderes Lob verdienen Ausstatter und Maskenbildner, die passende musikalische Untermalung und eine variationsreiche Kamera. Nicht zu vergessen sei der zauberhaft gestaltete Nachspann, der einen eigenen kleinen Film beinhaltet. (…)

        Mit seinem Zauber, seinen Animationselementen und in seiner Vielschichtigkeit geht dieser Familienfilm erfrischend deutlich über die am Markt vorherrschende Dutzendware hinaus.

        Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

      News und Stories

      Kommentare