Die Hollywood-Verschwörung

  1. Ø 4
   2006
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Hollywood-Verschwörung: True-Crime-Thriller über die bis heute ungeklärten Umstände, unter denen "Superman"-Darsteller George Reeves 1959 ums Leben kam.

Der erfolglose Mime George Reeves (Ben Affleck) wird von 1952-58 zum sehr beliebten ersten Darsteller des Superman. Am 16. Juni 1959 findet man seine Leiche. Selbstmord. Für die Polizei von L.A. ist der Fall erledigt. Mutter Helen (Lois Smith) will das nicht glauben und engagiert den abgehalfterten Privatdetektiv Louis Simo (Adrien Brody). Es stellt sich heraus, dass George eine Affäre mit Toni (Diane Lane) hatte, der Frau von Studioboss Eddie Mannix (Bob Hoskins). Wurde Reeves Opfer einer Gewalttat, die vertuscht werden sollte?

Nach Emmy-gekrönten Arbeiten für „The Sopranos“ und „Six Feet Under“ wagt der versierte TV-Regisseur Allen Coulter den Schritt ins Kino. Klasse Darsteller – vor allem Ben Affleck – veredeln die tragisch-stimmige Kombination aus True-Crime und Hollywood-Abgesang.

Von 1952 bis 1958 spielt George Reeves für Warner Bros. im Fernsehen Superman und ist ein Held von Millionen. Am 16. Juni 1959 wird seine Leiche gefunden, ein vermeintlicher Selbstmord. Privatdetektiv Louis Simo will die offizielle Variante nicht glauben. Er ist überzeugt, dass Reeves Opfer einer Gewalttat wurde, die vertuscht werden soll. Denn da gibt es Gerüchte über eine Affäre, die Reeves mit der Frau eines Studiomanagers gehabt haben soll.

Louis Simo, Privatdetektiv in der „Stadt der Engel“, übernimmt für die üblichen 50 Dollar pro Tag plus Spesen einen neuen Auftrag. Ein heikler und auch gefährlicher Job, wie sich schnell herausstellt. Denn der Tote ist niemand Geringerer als der Mann aus Stahl, der beliebte TV-„Superman“ George Reeves, der im Juni 1959 erschossen aufgefunden wird. Die Polizei legt den Fall als Suizid zu den Akten, aber Simo, wie auch Reeves Mutter, glauben dieser Variante nicht und vermuten vielmehr ein Hollywood-Verschwörung.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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    Ein bis heute ungeklärter Mordfall aus dem Jahr 1959 ist der Angelpunkt dieses stilsicher und sorgfältig inszenierten Noir-Thrillers, der auch den Vergleich mit Brian DePalmas jüngstem Film "Die schwarze Dahlie/The Black Dahlia" nicht scheuen muss. Mit nicht ganz alltäglichen Sets, perfekter Ausstattung und einem bis in Nuancen ausgefeilten Erzählduktus ist dies ein schönes Beispiel eines heutigen Film Noir, bei dem die Helden nicht strahlende Siegertypen sind, sondern an ihrem Auftrag oder an der ihnen zugedachten Rolle zu zerbrechen drohen.

    Hervorragend die Übergänge und Rückblenden, die nie künstlich wirken, sondern fließend ineinander übergehen und fester Bestandteil einer Geschichte sind, in der die Zuschauer - wie auch der Held - nie sicher sein können, ob das Verbrechen überhaupt eines war. Perfekte Ausstattung und eine geschickte Struktur zeichnen den Film aus, sie produzieren eine geheimnisvoll anmutende Aura und geben sogar teilweise die Illusion, der Film sei tatsächlich in den 50ern gedreht.

    Hervorragend und unvergesslich, wie ein kleiner Junge vor dem sensationslüsternen Publikum der Filmstudio-Kulisse mit einem echten Revolver aus dem Schrank seines Daddys auf den "Superman"-Darsteller schießen will, um zu sehen, wie die Kugeln an dem Filmhelden abprallen. In dieser Szene wird "Superman" ganz klein und verletzlich. Das Image des unbezwingbaren Superhelden wird von einem kleinen Lausbuben in Sekunden auf Briefmarken-Niveau verkleinert. Der "Superman"-Darsteller George Reeves, den Ben Affleck mit großer und zugleich stoischer Intensität verkörpert, hat 1959 seine beste Zeit als Jugend-Idol bereits hinter sich - er weiß es nur noch nicht.

    Indem der Film dem rätselhaften Tod eines Fernsehhelden von 1959 nachspürt, entsteht auch ein mediales Zeitbild, für das der Film ein sinnfälliges, oft milde humorvolles Sensorium zeigt. Zum Schmunzeln etwa ist es, wie all die kleinen Jungs stehen und liegen lassen, was immer sie gerade tun, wenn im Fernsehen ihre Lieblingsserie beginnt. Oder wie der eigentlich höher ambitionierte "Superman"-Darsteller realisieren muss, dass seine Hauptfans kleine Pfadfinder sind, die sich an der Restaurant-Scheibe die Nasen platt drücken.

    Weltklasse ist der Soundtrack mit Jazz- und Bar-Musik aus den 50ern, die dem Genre den unverwechselbaren Stempel aufgedrückt hat und hier zu grandiosem Leben erweckt wird. Wo bitte lässt sich die Musik zum Film käuflich erwerben?

    Die brillante Montage, das exzellente Licht- und Schattenspiel, aufwändige Kamera-Fahrten und eine ausgezeichnete Besetzung (vor allem mit Adrien Brody in der Hauptrolle, aber auch Ben Afflek als Superman-TV-Serien-Held) fügen sich zur existenziellen Geschichte eines Detektivs mit unverhohlener Medien-Kritik, die spannend erzählt ist und in ihrem Schluss viel Raum lässt zu Interpretationen und Aprés-Film-Gesprächen in der Kneipe nebenan. Hoffentlich läuft dort dann im Hintergrund die Musik zum Film.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Der mysteriöse, als Selbstmord deklarierte Tod des Superman-Darstellers George Reeves erschütterte seinerzeit Hollywood. Die Figur des Privatdetektivs Adrien Brody ist hingegen fiktiv, seine Ermittlungen bleiben ein Geflecht aus Wahrheit und Gerüchten. Im Stil eines Film Noir lässt Regisseur Allen Coulter seinen Detektiv immer tiefer in die dunkle Seite Hollywoods der 50er Jahre eintauchen.

    Ben Affleck wurde für seine Darstellung des George Reeves auf den Filmfestspielen in Venedig als bester Schauspieler ausgezeichnet. Er porträtiert Reeves als aufstrebenden jungen Mann, der die Rolle des TV-Superman, anfänglich noch in Schwarz-Weiß gedreht, gar nicht wollte. Er hielt sich für einen Schauspieler, der für Besseres bestimmt war. Dennoch war die Rolle diejenige, die ihn berühmt machte. Nie wusste er genau, ob und wie viel ihm dabei seine langjährige Geliebte, die Frau des MGM-Studiobosses Edgar Mannix, unter die Arme gegriffen hatte.

    In Rückblenden sieht man Reeves an der Seite seiner Geliebten Toni, die ihm sogar ein Haus kaufte. Doch dann wollte Reeves, der einige Jahre jünger war als Toni, seine Wunschkarriere als Produzent und Regisseur auf eigene Faust verwirklichen. Er verließ Toni für die jüngere Leonore Lemmon. Die Trennung verlief, so will es zumindest der Film, für beide Seiten äußerst bitter. Zur Film-Noir-Atmosphäre tragen auch die Brauntönung der Bilder bei, die manchmal in Schwarz-Weiß beginnenden Szenen, die sich erst langsam färben, die melancholische Musik. Auch die zwielichtige Machtfigur des Edgar Mannix, der von Reeves’ Verhältnis zu seiner Frau wusste, nährt Spekulationen, der Kopfschuss könnte ein Auftragsmord gewesen sein.

    Doch ob Toni Mannix Reeves erschossen hatte, oder jemand im Auftrag ihres Mannes, ob es vielmehr die Verlobte Leonore Lemmon war, oder am Ende doch nur Selbstmord – Louis Simo pirscht sich indizienlastig an mehrere Versionen heran, die ziemlich in der Luft hängen bleiben. Adrien Brody spielt zwar, was das Zeug hält, um seinem Charakter Mitgefühl und Ehrgeiz zu verleihen. Aber seine Rolle ist nicht richtig konstruiert. Seine privaten Probleme wirken dem Genre geschuldet, er selbst scheint aus einer späteren Zeit zu stammen, als der Film behauptet.

    Bob Hoskins als Edgar Mannix ist sehr überzeugend, auch Diane Lane als Toni spielt gut neben Ben Affleck, der etwas Wachsfigurartiges hat, als wäre sein George Reeves immer etwas unglücklich neben sich gestanden. Die Schwächen des Drehbuchs lassen „Die Hollywood-Verschwörung“ neben Atom Egoyans „Wahre Lügen“ – auch ein Film Noir aus dem Showgeschäft der amerikanischen Fünfziger, der 2006 in die Kinos kam – regelrecht verblassen. Die typisch wehmütige Atmosphäre will sich nicht so recht einstellen, auch wenn man glaubt, ein wenig mehr über George Reeves erfahren zu haben.

    Fazit: Eher schwacher Film Noir um die Frage, ob sich Superman-Darsteller George Reeves 1959 selbst umbrachte, oder ob er erschossen wurde.
  • Ein tiefschwarzer Thriller über den Tod des ersten TV- Superman-Mimen Georges Reeves als spannende Mischung aus Fakten, Fiktion und Spekulation. Aus der Frage nach Mord oder Selbstmord wird bei Allen Coulter ein Blick in die Abgründe vom Tinseltown der 50er Jahre.

    „TV Superhero, out of Work, Killed „. Diese Schlagzeile markiert 1959 das tragische Ende eines Schauspielers, der mal eine kleine Rolle in „Vom Winde verweht“ spielen durfte und in „Mutige Frauen“ auftrat, aber erst als Superman und Clark Kent in der ersten TV-Superman-Serie von 1952 zu zweifelhaftem Ruhm kam. Ausgangspunkt für Allen Coulters Mörder-Mosaik im Wettbewerb von Venedig. Die Polizei schließt schnell die Akten. Selbstmord heißt es. Aber Reeves Mutter will die ganze Wahrheit und heuert Privatdetektiv Louis Simo an, einen Loser, der untreue Ehefrauen und -männer beschattet, in Scheidung lebt, seinem Sohn kein richtiger Daddy ist und mit seiner Assistentin ins Bett geht. Mit Verve stürzt er sich in den Auftrag, wühlt sich durch Fakten und Verdächtigungen mit ihren Spekulationsmöglichkeiten. Woher kommen die drei Schusslöcher im Schlafzimmer? Hat die enttäuschte Verlobte den Schauspieler erschossen, weil er sie nicht heiraten wollte? Oder seine frühere Geliebte Toni Mannix (Diane Lane), weil er sie verließ oder gar ihr Gatte Edgar Mannix (Bob Hoskins), als MGM-Vice-President einer der mächtigsten Männer Hollywood mit besten Beziehungen zur Unterwelt, der es trotz seiner unzähligen Affären nicht mag, wenn seine Frau leidet? Das „Whodunnit“ gerät immer mehr in den Hintergrund, während in Rückblenden das Leben eines gescheiterten Mannes vorbeizieht, der durch Typecasting seine berufliche Zukunft zerstörte, sich in Abhängigkeit zur älteren Geliebten begab und wohl irgendwann keinen Ausweg mehr wusste. Hier triumphiert die dunkle Seite Hollywoods und seine Härte gegenüber den Erfolglosen, im Fegefeuer der Eitelkeiten tanzen die Schönen und Reichen im Rausch von Gier, Geld und Geltungssucht, als Gegenpol dazu dient der Underdog Simo, für den am Ende nur noch die Famiie zählt. In seinem respektablen Spielfilmdebut verknüpft TV-Regisseur Coulter („Sex and the City“, „The Sopranos“) ein psychologisch spannendes Biopic mit Mystery-Elementen ohne größere Schwierigkeiten mit dem grauen Alltag des Privat Eye. Das funktioniert vor allem wegen der Performance von Ben Affleck als Reeves und Adrian Brody als Simo, zwei schon optisch gegensätzliche Figuren, die sich optimal in ihrer Ambivalenz ergänzen. Der Ausflug ins alte Hollywood wirkt manchmal nostalgisch, wenn Superman an Seilen hängend „fliegt“ und die Schwerkraft ihr Recht einfordert oder ihm in einer läppischen Show ein Dreikäsehoch eine Pistole unter die Nase hält. Und bei den Stars die übliche Scheinheiligkeit – zu Hause Lust und Laster, in der Öffentlichkeit keine Zigaretten und kein morgendlicher Bourbon, Wer „Chinatown“ und „Die üblichen Verdächtigen“ mag, sollte in „Hollywoodland“ mit seinem galligen Mix aus Glamour und Gefahr eine neue Heimat finden. mk.

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