Filmhandlung und Hintergrund

Verfilmung der Erinnerungen von Mariane Pearl, die 2002 hilflos miterleben musste, wie ihr Ehemann Daniel in Pakistan von Al-Kaida entführt und hingerichtet wurde.

Am 23. Januar 2002 wird der Asien-Chefkorrespondent des Wall Street Journal, Daniel Pearl (Dan Futterman), der nach dem 11. September aus der Krisenregion Pakistan berichtet, von Al-Qaida-Terroristen in Karatschi entführt. Als seine schwangere Frau Mariane (Angelina Jolie) davon erfährt, versucht sie erschüttert alles in ihrer Macht stehende zu tun, um ihn freizubekommen. Diplomatenunterhändler Randall Bennett (Will Patton) steht ihr vor Ort bei, wo sie schwere Rückschläge hinnehmen muss und den Tod ihres Mannes nicht verhindern kann.

Basierend auf Mariane Pearls Memoiren dringt Michael Winterbottom nach „In This World“ und „Road to Guantanamo“ ein drittes Mal nach Pakistan vor. Trotz Hollywoodstar Jolie behält er abermals den Stil eines authentischen und sehr bewegenden Dokudramas bei.

Entsetzt muss Mariane Pearl erfahren, dass ihr Ehemann Daniel, ein Journalist des „Wall Street Journal“, der nach 9/11 aus der Krisenregion in Pakistan berichtet, von Terroristen der Al-Qaida entführt wurde: Verzweifelt unternimmt die erschütterte Frau alles in ihrer Macht stehende, um die Freilassung ihres Mannes zu erwirken. Vor Ort in Pakistan erlebt sie Rückschläge und erfährt Unterstützung, wo sie sie nicht erwartet hätte. Den grausamen Mord an ihrem Mann kann sie jedoch nicht verhindern.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. „A Mighty Heart“, ist sowohl Originaltitel des Films als auch der Name der Memoiren von Mariane Pearl, die dieses Buch schrieb, um für ihren Sohn Adam den nie gekannten Vater vertrauter zu machen. Die hier beschriebenen Ereignisse fanden im Jahr 2002 statt. Die beiden leidenschaftlichen Journalisten, Mariane und Danny, waren in ein Land gezogen um im Namen der Menschlichkeit und ohne Partei ergreifen zu wollen über die Hintergründe einer Schuhbomber-Geschichte zu recherchieren.

      Das Danny mit seiner jüdischen Herkunft in dem moslemischen Land ein umso beliebteres Entführungsopfer sein würde, klingt immer wieder an. Zeit widmet der Regisseur auch der Geschichte, von Mariane und Danny. Die beiden werden als ein sich aufrichtig liebendes Paar gezeigt. Der Verlust des einen erscheint so am Ende umso schwerwiegender. Angelina Jolie spielt Mariane und sie legt ihre Rolle mit einer großen Stärke aus.

      Michael Winterbottom, der Brite der in den 80er Jahren Dokumentarfilme machte und dann zum Spielfilm wechselte, fand wohl in der Mischung aus beidem, dokumentarischem und fiktivem, seine ideale Erzählweise (wie schon 1997 mit „Welcome to Sarajevo“). In „A Mighty Heart“ nutzt er dieses Stilgemisch erneut. Natürliches Licht wurde verwendet wo es ging, die digitale Filmkamera von Marcel Zyskind und vor allem Winterbottoms Inszenierungsstil (er probt nicht mit seinen Schauspielern, lässt sie improvisieren und entscheidet spontan den Kamerastandpunkt), erwecken den Eindruck von Authentizität. Als Zuschauer bekommt man den Eindruck das Zeitgefühl zu verlieren, so wie es Mariane im Film wohl selber auch geht.

      Winterbottom führt im Grunde sogar ein eigenes Anliegen fort. Sein letzter Film “The Road to Guantanamo” zeigte unter anderem die menschenunwürdige Behandlung unter Terrorverdacht stehender Gefangener in Guantanamo. Hier, in diesem Film fordern die Entführer von Danny, eine bessere Behandlung dieser Gefangenen.

      „A Mighty Heart“ liefert die Hintergrundsgeschichte von den Ereignissen, die man sonst nur kurz angerissen aus den Nachrichten kennt. Der Film liefert einen Eindruck von hinter den Kulissen, wie die Arbeit, ein Entführungsopfer zu finden, abläuft. Trotzdem ist dem Film vor allem eines wichtig: seine Hauptfigur, Mariane Pearl.
      Winterbottom liefert ein Portrait über diese Frau, die trotz ihres Verlustes nicht hasst. Mariane verfällt nie in ungerechte Beschuldigungen oder eine wahllose Suche nach Schuldigen, sie bleibt stets stark und gerecht, selbst in den schlimmsten Momenten.

      Fazit: Auf Tatsachen basierende und eindrücklich realistisch erscheinende Geschichte um die Ermordung eines amerikanischen Journalisten, mit hervorragenden Darstellern.
    2. Ein mutiger Weg: Verfilmung der Erinnerungen von Mariane Pearl, die 2002 hilflos miterleben musste, wie ihr Ehemann Daniel in Pakistan von Al-Kaida entführt und hingerichtet wurde.

      Der Kampf von Mariane Pearl um das Leben ihres Mannes Daniel ist Thema eines hoch emotionalen und mit dokumentarischer Dichte erzählten Dramas.

      Es ist unmöglich, ungerührt zu bleiben, bei Michael Winterbottoms mit Spannung erwartetem Studioprojekt über Mariane Pearl, Ehefrau des Journalisten Daniel Pearl, die 2002 in Pakistan mehrere Woche um das Leben ihres von Terroristen entführten Mannes bangen muss, bis Gewissheit besteht, dass er von einer Splittergruppe der Al-Kaida geköpft wurde. Obwohl der Ausgang feststeht, ist der Film spannend von der ersten bis zur letzten Minute. Das liegt zum einen an Winterbottoms gewohnt atemlosen Stil, der mit Guerilla-Methoden auf den Straßen von Karatschi drehte und eine Unmittelbarkeit und Direktheit erzielt, wie man sie in Hollywood-Produktionen selten erlebt. Von Look und Atmosphäre erinnert dieser fieberhafte Film mit seinem geradezu journalistischen Bemühen um die Aufklärung von Zusammehängen und hintergründen an Winterbottoms ebenso politisch brisante „In This World“ oder „Der Weg nach Guantanamo“, die ebenfalls in Teilen in Pakistan entstanden. Zum anderen fasziniert Angelina Jolie in der Rolle der hochschwangeren Mariane Pearl. Trotz ihres Status als Superstar fügt sie sich nahtlos in den Film, auch wenn man sich an ihre raumgreifenden Auftritte erst einmal gewöhnen muss. Letztlich machen sie aber unbedingt Sinn, weil Jolie damit die Verzweiflung und übermenschliche Bemühung Pearls regelrecht greifbar macht, wie eine Löwin um das Leben ihres Mannes zu kämpfen - auch wenn sie von vornherein auf verlorenem Posten steht und insgeheim weiß, dass sie nur eine unbedeutende Schachfigur in einem Spiel ist, das größer ist als sie und ihr kleines Leben. Ihre stärksten Auftritte hat die Oscar-Gewinnerin in den dramatischen letzten Szenen des Films, einmal, wenn diese starke Frau vom Tode ihres Mannes erfährt, dann erneut, wenn sie ihr Baby zur Welt bringt: Beide Male hört man sie unmenschliche Schreie ausstoßen - und doch könnten sie nicht unterschiedlicher sein, markiert der eine doch ein unwiderrufliches Ende, der andere einen Anfang, eine Hoffnung darauf, dass das Leben letztendlich stärker ist als die, die nur Tod und Zerstürung im Sinn haben. Emotionaler kann ein Drama kaum sein, das es sich auch zum Auftrag gemacht hat, einen Einblick in eine komplexe politische Situation zu gewähren, das immer voll drauf hält und mitten drin ist, aber auch weiß, wann man abblenden muss: So sieht man zwar eine Nachstellung des Videobands, auf dem Daniel Pearls letzte Worte zu hören und seine feige Ermordung zu sehen ist. Winterbottom belässt es aber bei den Worten: Voyeure kommen hier nicht zu ihrem Recht. Wohl aber die, die es zu schätzen wissen, wenn ihre Unterhaltung nicht nur emotional, sondern auch intelligent ist. ts.
    3. „Wertvoll”

        Michael Winterbottom ist derzeit einer der interessantesten Filmregisseure der Welt. Unaufgeregt, ohne Polemik oder Sensationalismus geht er hier das Thema Terrorismus an, zeigt uns am Entführungsfall des amerikanischen Journalisten Daniel Pearl die menschlichen Kosten großer Politik, zeigt uns die private Seite des Kampfes gegen den Terrorismus und was es die Opfer kostet. Ganz in leisen Tönen, unspektakulär und ziemlich nüchtern erzählt, lässt dieser Film keinen kalt.

        Jurybegründung:

        Nur wenige Monate nach den Ereignissen vom 11. September 2001 wurde in Pakistan der amerikanische Journalist Daniel Pearl entführt und nach vierwöchiger Gefangenschaft von seinen Entführern hingerichtet. Diese Geschichte erschütterte damals die Welt. Aber in einem Zeitalter des ständigen und immer neuen Terrors werden solche Ereignisse auch wieder verdrängt und fast vergessen.

        Deshalb ist es umso lobenswerter, dass der britische Regisseur Michael Winterbottom nun die Memoiren der Witwe Pearl verfilmt hat. Daraus ist eine spannende Mischung aus Reportage und Spielfilm geworden, bei dem zwar alle Figuren durch Schauspieler verkörpert werden, die aber doch in der Realität fußen und auch aufgrund der Dramaturgie weder in positiver noch negativer Hinsicht verändert werden. Das verleiht dem Film über die Wochen des Wartens und Hoffens, die Mariane Pearl in ihrem Buch geschildert hat, eine große Authentizität.

        Der Film verzichtet auf jede Effekthascherei und erzählt leise und in ruhigem Rhythmus von jenen Ereignissen zwischen Ende Januar und Mitte Februar. Gezeigt werden die endlosen Krisensitzungen, die an den Nerven der hochschwangeren Mariane ebenso zehren wie die ständige Ungewissheit und die wachsende Angst.

        Vor der Kulisse der brodelnden Metropole Karatschi, deren chaotisches Treiben fast schon zum bildhaften Symbol für die politische Situation in dieser Region der Welt wird, spielt sich das Drama des persönlichen Verlustes und Leidens ab. Dabei geht es Winterbottom ganz offensichtlich um eine faire Aufarbeitung des Themas, die er nicht zugunsten billiger Spannungsmomente oder schneller und einfacher Feindbilder opfert.

        Manchmal fast unterkühlt stellt sich seine Heldin Mariane Pearl einem Schicksal, das ihren Mann als Opfer fordert. Denn auch er ist - das macht der Film deutlich - nur ein Bauer im Schachspiel um Macht und Herrschaft in einem von ständigen Unruhen und Kriegen aufgewühlten Teil dieser Erde.

        Dieser Film kann in seiner stillen Eindringlichkeit helfen, die Erinnerung an diese Geschehnisse und an ihre Leidtragenden wach zu halten.

        Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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