Ein einziger Augenblick

  1. Ø 4
   2007
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Filmhandlung und Hintergrund

Ein einziger Augenblick: Kraftvolles Drama über einen verzweifelten Vater, der den Mann sucht, der die Schuld am Tod seines Sohnes trägt.

Der frisch geschiedene Dwight (Mark Ruffalo) erfasst mit erhöhter Geschwindigkeit nachts einen Jungen und begeht in Panik Fahrerflucht – denn er will nicht seinen geliebten Sohn an Ex-Frau Ruth (Mira Sorvino) verlieren. Collegeprofessor Ethan (Joaquin Phoenix) sieht hilflos zu, wie sein Kind stirbt. Er, seine Frau (Jennifer Connelly) und Tochter Emma (Elle Fanning) trauern. Da die Polizei keine echte Spur findet, verlangt es Ethan immer verzweifelter nach Vergeltung.

Eindringlich befasst sich Terry George („Hotel Ruanda„) erneut mit den verheerenden Folgen menschlicher Taten: Was Schuld, Trauer, Rache und Vergebung bei den psychologisch genau gezeichneten Figuren der stark aufspielenden Stars auslösen, beschreibt er mit emotionaler Wucht.

Dwight Arno, frisch geschieden, fährt nachts nach einem Baseballspiel mit seinem zehnjährigen Sohn Sam nach Hause. Zu spät realisiert er einen ebenfalls zehnjährigen Jungen, Josh, der am Wegrand steht: Er überfährt ihn und flieht in seiner Panik. Collegeprofessor Ethan Learner muss mitansehen, wie sein Sohn angefahren wird und stirbt. Während Dwight von sich selbst angewidert mit sich kämpft, ob er sich der Polizei stellen soll, macht sich Ethan auf die Suche nach dem Mörder seines Sohnes.

Dwight Arno, frisch geschieden, fährt nachts nach einem Baseballspiel mit seinem Sohn Sam nach Hause. Zu spät bemerkt er einen ebenfalls zehnjährigen Jungen, Josh, der am Wegrand steht: Er überfährt ihn und flieht in seiner Panik. Professor Ethan Learner muss mitansehen, wie sein Sohn angefahren wird und stirbt. Während Dwight mit sich kämpft, ob er sich der Polizei stellen soll, macht sich Ethan auf die Suche nach dem Mörder seines Sohnes und sucht ausgerechnet in Arnos Anwaltsbüro nach Unterstützung.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • "Reservation Road" erweckt schnell den Eindruck, als hätte sich der Regisseur nicht so recht entscheiden können, ob er nun ein Drama oder einen Thriller drehen solle. Ansätze in beide Richtungen existieren, doch beide Richtungen werden nur inkonsequent eingeschlagen. Zunächst einmal beginnt der Film wie ein Drama und geht der Frage nach, was mit Menschen geschieht, die durch einen tragischen Unfall aus ihrem bisherigen Leben gerissen werden und mit einer schockierenden Situation umgehen müssen. Dabei richtet er seinen Blick besonders auf die beiden Männer Ethan und Dwight und auf ihre Gefühlen von verzweifelter Schuld einerseits und wütender Rachsucht andererseits. Gegen Ende vollführt der Film schließlich eine halbherzige Wendung hin zum Thriller, indem er Dwight und Ethan in eine direkte Auseinandersetzung schickt.

    Schon allein dadurch, dass den anderen Familienmitgliedern – Ethans Ehefrau und seiner Tochter Emma – nur wenig Platz in der Geschichte eingeräumt wird, zeigt, dass es hier hauptsächlich um die direkte Konfrontation der beiden Männer gehen soll. Um diese Konfrontation zu erreichen, wird die Geschichte ziemlich plump zurechtgebogen. Denn wie es der Zufall will, wird Dwight nicht nur zu Ethans Anwalt ernannt, nein seine Ex-Frau ist auch noch die Klavierlehrerin der kleinen Tochter. Und als würde das Ganze nicht genügen, wird Dwight auch noch ein Vater-Sohn-Konflikt mit seinem eigenen Jungen untergeschoben.

    Der eigentliche Ausgangspunkt, gewissermaßen das Kernstück des Films, wird nur schwach inszeniert. Die Rede ist vom Schock des plötzlichen Todes, der ja immerhin eine überwältigende Wirkung auf die gesamten Filmfiguren besitzen soll. Doch genau diese Wirkung wird nur sehr oberflächlich vermittelt. Die innere Zerrissenheit der beiden Männer spiegelt sich nur schattenhaft auf ihren Gesichtern – was gar nicht unbedingt an den Darstellern liegt, sondern vielmehr an ihrer Charakterzeichnung und dem Aufbau der Geschichte ganz allgemein. Die allmähliche Wandlung, die das Ehepaar durchmacht, wird nur ganz am Rande gestreift und wenig glaubwürdig in einigen wenigen Sequenzen vermittelt. Erschwert wird das Verständnis für die Veränderungen der Charaktere, da der tödliche Unfall ganz am Beginn des Films steht und man kaum Informationen darüber erhält, wie die Figuren vorher waren.

    Die parallele Betrachtung von Täter- und Opferperspektive ist durchaus interessant, wobei die Definition von "Täter" und "Opfer" starken Schwankungen unterliegt und sich das Schuldverhältnis allmählich umzukehren scheint. In ihrem jeweiligen Gefühlszustand bleiben die beiden Männer lange gefangen, bevor sie den nächsten Schritt wagen. Bei beiden steht dabei die Erlösung im Mittelpunkt. Während Ethan nach einer Möglichkeit sucht, etwas zu tun, was den eigenen Schmerz für eine Weile aufhält, sehnt sich Dwight danach, sich von seiner Schuld zu befreien – was aber nicht möglich ist, da er die Dinge nicht ungeschehen machen kann. Dwights Leiden wird dabei sehr plakativ in Szene gesetzt, ohne dass es einem wirklich nahe gehen würde. Ebenso wenig überzeugend sind die Seelenqualen Ethans, da er sich nicht nur seiner Familie, sondern auch den Zuschauern gegenüber verschließt. All das hat zur Folge, dass "Reservation Road" im Endeffekt weder ein gelungenes Drama, noch ein gelungener Thriller geworden ist.

    Fazit: Das Thema Schuld und Sühne wird hier in einer Mischung aus Drama und Thriller verarbeitet, wobei beide Ansätze nur halbherzig verfolgt werden.
  • Als besonnene Antwort auf jüngste Selbstjustizfilme erforscht das starbesetzte Fahrerfluchtdrama von Terry George („Hotel Ruanda“) die seelischen Abgründe um Schuld, Verlust, Trauer und Vergeltung.

    Nach seinem erschütternden Völkermorddrama, das dreifach für den Oscar nominiert war, beweist der Nordire Terry George erneut seine Klasse als packender Chronist emotionaler Ausnahmezustände und gravierender Folgen menschlicher Taten. Dafür kann er auf die Qualitäten einer Riege Oscar-prämierter Hollywoodstars zählen, die ihr Bestes geben, um die Qualen zweier Familien zutage zu fördern, die ein tödlicher Unfall an der Reservation Road – so der Originaltitel – mit anschließender Fahrerflucht auslöst.

    Collegeprofessor Ethan (Joaquim Phoenix), Vater zweier Kinder, erlebt nach einem Konzertabend seines Sohnes Josh, wie ein Unbekannter im dunklen SUV den Zehnjährigen frontal erfasst und tötet. Der Wagen gehört Dwight (Mark Ruffalo), der nach einem Spiel der Boston Red Sox mit seinem Sohn Lucas verspätet zu Ex-Frau Ruth (Mira Sorvino) unterwegs ist, um Ärger beim Besuchsrecht zu vermeiden. Aus Angst, den geliebten Sohn endgültig zu verlieren, stellt er sich nicht und wird von tonnenschwerer Gewissenslast förmlich erdrückt. Als Ethan nach dem Schock feststellen muss, dass die Polizei kaum Anhaltspunkte hat und den Fall bald aufgeben wird, wird er selbst aktiv und entwickelt in seiner Wut obsessive Rachepläne, die seine Ehe mit Grace (Jennifer Conelly) zerstört. In seiner Verzweiflung wendet er sich ausgerechnet an Anwalt Dwight, der den Ermittlern Druck machen soll. Diese und weitere unheilbringende Verflechtungen zwischen den beiden Familien – in der Kleinstadt nahezu unvermeidlich – bedingen eine geradezu unerträglich spannende Situation, die wie eine griechische Tragödie ausufert.

    Im Mittelpunkt des Interesses steht die Psychologie von Täter und Opfer: Statt zu verurteilen, untersucht George die negativen Folgen eines einzigen Augenblicks, der zwei Leben ruiniert. Er treibt seinem Film allen potenziellen Hollywood-Glamour aus, verortet die Geschichte im schmucklosen Vorstadtmilieu und verwandelt seine Stars in Normalbürger. Das schafft Glaubwürdigkeit und Fallhöhe, woraus das Drama seine Kraft schöpft. Gerät das Drehbuch an manchen Stellen zu konventionell, gleicht das die sensible Regie mühelos aus. Zwar wäre mancher Gefühlsausbruch weniger mehr gewesen, doch das bedrückende Krisenstück reiht sich mühelos in die Tradition von „L.A. Crash“ und „Mystic River“ ein. tk.

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