Die Bären sind los (2005)

Originaltitel: The Bad News Bears
Die Bären sind los Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Bären sind los: Remake der klassischen Baseballkomödie von 1975, in der ein stets mürrischer Baseball-Coach ein Team von jugendlichen Verlierern auf Vordermann bringt.

Einst schlug Morris Buttermaker (Billy Bob Thornton) Homeruns in der Major League. Jetzt eiert er als alkoholkranker Kammerjäger mehr schlecht als recht durchs schlingernde Privatleben und ist den wenigen verbliebenen Freunden eigentlich nur noch peinlich. Gesellschaftliche Aufwertung und ein paar Dollar extra verspricht da der Job als Coach einer scheinbar ausschließlich aus Losern, Nerds und sozial auffälligen Tunichtguten rekrutierten Kinder-Baseballtruppe.

Ex-Indie-Regisseur Richard Linklater (“Before Sunrise”) wiederholt das in “School of Rock” erprobte Amateurpädagogikkonzept. Billy Bob Thornton übernimmt in diesem Remake die Rolle, die einst von Walter Matthau in der Erfolgskomödie von 1976 ausgefüllt wurde.

Morris Buttermaker war einst hoffnungsvoller Baseball-Spieler in der Major League, ist aber längst vom rechten Pfad abgekommen: Stets stänkernd und leicht angetrunken schlägt er sich als Kammerjäger auf der Schattenseite des kalifornischen Traums durchs Leben. Der Kohle wegen lässt er sich als Trainer einer Baseball-Mannschaft von jugendlichen Verlierern anstellen. Das geht solange nicht gut, bis Buttermaker sich mit dem Trainer eines rivalisierenden Teams anlegt. Er holt die talentierte Tochter einer Verflossenen und einen ewigen Unruhestifter ins bislang ahnungslose Team und setzt zur Aufholjagd an.

Vor langer Zeit war Morris Buttermaker mal ein richtig guter Baseball-Spieler und die Hoffnung der Major League. Doch jetzt schlägt er sich stets leicht alkoholisiert und schlecht gelaunt durchs Leben. Weil er dringend Kohle braucht, lässt sich Morris auf einen Trainerjob ein. Doch die “Bären” sind eine absolute Gurkentruppe und ihr Coach ein Weiberheld und Großmaul, der seine besten Tage längst hinter sich hat. Als Buttermaker aber vom Coach Trainer eines rivalisierenden Teams beleidigt wird, packt den Grummel-Trainer der Ehrgeiz.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Bad News Bears“ hat zwei Patenonkels: „School of Rock“, ebenfalls von Regisseur Richard Linklater, in dem ein absoluter Verlierer auf unkonventionelle, ja abwegige Weise einen Haufen Kinder zum Erfolg, naja, zur Anerkennung führt. Und „Bad Santa“, ebenfalls geschrieben von Glenn Ficarra und John Requa, ebenfalls mit Billy Bob Thornton in der Hauptrolle eines fluchenden, saufenden, rauchenden Kinderschrecks.

    Linklater kann seine Kinderschauspieler gut führen, in „School of Rock“ hat sich das schon erwiesen, er lässt sie in lange Einstellungen ganze Baseball-Spielzüge durchspielen. Er hat ein perfektes Team aus Schauspielern und jungen Baseballern gefunden. Und Linklater hat nicht nur ein Gespür für seine Schauspieler, ob jung oder alt, sondern auch dafür, die Spannung zu halten zwischen deren lockerem Spiel und der lässigen Atmosphäre einerseits und andererseits einer straffen Inszenierung und dem perfekten Timing der Gags.

    Thornton spielt Buttermaker, der – in der Originalversion – kräftig das F-Wort benutzt, auch und gerade in Gegenwart der Kinder (und der in der deutschen Fassung etwas lasch synchronisiert wurde). Im ersten Bild, das wir von ihm sehen, wird er von Ratten angekündigt, er ist Kammerjäger. Seinen Lebenshöhepunkt hat er schon lange hinter sich: Er war mal 1984 für fünf Minuten in der Baseball-Major-League. Jetzt soll er gegen Geld ein vollkommen gehandicaptes Jugendteam coachen und gerät damit hinein in die Welt der ehrgeizigen Eltern, die ihre Kinder von Erfolg zu Erfolg, von Sieg zu Sieg pushen wollen.

    Sein Team aber besteht aus einem Armenier mit unaussprechlichem Namen, Mexikanern, die nur Spanisch sprechen, einem Fettwanst auf Atkins-Diät (soviel wie möglich essen, um den Stoffwechsel anzuregen), einem Hänfling, der die Baseball-Bescheinigung vielleicht mal fürs College braucht, schließlich aus einem Querschnittsgelähmten im Rollstuhl. Das ist kein Gewinnerteam, und am Anfang sind sie sich nur darin einig, schnellstmöglich mit dem Baseball aufhören zu wollen. Doch die Abstimmung der Kinder lässt Buttermaker nicht gelten: Das ist eine Diktatur, und ich bin der Diktator. Jetzt geht raus und spielt!

    Ray Bullock, der voll Vaterehrgeiz die Yankees betreut, ist der direkte Gegner des Laissez-Faire-Coaches Buttermaker, der zunächst völlig unlustig an die Sacher herangeht, der die Kinder einsetzt als billige Arbeitskräfte beim Austreiben von Ungeziefer. Und der, zusammen mit den Kindern, einiges lernt über Teamgeist – freilich ohne dabei ein komplett geläuterter Charakter zu werden. Auch das hat „Bad News Bears“ mit „School of Rock“ gemeinsam: Dass die Protagonisten, die zu Anfang vollkommene Loser sind, lernen, Verantwortung zu übernehmen, aber nicht in der Weise, wie es der Konvention entsprechen würde.

    Baseball ist (neben Football) das amerikanische Spiel überhaupt. Und Sportfilme wollen immer etwas lehren über den Zustand der Gesellschaft, sie wollen Moral und Charakter bilden: Eine Spielsaison als parabelhafte Lehrstunde für das Leben. „Bad News Bears“ ist solch ein Sportfilm – doch er vertritt nicht blind die Werte von Aufstieg und Erfolg, vielmehr stellt er verschiedene Positionen nebeneinander. Deshalb stellt Linklater Aussagen gegeneinander, ohne sie offen zu kommentieren: „Du musst lügen, dass sich die Balken biegen: Das hier ist Amerika!“ „In Zeiten des Terrors gibt es drei Dinge, die uns verbinden: Die Gnade des Herrn, unsere Helden in Übersee und Baseball!“ „So etwas nennt man moralischen Sieg. Nicht so gut wie ein richtiger Sieg, aber immerhin“. Und am Ende wehen die Stars und Stripes über eine kunterbunte Verlierertruppe, die einiges gewonnen hat.

    Fazit: Baseball mit vorpubertären Kindern und einem unflätigen Trainer: Ein witziger Sportfilm, ohne auf die Spur von Klischee und Siegesmoral einzuschwenken.
  • “Die Bären sind los!” – Jetzt aber wirklich! Oft kopiert (siehe bereits allein dieses Jahr “Kicking & Screaming” und “Rebound”), erfährt der Goldstandard der Underdog-Sportkomödie (1976) nun von “School of Rock”-Regisseur Richard Linklater sein offizielles Remake. Die ursprünglich von Walter Matthau eingenommene Rolle des versoffenen Baseball-Coachs eines lausigen Kinderteams ging gut gewählt an Billy Bob Thornton. Denn Thornton zieht eine lässig-lustige One-Man-Show durch, wobei der teils etwas krude Humor wohl an den kleineren Zuschauern vorbeigehen wird.

    Der einstige Indieregisseur Linklater (“Before Sunrise”) begibt sich wie mit “School of Rock” auf konventionell-kommerzielles Terrain. Die Story ist ebenfalls ähnlich: Ein erwachsener Tunichtgut schwingt sich widerwillig zum Mentor einer Gruppe von jungen Losern auf und kann dadurch seinem eigenen Leben einen neuen Sinn verleihen. Für das Drehbuch hielten sich Glenn Ficarro und John Requa, die Thornton bereits seinen misanthropischen “Bad Santa”-Part auf den tätowierten Leib schrieben, eng an die Originalvorlage. Ihr Protagonist Morris Buttermaker, ein ehemaliger Major-League-Spieler, ist diesmal nicht als Poolreiniger, sondern zwecks unappetitlicher Schauwerte als Exterminator von Ungeziefer tätig. Den Nebenjob als Coach für die miserable Mannschaft der Bears nimmt der Alki mit trockenem Humor wegen der Kohle an. Das Team besteht aus der gewohnten Regenbogenkoalition von Rabauken, die unter anderem den couragierten Raufbold, den coolen Rebellen, den schlagfertigen Fettmops, den bebrillten Computernerd, das schüchterne Muttersöhnchen und selbst einen Naseweis im Rollstuhl umfasst. Zunächst frönt Buttermaker auf dem Spielfeld nur seinem Bier und klopft markige Sprüche, während seine Spieler noch nicht mal die Grundprinzipien des Sports intus haben. Die Kehrtwendung tritt ein, als Buttermaker sich mit dem selbstgefälligen Trainer (Greg Kinnear) eines rivalisierenden Teams anlegt. Fortan wird ernsthaft trainiert und dank der Rekrutierung von zwei “Geheimwaffen”, der talentierten Pitcherin Amanda (Sammi Kane Kraft löst am Wurf-Diamond Tatum O’Neal ab) und Bad Boy Kelli, beginnt die Mannschaft ihren unaufhaltsamen Aufstieg, der sie bis zum Meisterschaftsspiel führt.

    Thornton bringt nonchalant Nuancen seines anarchistischen “Bad Santa” und seines Coach aus “Friday Night Lights” ins Spiel. Sein Buttermaker ist ein charmanter Hallodri, der bei der Damenwelt prächtig ankommt. Damit zieht er nicht nur die Sponsorenschaft des lokalen Stripclub an Land, sondern kann auch bei der Mutter (Marcia Gay Hayden) eines seiner Schützlinge landen. Amüsant sind die meist lautstarken Interaktionen zwischen Coach und seinen renitenten und fluchenden Spielern. Wenn sie sich nicht auf dem Spielfeld (schon mal skurril wie im Original zu den Klängen von Bizets “Carmen”, die auch in “Bad Santa” zu ihrem Recht kam) ins Zeug legen, wird dem Trainer bei seinem oft “haarigen” Job (Rattenfallen aufsammeln, etc.) geholfen, aber auch gemeinsam in seiner Stammkneipe “Hooters” mit den großbusigen Barmädels gefeiert und bei Eric Claptons “Cocaine” mitgesungen. Lediglich beim Endspiel, inklusive der obligatorischen Egomanie-Attacke Buttermakers, die es zu überwinden gilt, bevor er fürs Leben geläutert am Happy End teilnehmen darf, kann selbst Thorntons famoses komisches Timing die Klischeehaftigkeit nicht so recht entkräften. Dennoch eine der unterhaltsameren Varianten des viel bemühten Genres, das allein schon deshalb subversiv ist, weil hier die Verlierer die wahren Gewinner sind. ara.

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