Die Dolmetscherin

   Kinostart: 21.04.2005
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Filmhandlung und Hintergrund

Spannender Politthriller über die Verhinderung eines Attentats in der UN.

Voller Entsetzen belauscht die UNO-Übersetzerin Sylvia Broome (Nicole Kidman) Putschpläne sowie ein Mordkomplott sinistrer Anzugträger, die einen in Ungnade gefallenen, schwarzafrikanischen Würdenträger beseitigen wollen. Obwohl sie zur totalen Geheimhaltung verpflichtet ist, vertraut sich die junge Frau dem FBI-Agenten Tobi Keller (Sean Penn) an. Während der ihrer Geschichte zunächst nicht recht glauben mag, nehmen die bösen Buben die ungebetene Mitwisserin aufs Korn.

Verschwörungsfilmexperte Sydney Pollack („Die drei Tage des Condor„, „Die Firma„) schickt in diesem Politthriller prominentes Hollywoodpersonal aufs glatte Diplomatenparkett.

Seit Silvia Broome ein Gespräch belauscht hat, dass ein afrikanischer Diktator bei seiner Rede vor der UN ermordet werden soll, sind ihr Leben und ihre Glaubwürdigkeit gefährdet. Während Agent Keller ihre Geschichte und Vergangenheit in Frage stellt, wird die Dolmetscherin verfolgt und bedroht. Unaufhaltsam nähert sich der Tag, an dem ein Attentat über Lüge und Wahrheit entscheidet.

Zufällig bekommt Silvia Broome im UN-Gebäude die Planung eines Attentats auf Edmund Zuwanie, den Präsidenten des afrikanischen Staates Matobo, mit. Zuwanies Ermordung auf amerikanischem Terrain wäre eine Katastrophe. Also wird der Secret Service unter Leitung von Tobin Keller eingeschaltet. Der glaubt der in Matobo aufgewachsenen Broome kein Wort, und findet heraus, dass sie einst ein Verhältnis mit einem Rebellenführer unterhielt. Was für ein Spiel treibt die attraktive Übersetzerin, zu der er sich immer mehr hingezogen fühlt?

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Kritiken und Bewertungen

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3 Bewertungen
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Kritikerrezensionen

    1. Sidneys Pollack hat große Thriller und große Melodrame gedreht. Mit „Die Dolmetschein begibt er sich nun ins Genre des politischen Thrillers, das Feld von „Die drei Tage des Condor“.

      Von einem packenden Ausgangspunkt aus entspinnt sich die Geschichte der Dolmetscherin Silvia Broome, sie hat etwas gehört, was sie nicht hätte hören sollen, ein Attentat mitten in der UN-Vollversammlung ist geplant, vor den Augen der ganzen Welt – ein Attentat auf den ungeliebten Diktator von Matobo, der des Völkermordes angeklagt ist. Immer wieder zeigt der Film Demonstranten, die durch die Straßen New Yorks ziehen, um gegen Edmund Zuwanie zu protestieren, und gleich zu Anfang hat der Film einen Eindruck dessen gegeben, wieviele Leichen Zuwanie im Keller hat, die Körper stapeln sich in den Katakomben eines Fußballstadions.

      Zwei Menschen in New York werden in die Machtkämpfe von Matobo verwickelt, Silvia, die traurige Dolmetscherin, und Tobin Keller, der traurige Secret-Service-Mann, der das mögliche Attentat verhindern soll. Tobin hat vor kurzem seine Frau verloren, in der Arbeit sucht er Vergessen, und Silvia hat ihre Kindheit in Matobo verbracht, ihre Erlebnisse haben sie geprägt, und sie trägt Geheimnisse aus der Vergangenheit mit sich herum, die Tobin immer wieder an ihrer Aussage zweifeln lassen. Ist sie wirklich die fanatische Verfechterin der Demokratie, die radikale Anhängerin der Idee von den Vereinten Nationen, für die sie sich ausgibt?

      Geschickt spielt der Film mit Gegenständen, Tobin wirft seinen Ehering in ein Whiskeyglas: ganz simpel und ohne viel Aufhebens wird seine Situation klargemacht; zwei gleiche Notizbücher gibt es, eines in Afrika, eines in Silvias Wohnung. Verschiedene Parteien bereichern die Konstellation des Plots, da sind der Secret Service und die Polizei, Zuwanis Sicherheitsberater, gleich zwei Rebellen, die in Matobo gegen Zuwanie kämpfen, und ein geheimnisvoller Killer. In einer meisterhaften Sequenz treffen die Parteien aufeinander, in der Enge einer Busfahrt, das ist ein Höhepunkt des Films, des Thrillergenres insgesamt, wie hier verschiedenes ausgespielt, angedeutet wird, wie Fäden zusammenlaufen und neue Fäden gesponnen werden, reine Spannung in bester Hitchcock-Tradition.

      Leider lässt der Film auch einige gefühlvolle Momente zu, zu gefühlvoll, hier lässt der Thrill nach, wenn Tobin, der Wächter, und Silvia, die Bewachte, an gegenüberliegenden Fenstern sich ansehend miteinander telefonieren, was fast eine Liebesszene wird, oder wenn er ihr zärtlich Blut aus dem Gesicht wischt und sich beide fast küssen wollen...

      Doch dann gibt es wieder Szenen des Mysteriösen, der Paranoia, die den Film auffangen; und man merkt während des Sehens gar nicht, dass Silvia nie wirklich bedroht ist, dass damit eine Prämisse nur vorgeschoben, nur behauptet ist. Ein politischer Film, in dem Pollack auch ein Statement abgeben möchte für die Vereinten Nationen, für den Internationalen Gerichtshof in Den Haag, der Verbrechen gegen die Menschlichkeit anklagt und von den USA nicht anerkannt wird. Pollack interessiert sich für den Umgang mit Verlusten, mit Trauer, und wie wir reagieren, wenn der Täter vor uns steht. Würden wir ihn ertrinken lassen und mit ewiger Trauer leben wollen, oder würden wir sein Leben retten und auf vorschnelle Gerechtigkeit verzichten? Das ist ein Brauch im fiktiven Land Matobo, man hat immer die Wahl zwischen der Waffe und dem Wort. Damit bezieht Pollack Position in der derzeitigen politischen Debatte in Amerika, er schafft einen Film mit Haltung, das macht ihn altmodisch und hochaktuell.

      Fazit: Spannender Thriller mit aktuellen politischen Bezügen, der sich aber manchmal zu sehr im Gefühlvollen verliert.
    2. Die Dolmetscherin: Spannender Politthriller über die Verhinderung eines Attentats in der UN.

      Mit zwei Romanzen, die eine vorwiegend süß („Sabrina“), die andere auch bitter („Begegnung des Schicksals“), hatte Sydney Pollack zuletzt Pech. Mit einem Thriller aber meldet sich der Altmeister, der mit „Die drei Tage des Condor“ eine Säule des Genres inszenierte, wieder zurück. In der Konzentration auf Charaktere und Worte, dem langsamen Rhythmus und Spannungsaufbau sowie in der Reduktion typischer Actionelemente mag dieser erwachsene Film am Jugend-Markt vorbeiproduziert sein. Die Kids wird das kaum schmerzen, allen anderen Kinofans aber wird es Hoffnung geben.

      Aus einem anderen Blickwinkel wie etwa „Black Hawk Down“ oder „Hotel Ruanda“ wirft das Drehbuch, an dem drei renommierte Autoren arbeiteten, einen Blick auf den Krisenherd Afrika. Ein Prolog im fiktiven Matobo, in dem manches an Zimbabwe und seinen Diktator Robert Mugabe erinnert, weist ein in eine politische Situation, die für das postkoloniale Afrika nicht untypisch ist. Ein Tyrann regiert eisern das Land, mit Folter und Völkermord, während seine Gegner durch Rivalitäten untereinander geschwächt bleiben. In der schockierenden Ouvertüre wird einer der beiden Kontrahenten von Präsident Zuwanie in eine Falle gelockt und von einem Kind erschossen.

      Hier formuliert der Film erstmals sein zentrales Thema, die Wahlmöglichkeit von Vergeltung und Vergebung, als ein zweites Opfer, der Bruder der Titelfigur, im Sterben dem Täter die Schuld nimmt. Der zweite politische Gegner lebt im New Yorker Exil, wohin sich der Plot nach dem Prolog verlagert. Dominanter, reizvoller Schauplatz des Films ist das Gebäude der Vereinten Nationen, das erstmals für ein Filmprojekt seine Tore öffnete. Hier arbeitet Sylvia Broome (Nicole Kidman) als Dolmetscherin, hier hört sie zufällig mit, wie Unbekannte ein Attentat an Zuwanie planen, der eine Rede vor der UN angekündigt hat. Als der Secret Service eingeschaltet wird, hegt Agent Keller (Sean Penn), spezialisiert auf den Schutz von Politprominenz, Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Dolmetscherin, macht sie doch ihre Vergangenheit selbst verdächtig, in das Attentat involviert zu sein.

      Die reibungsintensive Beziehung zwischen diesen Figuren, die beide geliebte Menschen verloren und unterschiedliche Ansichten über den Wert von Vergeltung haben, ist das Herzstück des Films, der auch differente Strategien der Trauerarbeit thematisiert. Auf dieser Ebene ist „Die Dolmetscherin“ auch dank der Stars ein Erfolg, während sich die Enthüllung von Kidmans Background inklusive einer Affäre mit dem Rebellenführer als Groschenheftexkurs darstellt. Auch das Finale überzeugt nicht wirklich, lässt eine dramatisch befriedigendere Auflösung vermissen.

      Formal ist der von Darius Khondji naturalistisch fotografierte Film dagegen makellos, wie auch Pollacks Fähigkeit, durch Musik und Parallelmontage Spannung aufzubauen. Absolutes Highlight ist die Zusammenführung verschiedener Personen an einem Ort, an dem sie schließlich im Sekundenschock begreifen, was sie hier erwartet. Eine jetzt schon klassische Sequenz in einem Thriller, der zwar nicht Perfektion, mitunter aber alte Klasse demonstriert. kob.
    3. „Wertvoll”

        Regisseur Sydney Pollack hat zu seiner früheren Stärke zurückgefunden und bereitet mit meisterhafter Perfektion brisante Gegenwartsthemen durchaus authentisch wirkend auf. Die gelungene Spannungssteigerung beruht nicht auf Effekten und vordergründiger Action, sondern auf der Konzentration auf starke Charaktere.

        Jurybegründung:

        Die temporeiche, genregerechte Inszenierung mit technischer Perfektion und Darstellerleistungen auf hohem Niveau (hervorragend: Sean Penn) ist unterhaltsam und spannend zugleich. An einem faszinierenden, ungewöhnlichen Drehort - dem UNO-Gebäude in New York - entwickelt sich die Story des Politthrillers dramaturgisch überzeugend, mit einem souverän geführten Spannungsbogen und maßgenau gesetzten Wendepunkten. Zitate aus der afrikanischen Kultur bildeten einen interessanten Kontrast zu der optischen Strenge des Schauplatzes und seiner Umgebung.

        Die Rolle der UNO wirkt etwas geschönt; Nicole Kidmans distanziertes Spiel überzeugte nicht durchgehend.

        Vom Spannungsaufbau und formal ist der Film makellos. Sidney Pollack und seine Drehbuchautoren verzichten weitgehend auf vordergründige Action und konzentrieren sich auf die beiden Hauptfiguren, ihre allmähliche Annäherung, ihre persönliche Trauerarbeit. Dadurch gewinnt der Film an Tiefe und läßt sich rechtfertigen, daß den Dialogen eine größere Bedeutung eingeräumt wird.

        Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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