Filmhandlung und Hintergrund

An Figuren der RAF angelehntes Drama über deutsch-deutsche Wirklichkeiten und die Geschichte einer naiven Terroristin im speziellen.

Nachdem sie eher aus Versehen einen Verkehrspolizisten tötet, muss die bundesdeutsche Terroristin Rita untertauchen. Sie lässt sich in der DDR eine neue Identität verschaffen und findet als Fabrikarbeiterin ein neues Leben und neue Freundschaften. Als ihre Vergangenheit entdeckt wird, wird sie gezwungen, erneut die Identität zu wechseln, bleibt ihrer Ideologie aber treu.

Deutschland in den 70ern: Rita Vogt schreckt beim Kampf um eine gerechtere Welt selbst vor Gewalt nicht zurück und gerät so in eine Terroristengruppe. Als sie das Scheitern ihrer Träume erkennt, ist es bereits zu spät. Mit Hilfe der Staatssicherheit taucht sie in der DDR unter und setzt alle Hoffnung in ihr neues Leben. In Arbeitskollegin Tatjana findet sie eine gute Freundin, die jedoch gegen Ritas neue Heimat mit allen Mitteln revoltiert. Aber auch die politischen Veränderungen lassen Rita nicht zur Ruhe kommen und bald muss sie wieder flüchten.

Als die bundesdeutsche Terroristin Rita Vogt eher aus Versehen einen Verkehrspolizisten tötet, flüchtet sie in die DDR und findet als Fabrikarbeiterin ein neues Leben. Aber ihre Vergangenheit bleibt nicht unentdeckt. An Figuren der RAF angelehntes Drama über deutsch-deutsche Wirklichkeiten der siebziger Jahre.

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Kritikerrezensionen

  • Die Stille nach dem Schuss: An Figuren der RAF angelehntes Drama über deutsch-deutsche Wirklichkeiten und die Geschichte einer naiven Terroristin im speziellen.

    Das politische Kino in Deutschland führt eine derartige Randexistenz, dass ein Regisseur wie Volker Schlöndorf wenn er brisante Themen aufgreift, beinahe automatisch ins Kreuzfeuer von Kritik und behandelter Personengruppe gerät. Die ehemalige RAF-Terroristin Inge Viett, an deren Lebenslauf sich Schlöndorf und sein Drehbuchautor, der DEFA-Profi Wolfgang Kohlhaase („Solo Sunny“, „Ich war 19“) sehr frei orientiert haben, tut sich jedoch mit ihrem Unmut keinen Gefallen, da sei die Freiheit der Kunst vor. Der Mut, Terrorismus und DDR zu bündeln, wurde jedenfalls in Berlin gleich mit zwei Preisen (Silberner Bär für die Hauptdarstellerinnen und „Blauer Engel“ für den besten europäischen Film) belohnt.

    Was wie ein Fernsehspiel beginnt, kleine verzweifelte, schon sinnlose Aktionen von vier Terroristen, die Parolen im Mund führen, an die sie offensichtlich selbst nicht glauben, entwickelt sich nach der Exposition zu einem sehenswerten Diskurs über die politischen Träume einer naiven jungen Frau. Rita Voigt (starkes Debüt: Bibiane Beglau) sagt sich von den Genossen los, taucht mit Hilfe der Stasi in der DDR unter, erlebt in einer Stofffabrik eine Liebesgeschichte mit Tatjana (Nadja Uhl), die in den Westen will, wird enttarnt, muss eine dritte Existenz als Kinderbetreuerin führen und soll nach dem Fall der Mauer ausgeliefert werden. Rita flieht - in den Tod beim illegalen Grenzübertritt.

    Schlöndorffs Anliegen ist weniger der Terrorismus, als sie politische Blauäugigkeit Ritas, die sich von den Ereignissen überwältigen lässt. Ihr Leben in der Arbeiterklasse entspricht, da sie Konsumverächterin ist, genau den realsozialistischen Verhältnissen der DDR. Schlöndorff zeichnet Rita bei aller Naivität überaus sympathisch, was durch die spontane Art Beglaus und die nicht weniger offene Darstellung Uhls bekräftigt wird, beinahe ein Paar wie „Aimée & Jaguar“ (als die Maria Schrader und Juliane Köhler 1999 die Bären gewannen). Dass Beglau Angela Winkler, der unvergessenen „Katharina Blum“ in Mimik und Gestik ähnelt, entspricht sicher Schlöndorffs Vorlieben. Als Schauspielerfilm und Film zum Diskussionsthema fürs Arthouse-Publikum wie geschaffen. ger.

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