Die Legende von Pinocchio

Kinostart: 03.10.1996
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Filmhandlung und Hintergrund

Innovative Verfilmung von Carlo Collodis klassischer Kindergeschichte über die zum Leben erweckte Holzpupppe.

Die vom Puppenmacher Gepetto geschnitzte Holzpuppe Pinocchio wird aufgrund der magischen Kraft der unerfüllten Liebe Gepettos zu Leona zum Leben erweckt. Der herzige Holzkopf veranstaltet alsbald allerlei Unfug. Als der Papa nach einem Selbstbedienungs-Ausflug Pinocchios in eine Konditorei verhaftet wird, kommt der Holzjunge in die Obhut des durchtriebenen Lorenzini. Und der hat teuflische Pläne.

Meister Gepetto verehrt Leona, doch diese will ihn nicht erhören. Die von ihm geschnitzte Holzpuppe wird durch die magische Kraft dieser Liebe allerdings zum Leben erweckt. Getauft auf den Namen Pinocchio stellt sie schon bald allerlei Unsinn an und bringt ihren gutmütigen Schöpfer ins Gefängnis. Daraufhin gerät der kleine Bengel in die Fänge des niederträchtigen Schaustellers Lorenzini. Als der ihm befiehlt, alle alten Marionetten zu verbrennen, flieht Pinocchio und landet in dem verzauberten Vergnügungspark Terra Magica.

In dieser Variante veranstaltet Pinocchio wieder einmal allerlei Unsinn, bis sein Schöpfer Gepetto sogar ins Gefängnis kommt. „Vaterlos“ gelangt er in die Fänge des bösen Schaustellers Lorenzini. Mit Bösewicht Udo Kier und Puppenpapa Martin Landau kann diese Version mit seinen Vorgängern problemlos mithalten.

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Kritikerrezensionen

  • Die Legende von Pinocchio: Innovative Verfilmung von Carlo Collodis klassischer Kindergeschichte über die zum Leben erweckte Holzpupppe.

    Carlo Collodis klassische Kindergeschichte von der zum Leben erweckten Holzpuppe mit der langen Lügennase erlebt nach drei Zeichentrickversionen (darunter Disneys zeitloser Familienfavorit von 1940), einer Musical-Variante (1976) und einer TV-Adaption (1972) in einer ambitionierten internationalen Coproduktion ein erneutes Revival. Neu ist dabei, daß der Part des hölzernen Protagonisten von einer exzellent realisierten animatronischen Puppe aus Jim Hensons Creature Shop („Die Muppets“) bestritten wird.

    Diese wurde nach dem Vorbild ihres Sprechers, dem Teenagerschwarm Jonathan Taylor Thomas aus der TV-Kultsitcom „Home Improvement“, schnukkelig und mit einer verblüffenden Skala an Emotionen modelliert. Thomas tritt zudem während der letzten Filmminuten als menschliche Inkarnation des Lausebengels auf. In Szene gesetzt wurde der aufwendig ausgestattete und schön kostümierte Märchenfilm von Steve Barron („Turtles“), der neben drei weiteren Autoren auch das Drehbuch mitverfaßte. Alle Grundelemente der Originalstory, wie der einsame Puppenschnitzer und Pinocchio-Papa Gepetto (Oscar-Preisträger Martin Landau), die sprechende Heuschrecke, die „James und der Riesenpfirsich“ entsprungen sein könnte, die Verwandlung von kleinen Jungen in Esel und die Episode im Walmagen, sind erhalten geblieben. Dennoch bewahrten sich die Filmemacher ein gehöriges Maß an kreativer Freiheit, was diversen fantasievollen Szenen Vorschub leistet.

    Der von Gepetto geschnitzte Pinocchio wird nicht wie üblich von einer guten Fee, sondern aufgrund der magischen Kraft der (unerfüllten) Liebe Gepettos zu Leona (Genvieve Bujold) zum Leben erweckt. Der herzige Holzkopf veranstaltet alsbald allerlei Unfug, und sein kulinarischer Selbstbedienungsausflug in die örtliche Konditorei führt zu Chaos und der Verhaftung seines Papas. Pinocchio wird daraufhin in die „Obhut“ des diabolisch-durchtriebenen Lorenzini (Udo Kier superb als satanischer Widerling) genommen, der unfaßbar grausame Pläne hat.

    Roy Scheider und Bebe Neuwirth fungieren als karikiert böses Gaunerpaar, die dem leichtgläubigen Pinocchio dessen Münzen abluchsen und für heitere Auflockerung zuständig sind. Optisch und dramaturgisch besonders beeindruckend sind die Szenen im Puppentheater und der anarchische Rummelplatz Lorenzinis. Als passende Kulisse für die im 19. Jahrhundert angesiedelte Geschichte wurde die tschechische Stadt Cesky Krumlov ausgewählt. Kameramann Juan Ruiz Anchia versteht es, mit sonnengoldenen Tönen ein märchenhaftes Ambiente zu kreieren. Gerade in Deutschland sollte sich mit der nötigen Unterstützung des Verleihs ein großes Kinderpublikum finden lassen, die die seit Generationen fesselnde Moralgeschichte - Du sollst lernen und Deine Eltern ehren - im neuen, optisch herausgeputzten Gewands begutachten will. ara.

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