Filmhandlung und Hintergrund

Drama um ein Familiengeheimnis nach dem gleichnamigen autobiografischen Roman von Philippe Grimbert.

Zehn Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg: Einzelkind François (Valentin Vigourt) ist überfordert. Der 7-Jährige kann die hohen Erwartungen seiner sportlichen Eltern nicht erfüllen: Mutter Tania (Cécile de France) ist eine erstklassige Schwimmerin, Vater Maxime (Patrick Bruel) ein immer noch durchtrainierter Profiathlet. Trost verschafft ihm ein imaginärer Bruder - und die jüdische Nachbarin Louise (Julie Depardieu), die später sein dunkles Familiengeheimnis offenbart.

Nach dem Roman von Philippe Grimbert fächert Regiemeister Claude Miller („Das Verhör„) auf drei Zeitebenen ein bewegendes Familiendrama auf. Er verbindet jüdische Geschichte im Zweiten Weltkrieg über die 50er Jahre bis heute zu einer emotionalen Reise durch die deutsche Besetzung Frankreichs.

Frankreich, zehn Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg: Der siebenjährige Francois, dem die Fußstapfen seiner im Spitzensport erfolgreichen Eltern zu groß sind, flüchtet sich regelmäßig in den Dialog mit seinem imaginären großen Bruder sowie seiner jüdischen Nachbarin Louise. Diese vertraut ihm Jahre später ein streng gehütetes Geheimnis um seine Eltern an, das dunkle Schatten auf deren Vergangenheit wirft. Er erfährt von seiner eigenen jüdischen Herkunft und der Flucht seiner Eltern vor den Nazis. Doch das ist erst der Anfang von unsichtbaren Fäden, die seine eigene Lebenswirklichkeit mit der Geschichte seiner Eltern verbinden.

Frankreich, zehn Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg: Der siebenjährige François flüchtet sich regelmäßig in den Dialog mit seinem imaginären großen Bruder sowie seiner jüdischen Nachbarin Louise. Diese vertraut ihm Jahre später ein streng gehütetes Geheimnis um seine Eltern an, das dunkle Schatten auf deren Vergangenheit wirft. Er erfährt von seiner eigenen jüdischen Herkunft und der Flucht seiner Eltern vor den Nazis. Mehr und mehr nähert sich François‘ Lebenswirklichkeit an die Geschichte seiner Eltern an.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Das französische Drama „Ein Geheimnis“ von Regisseur Claude Miller basiert auf dem gleichnamigen Roman von Philippe Grimbert, in dem der Autor seine Familiengeschichte erzählt. Sie handelt von heimlich Verliebten während der deutschen Besatzung, von einem tragischen Vorfall, der einen kleinen Jungen das Leben kostet, und von dem später geborenen Ich-Erzähler, dem die Eltern viel verschweigen. Miller verfilmt die Romanvorlage mit Leidenschaft und Sorgfalt, splittet sie geschickt in drei verschiedene Zeitstränge auf und verliert bei aller Schwere des Stoffs die schöne Liebesgeschichte nicht aus den Augen.

      Der siebenjährige Francois leidet nicht nur darunter, dass er kein guter Turner wie sein Vater ist, er trägt auch eine große Last auf seinen Schultern, die nur aus Ahnungen besteht. Im Abstellraum findet er ein Stoffhündchen, das einem Kind gehört haben muss, von dem er nichts weiß. Erst als Francois 15 wird, erzählt Nachbarin Louise ihm von seinem Halbbruder Simon. Der lebhafte Junge war Anfang der vierziger Jahre der ganze Stolz seines Vaters, der damals noch mit Hannah verheiratet war. Doch schon auf seiner Hochzeitsfeier hatte sich Maxime in die schöne und sportliche Schwägerin Tania verguckt.

      Das Begehren blieb jahrelang eine Angelegenheit von Blicken, die jedoch irgendwann Hannah nicht mehr entgingen. Dann beschloss die Familie, über die Demarkationslinie aus dem besetzten Teil des Landes zu fliehen. Maxime ging als erster und wartete in einem kleinen Dorf auf den Rest der Familie. Doch Hannah erfuhr, dass auch Tania dort eingetroffen war. Am Tag ihrer Flucht verlor sie die Nerven. Maxime sollte weder Hannah, noch Simon je wiedersehen.

      Claude Miller reizte an der Buchvorlage, dass hier Opfer der Nazi-Zeit mit ihren Liebesgeschichten und Leidenschaften porträtiert werden. Die Figuren werden als Kinder ihrer Zeit dargestellt. Trotz der einsetzenden Verfolgung fühlen sie sich in der Gesellschaft verwurzelt. Die Charaktere wirken sehr lebendig, wozu auch die Jiddisch-Einsprengsel in den Dialogen beitragen. Roman und Film thematisieren den Körperkult, wie er in den dreißiger Jahren Mode war und wie ihm auch Maxime huldigt.

      Sämtliche Rollen sind optimal besetzt. Die elegante und kühle Cécile de France prägt sich ein als Tania, deren innerer Widerstreit sich wortlos manifestiert. Patrick Bruel stellt Maxime als warmherzigen Macho dar, Ludivine Sagnier verzaubert als ätherische Hannah, Julie Depardieu lässt ihre Louise zur guten Seele der Geschichte werden und Mathieu Amalric spielt den erwachsenen Francois als nachdenklichen Erben der Familientragödie.

      Fazit: Spannende, hervorragend gespielte Romanverfilmung über das Schicksal einer jüdischen Familie im besetzten Frankreich.
    2. Ein Geheimnis: Drama um ein Familiengeheimnis nach dem gleichnamigen autobiografischen Roman von Philippe Grimbert.

      Claude Miller verknüpft jüdische Familiengeschichte um ein dunkles Geheimnis auf drei Zeitebenen: Sie verbindet die Zeit des Zweiten Weltkrieges mit den 1950er Jahren und der Gegenwart.

      Neuanfang rund zehn Jahre nach dem Krieg, die 50er Jahre bedeuten Freiheit und Hoffnung, die Schatten der Vergangenheit sollen ruhen. Die ersten Bilder vermitteln Lebensfreude. Ein Freibad, gut gelaunte Gäste, fröhliches Gekreisch. Nur der siebenjährige François wirkt wie ein Fremdkörper. Ein schmächtiges Bürschchen mit eingezogenen Schultern, der sich nur mal kurz ins Becken traut während seine schöne Mutter die Blicke auf sich zieht und mit tollem Sprung ins Wasser gleitet. Der Vater ein durchtrainierter Sportler verzweifelt fast an seinem Sohn, der auch im Übungsraum zu Hause wie ein nasser Sack an den Ringen hängt. Der Kleine fühlt sich nicht akzeptiert und flüchtet in eine Fantasiewelt mit einem großen Bruder und zur jüdischen Nachbarin Louise, die ihn immer wieder aufmuntert und am 15. Geburtstag ein streng gehütetes Familiengeheimnis erzählt. Die Adaption von Philippe Grimberts Roman, der reale Tatsachen und Personen fiktionalisiert, ist ein facettenreiches Spiel auf drei Zeitebenen: Ende der 1930er Jahre mit ihrem Körperkult, Krieg und Judendeportation, die Kindheit und Jugend des Jungen in den 1950er Jahren und François als erwachsener Mann und Vater in der Gegenwart. Der aus einer Familie nicht-praktizierender Juden stammende Claude Miller betrachtet die Geschichte aus soziologischen Aspekten, verarbeitet eigene Erinnerungen, denn auch er verbrachte Stunden mit Lesen statt mit Körperertüchtigung. Im Gegensatz zu anderen Filmen, die Vorkriegsszenen und Vergangenheit oft in Sepia zeigen, sind hier die Gegenwarts-Passagen in schwarz-weiß, was dem Stil des Buches entspricht, in dem die Gegenwart in der Vergangenheitsform und die Vergangenheit in der Gegenwartsform geschrieben ist. Die Frage von Identität und Herkunft steht im Mittelpunkt, Menschen, die über ihre Wurzeln schweigen und sich und anderen dadurch Leid zufügen und die Zukunft der nächsten Generation erschweren. Der Zeitmix macht das Drama nicht gerade leicht zugänglich, dafür entschädigen die starken Emotionen und Schauspieler wie Cécile de France als blonde Femme Fatale und Ludivine Sagnier als herzergreifende naive junge Frau, die ihr Eheglück zerspringen sieht. mk.

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