Don't Worry, weglaufen geht nicht

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   Kinostart: 23.08.2018

Don't Worry, weglaufen geht nicht: Tragikomisches Porträt eines querschnittsgelähmten Cartoonisten und seinen Kampf gegen den Alkohol.

Don't Worry, weglaufen geht nicht Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Don't Worry, weglaufen geht nicht: Tragikomisches Porträt eines querschnittsgelähmten Cartoonisten und seinen Kampf gegen den Alkohol.

Ein bizarrer Humor, ausgiebige Partys und eine Vorliebe für Alkohol. Bevor er das 22. Lebensjahr beendet hat, bekämpfte John Callahan (Joaquin Phoenix) bereits viele Dämonen und verlor dennoch nicht den Lebensmut. Doch nach einer durchzechten Nacht mit neuen Saufkumpanen (Jack Black) und einem folgenschweren Autounfall erwacht er querschnittsgelähmt im Krankenhaus. Ohne Lebensmut, Perspektiven und familiären Rückhalt muss er sich zunächst eingestehen, ein Alkoholproblem zu haben, bevor er mit sich ins Reine kommt.

Dank seines Sponsors bei den Anonymen Alkoholikern, den Hippie Donnie (Jonah Hill) sowie der fürsorglichen Schwedin Annu (Rooney Mara), die er im Krankenhaus kennen lernt, entdeckt er schon bald, dass seine schwarzhumorigen, simplen Cartoon-Zeichnungen auf Anerkennung, aber auch Missgunst treffen. Getreu dem Motto „Don’t Worry, weglaufen geht nicht“ rollt er auf seinem elektrischen Rollstuhl mit Höchstgeschwindigkeit durch Portland, Oregon, um seinem Umfeld zu beweisen, dass er den Lebenswillen nicht verloren hat.

„Don’t Worry, weglaufen geht nicht“ – Hintergründe

Bereits in den 1990er Jahren ist die Autobiografie „Don’t Worry, weglaufen geht nicht“ von John Callahan fast verfilmt worden. Damals hatte niemand geringeres als Robin Williams die Rechte des Buches inne und wollte den querschnittsgelähmten Cartoonisten, der 2010 verstarb, selbst mimen. Als Regisseur wollte er schon damals Gus Van Sant („Good Will Hunting“) im Boot wissen. Doch nach zahlreichen Interviews mit Callahan verflog das Projekt im Sand. Nun – knapp 20 Jahre und dem Tod von Williams und Callahan später – hat Gus Van Sant das Projekt beendet.

Aus dem Dickicht an Geschichten, die in der Autobiographie behandelt werden, konzentrierte sich das Filmteam auf Callahans Kampf gegen die Alkoholsucht. Das Biopic mit Joaquin Phoenix, Rooney Mara und Jonah Hill in den Hauptrollen wurde im Wettbewerb der Berlinale 2018 aufgeführt.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Tragikomisches Porträt eines querschnittsgelähmten Cartoonisten und seinen Kampf gegen den Alkohol.

    Mit „Don’t worry, weglaufen geht nicht“ knüpft Gus Van Sant an seinen Hit „Good Will Hunting“ an. Auch hier erzählt er von einem gebeutelten Protagonisten, der sich zum Besseren entwickelt mit Hilfe einer Lehrerfigur. Allerdings sind der seit einem Unfall querschnittsgelähmte Cartoonist John Callahan, sein exzentrischer Sponsor Donnie von den Anonymen Alkoholikern sowie die Mitglieder in seiner Therapiegruppe ein viel schrägerer Haufen als die von Matt Damon, Ben Affleck und Robin Williams gespielten Figuren.

    Kein Wunder, lieferte die Vorlage für den Film die Autobiografie eines Geschichtenerzählers, der selbst Erlebtes gerne ausschmückte, als Cartoonist das Überspitzen auch professionell betrieb. Joaquin Phoenix aus Van Sants „To Die For“ spielt ihn mit rotbrauner Wischmop-Frisur und großer ungeputzter Brille. Van Sant zeigt ihn, wie er mit dem Rollstuhl wie ein Rennfahrer durch die Straßen von Portland rast. Das heißt nicht, dass Van Sant ihn wie eine Figur aus einem Cartoon porträtiert. Er führt dem Publikum – teils auch mit schwarzem Humor – knallhart den bitteren Alltag eines schweren Alkoholikers vor Augen, nimmt seine Figuren ernst. Zu ihnen gehören auch Jonah Hill als Donnie, der teils lächerlich wirken mag, aber seinen Schützling durch alle Schritte der Anonymen Alkoholiker geleitet. Hill demonstriert hier erneut sein Ausnahmetalent mit seiner gleichzeitig komischen und unheimlich gefühlvollen Performance. Zu Van Sants starken Ensemble gehören außerdem Rooney Mara als rettender Engel, Musikerin Beth Ditto als Anonyme-Alkoholiker-Mitglied und Jack Black als Kurzzeit-Saufkumpan und Unglücksfahrer.

    Eine Ansprache Johns vor großer Öffentlichkeit bildet den Rahmen für den Film, der von Johns schlimmen Absturz, der zum Unfall führt, zu seiner langsamen Genesung im Krankenhaus und der viel längeren danach, dem Kampf gegen die Sucht, erzählt. Kraft gewinnt John auch durch seine Kunst, für die er geliebt und gehasst wird, und die in Zeichnungen und manchmal auch Animationen im Film integriert sind (wie auch die titelgebende, in dem zwei Cowboys einen Rollstuhl in der Wüste stehen sehen). Natürlich ist auch Callahans Galgen-Humor integraler Bestandteil des Filmes, der sich laut Van Sant nah an der Vorlage orientiert und ein Herzensprojekt von Robin Williams seit „Good Will Hunting“ war. Der beim Sundance Festival präsentierte Amazon-Studios-Titel ist wunderbare Independentkomödie über den Überlebenswillen mit Mainstreamappeal, Künstlerporträt, Suchtdrama und Erbauungsfilm und der zweite Film im Wettbewerb – nach „La Priére“ – der von einem erfolgreichen Entzug erzählt. hai.

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