Filmhandlung und Hintergrund

Österreichischer Landkrimi von Michael Glawogger.

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Kritikerrezensionen

  • Die Frau mit einem Schuh: Österreichischer Landkrimi von Michael Glawogger.

    Leicht skurriler und sehr österreichischer „Landkrimi“ mit Nina Proll und Karl Fischer als Provinzpolizisten, die das Rätsel eines grausigen Leichenpuzzles lösen müssen.

    Das „Herzkino“-Stammpublikum dürfte angesichts dieser Programmierung etwas überrascht sein: Als Alternative zur Fußball-WM im „Ersten“ zeigt das ZDF keinen seiner üblichen Sonntagsfilme, sondern einen ORF-Landkrimi. „Die Frau mit einem Schuh“ bildete im Dezember 2014 den Auftakt der im Unterschied zu vielen Koproduktionen mit ARD und ZDF ausschließlich fürs österreichische Publikum entstandenen Reihe; und so klingt der Film auch. Das ZDF hat ihn zwar akustisch etwas „entschärft“, aber trotzdem lässt sich bei einigen Dialogen bloß erahnen, wovon die Menschen reden. Der Geschichte kann man dennoch folgen: In der niederösterreichischen Provinz tauchen nach und nach verschiedene Körperteile einer vor rund einem Jahr verstorbenen Frau auf. Die unterforderte Inspektorin Franzi (Nina Proll) freut sich, dass sie endlich mal einen richtigen Fall hat; ihr Kollege Michi (Karl Fischer), ein Gemütsmensch, hätte lieber weiter seine Ruhe. Franzi ahnt zwar, dass die Leichenteile im Zusammenhang mit dem ebenfalls zwölf Monate zurückliegenden Ausbruch eines weiblichen Häftlings aus dem nahen Frauengefängnis stehen, aber eine DNS-Überprüfung ergibt keine Übereinstimmung.

    „Die Frau mit einem Schuh“ ist der letzte fertig gestellte Film von Michael Glawogger, der sein internationales Renommee in erster Linie der mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilmtrilogie „Megacities“ (1998), „Workingsman’s Death“ (2005) und „Whore’s Glory“ (2011) verdankt; seine Spielfilme, etwa „Contact High“ (2009), waren dagegen eher was für Liebhaber schräger Filmkunst. Bei dem „Landkrimi“ beschränkt sich sein Faible für bizarre Zeitgenossen jedoch auf die Nebenfiguren. Deren Auftritte wirken prompt wie kleine Exkurse, die mit der eigentlichen Handlung nicht das Geringste zu tun haben. Bloß eine Gastrolle spielt auch Hary Prinz als Chefinspektor aus der Stadt, mit dem Franzi ein bisschen flirtet. Eigentlich ist sie verheiratet; der arbeitslose Gatte (Robert Palfrader) ist zwar ein begnadeter Koch, aber ansonsten langweilt er sie nur noch. Diese Nebenschauplätze waren Glawogger allerdings offenbar genauso wichtig wie die Krimihandlung, die auf diese Weise immer wieder in den Hintergrund gedrängt wird. Auch die Dialoge der beiden Hauptfiguren befassen sich anfangs mehr mit Michis Lebensphilosophie als mit beruflichen Dingen; Stimmung und Tonfall erinnern an die „Schwarzach 23“-Krimis im ZDF. Zur Atmosphäre des ruhig dahin fließenden Films passt die zwar rockige, aber sehr entspannte Gitarrenmusik (Norbert Wally) daher perfekt. Musikalischer Höhepunkt ist ein Karaoke-Auftritt Michis mit dem Song „Unchain my Heart“. Sollte Fischer das tatsächlich selbst gesungen haben: alle Achtung. tpg.

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