Contact High

  1. Ø 5
   2009

Contact High: Verqueres Psychodelic Road Movie Western Komödie um zwei Typen im Dauerrausch, die einen Imbiss betreiben.

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Filmhandlung und Hintergrund

Contact High: Verqueres Psychodelic Road Movie Western Komödie um zwei Typen im Dauerrausch, die einen Imbiss betreiben.

Der Wiener Mechaniker Harry (Detlev Buck) soll für einen spanischen Gangsterboss in Polen eine verlorene Tasche zurückholen. Da sich Harry lieber mit seinem Kollegen vergnügt, reicht er den Auftrag an den Kleinkriminellen Schorsch (Georg Friedrich) weiter, der jedoch unbedingt Autorennen sehen will. Und so gelangen die bekifften Würstelbudenbesitzer Hans Wurst (Raimund Wallisch) und Max Durst (Michael Ostrowski) an den Auftrag und nach Polen.

Pulp Fiction“ als psychedelische Kifferkomödie – damit greift Michael Glawogger („Workingman’s Death„) den satrischen Stil seiner „Nacktschnecken“ auf. Ein grotesker Streifzug in die vollkommen verrückte, kreuzbunte Welt der Drogen.

Die Sache mit der Tasche: Gangster Carlos hat seine in Polen verloren. Jemand soll sie ihm zurückholen. Doch der schwule Automechaniker Harry, den er damit beauftragt, hat mehr Lust, sich in seiner Werkstatt mit seinen wohlgeformten Gesellen zu vergnügen. Der jähzornige Zuhälter Schorsch soll für ihn übernehmen. Der hat aber auch Besseres vor. Und so geht seine fesche Freundin Mao zu Hans Wurst und Max Durst, die eine Imbissbude an einem menschenleeren Badesee betreiben bzw. statt am Grill zu stehen eigentlich nur Joints rauchen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Contact High, so erläutert es ein Wissenschaftler im Presseheft, ist das Phänomen, dass der eine Drogen nimmt und der andere davon berauscht wird. Sich quasi in den Trip einfühlt, so dass er selbst high wird.

    Regisseur Michael Glawogger und Co-Autor und Max-Darsteller Michael Ostrowski wollen mit ihrem Film einen irren Trip fabrizieren, von dem der Zuschauer Contact High werden soll; der also so irr-witzig sein soll, dass dem Zuschauer auch ganz witzig-irr wird. Als wäre er auf Droge. Was aber voraussetzen würde, dass es einen irren Trip gibt. Dass es überhaupt einen Trip gibt. Oder sagen wir: wenigstens einen einigermaßen guten Film.

    In diesem Film geht es um eine Tasche, die Max Durst und Hans Wurst (diese Namen!) in Polen holen sollen. Bzw.: eigentlich geht es um die Wurst, die es in Polen gibt. Was auch gleich Auslöser für einen der Wahnsinnsknallergags hergibt, die der Film am laufenden Band produziert. Mao, Durst-und-Wurst-Chefin, erteilt den Auftrag: Fahrt nach Polen, holt was ab. Gegenfrage: Was denn, eine Krakauer? Das ist lustig, weil es vom Wurstbudenverkäufer kommt. Sag ich jetzt mal als Erklärung dazu, weil sonst versteht man den Witz vielleicht nicht und kann am Ende gar nicht drüber lachen.

    Auf diesem Niveau jedenfalls bleiben alle Scherzchen des Films. So dass man merkt: Oha, das soll jetzt witzig sein. Problem dabei: es ist nicht witzig.

    Einmal hat Georg Friedrich, der mit seiner Schorschi-Figur wieder mal seine Paraderolle als geschmacklos gekleideter Ösi-Irrer mit Pistole innehat, ein Auto gehijackt mitsamt Fahrer (Helmut Köpping aus Glawoggers letztem Film „Vaterspiel“, wo der Regisseur wohl auch den Einsatz horrender CGIs gelernt zu haben meint). Schorschi also fuchtelt mit der Pistole rum und fordert vom entführten Fahrer einen guten Witz ein (was in diesem Film unfreiwillig komisch ist); und als der über ein Schwelle fährt, löst sich ein Schuss, der aber kein Gehirn an die Autoscheibe fetzen, sondern nur ein Eis zerplatzen lässt. Haha: da parodiert einer Tarantino! Einen Filmemacher also, der selbst an sich schon parodistisch angelegte Filme dreht!

    Ebenso bedienen sich Glawogger und Ostrowski gerne bei Lynch – ein mysteriöser blinder Seher, der überall und nirgends ist – und bei Gilliam – in der Disco verwandeln sich für die Berauschten die Mitmenschen zwar nicht in Echsen, aber immerhin in Hunde. Und alles wird übergossen mit pubertärem Cheech- und Chong-Klamauk. Bullenschweine sind tatsächlich Polizisten in Schweinemasken.

    „Contact High“ biedert sich so auf billigste Art und Weise bei seiner Zielgruppe an, bei denen, die’s gerne ein bisschen albern haben und bekifft sind und auf kultige abgedrehte Filme stehen. Dafür klaut er bei ähnlichen (und viel, viel, viel besseren) Filmen. Er ist poppig bunt und lässt Wände und Muster sich bewegen. Er dröhnt einen zu mit einem Soundtrack, der eine Art Best of Psychedelic sein will, aber zugleich auch modern und nicht nur so hippiemäßig und so. Und er versucht, Witz und Tempo zu erzeugen: ein polnischer Fiat verfolgt einen Ford Mustang Baujahr 67 (oder 68, da streiten sich die Experten), weil ein Huhn auf dem Autodach war. Später gibt’s dann im Hühnerstall einen Amoklauf, eine wilde Schießerei aufs Federvieh, aber da ist eh alles schon viel zu spät… Der Film löst sich auf in einen Mischmasch-Mushroom-Matsch, bei dem keiner mehr weiß, was vorne und hinten und oben und unten ist. Und was überhaupt irgendeiner will; ob überhaupt jemand irgendwas will; ob jemand von den Filmemachern (inklusive Co-Produzent Detlev Buck, der den doofen Harry spielt) weiß, was er tut.

    „Wenn du erstmal drinnen bist gibt es mehr Antworten als Fragen“, behauptet Michael Glawogger, „und da musst du ganz schön klug sein, um auf alle Antworten überhaupt Fragen zu finden.“ Andererseits ist die bottom line bei diesem Film eher: ist doch eh alles wurscht.

    Fazit: Will witzig sein und psychedelisch und poppig und total durchgeknallt. Ist er aber nicht. Sondern einfach nur doof.
  • Von Guten, Bösen und einer Tasche. Michael Glawogger überrascht/verstört/betört mit einer höchst verqueren Psychodelic Road Movie Western Komödie.

    Zunächst bringt man den Österreicher Michael Glawogger eigentlich mit seriösen Filmen in Zusammenhang. Mit „Workingman’s Death“ beispielsweise, der mit dem Deutschen Filmpreis 2007 ausgezeichneten Dokumentation, in der der Filmemacher der Frage nachgeht, ob die Arbeiterklasse ausstirbt. Aber er kann auch anders, wie einst Detlev Buck, einer der Protagonisten seiner neuesten Komödie. Er kann witzig, durchgeknallt sogar. In „Nacktschnecken“ hat er das bewiesen und nun auch in „Contact High“. Als „Psychodelic Road Movie Western Komödie“ wird der verquere Spaß beworben – und das trifft den Nagel auf den Kopf. Es gibt Psychedelisches zuhauf, ewige Auto- und Zugfahrten zwischen Wien, Warschau und der polnischen Provinz, jede Menge Getier – Hunde, Schweine, Schwertfische – und schließlich Carlos‘ Tasche, um die sich alles dreht – warum? Da gilt es wieder einmal auf Altmeister Alfred Hitchcock und dessen alten Freund McGuffin zu verweisen.

    Der Song „White Rabbit“ von Jefferson Airplane, in dem die Band 1967 ihre LSD-Erfahrungen verarbeitete, hat den Regisseur und seinen Koautor Michael Ostrowski („Slumming„) nach eigenen Angaben zu diesem Trip inspiriert – obwohl er letztendlich im Film gar nicht vorkommt. Das von den Rock’n’Rollern erbetene „Feed your head“, das Kopffüttern, haben die beiden wörtlich genommen, Textzeilen wie „One pill makes you larger, and one pill makes you small“ in Bilder umgesetzt. Dementsprechend schräg ist die Story um Hans Wurst und Max Durst, die an einem menschenleeren Badesee einen Imbiss betreiben – besser gesagt: nicht betreiben – und aus ihrem Alltagstrott gerissen werden. Durch Carlos‘ Tasche (siehe oben), den jähzornigen Zuhälter Schorsch, den der stets überzeugende Georg Friedrich aus „Hundstage“ im Johnny-Winter-Look gibt, und den schwulen Automechaniker Harry (Buck), in dessen Werkstatt nur wohlgeformte Lustknaben werkeln. Ja, und dann ist da auch noch die fesche Mao (Pia Hierzegger) und der Schaffner, der die Station Drogomysl ausruft.

    Der Rest ist ein einziger Rauschzustand, eine wüste Bilderschlacht, eine Absurdität, bei der unter anderem Captain Beefheart, Roxy Music, Richard Pappik, The Base und Sven Regener den Ton angeben. Im Übrigen: „Don’t bogart that joint, my friend. Pass it over to me!“ geh.

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