Filmhandlung und Hintergrund

Gefühlvoller Familienfilm um einen neunjährigen Jungen, der in den sechziger Jahren heimlich einen Zoo gründet.

Der Sommer des Jahres 1960 ist für den neunjährigen Kalli Spielplatz (Martin Stührk) und seine Freunde voller Geheimnisse. Gemeinsam gründet man einen Zoo mit einem echten Affen, von dem die Erwachsenen besser nichts wissen sollten. Außerdem spürt Kalli Gefühle in sich, von denen er bisher nichts wusste, und diese haben mit Mädchen zu tun. Ob Vati dasselbe fühlt, wenn er mal wieder zur attraktiven Nachbarin hinüberschleicht? Nicht alle Geheimnisse des Sommers sind so süß wie der erste Kuss.

Nach einem Roman von Dieter Bongartz und ohne unangenehmen Wahrheiten aus dem Weg zu gehen inszenierte Regisseur Jörg Grünler („Krücke„) diesen stimmungsvollen Kinderfilm.

In einer Kleinstadt am Niederrhein im Sommer 1960 erlebt Kalli Spielplatz den Sommer nach seinem neunten Geburtstag als eine Zeit voller Entdeckungen und Geheimnisse: Gemeinsam mit seinen Freunden gründet Kalli einen Zoo, dessen Hauptattraktion, ein Affe, vor seinen Eltern versteckt werden muss.

Bilderstrecke starten(12 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Der zehnte Sommer

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

0,0
0 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Der zehnte Sommer: Gefühlvoller Familienfilm um einen neunjährigen Jungen, der in den sechziger Jahren heimlich einen Zoo gründet.

    Ein Film für Kinder und Erwachsene: Nach dem Roman „Der zehnte Sommer des Kalli Spielplatz“ von Dieter Bongartz entwirft Regisseur Jörg Grünler in diesem Familienfilm das märchenhafte Reich des neunjährigen „König“ Kalli, der im Jahre 1960 einen Sommer voller Überraschungen und Geheimnisse verbringt - das Leben, als ein noch zu entdeckendes Abenteuer.

    Gerne hätte Jörg Grünler mehr Geld zur Verfügung gehabt. Mit 2,7 Mio. Euro einen Film mit Kindern und Affen in nur 35 Drehtagen zu stemmen, erforderte viel Geduld, Umsicht und genaue Planung. Dem Resultat sieht man nicht an, dass an allen Ecken gespart werden musste.

    Die Handlung, angesiedelt in der Adenauer-Ära, spielt in einer kleinen Siedlung am Niederrhein. In Külleskap ist die Welt vordergründig noch in Ordnung. Die Kinder gehen zur Beichte und die Familienmitglieder am Tag des Herrn zum Gottesdienst. Anschließend trennen sich die Wege. Die Männer marschieren zum Frühschoppen in die Kneipe, die Frauen eilen zum Herd, um den Braten zu brutzeln - genau das erstickende Klima, das Josef Degenhardt einst in „Sonntags in der kleinen Stadt“ böse besang. Der umtriebige Held Kalli genießt die sorgenfreie Kindheit, seine erste Liebe zur Nachbarstochter, die in einem Küsschen auf der Wange gipfelt und das Herumtoben in noch unzerstörter Natur. Schwierig wird es, als der Knirps einen Zoo gründen will und den echten Affen Kappu geschenkt bekommt. Da die Eltern nichts wissen dürfen, nimmt die attraktive Nachbarin das Tier auf. In Kallis Fantasie wandelt sie sich zur guten Hexe, auch wenn sie vom Rest der Bevölkerung geschnitten wird - allerdings mehr von eifersüchtigen Frauen als von den willigen Männern, die gerne mal einen Abstecher in die sündig dekorierte Wohnung machen, statt im Schleiflack-Schlafzimmer ihren ehelichen Pflichten nachzukommen. Sogar Kallis Vater scheint den Reizen der Dame zu erliegen. Aber alles wird gut. Der Junge in kurzen Lederhosen präsentiert eine gelungene Zirkusvorstellung, zwischen fröhlichen klatschenden Erwachsenen herrscht kein Zwist mehr und Kappu landet im Zoo, wo er viele kleine Kappus zeugt.

    Das Zeitkolorit stimmt, atmosphärisch trifft Grünler, der diese Ära noch erlebt hat, ins Schwarze - die Freundesclique, die Bigotterie einer Gesellschaft, die gestrengen Eltern, die vom Kriege gezeichneten Männer, die kleinen Ausbrüche der Kids, die zwar manchmal eine Tracht Prügel kriegen, aber sonst unbehelligt von den Erwachsenen ihr eigenes erlebnisreiches Kinderparadies aufbauen, wie man es heute vielleicht vergeblich sucht. Hier zählen keine Spezialeffekte (digital nachbereitet wurde nur der Himmel und die Wolken, ein Gewitter und Kallis Traum von einer Vorstellung mit dem Äffchen), sondern eine liebevoll, manchmal gar puristisch altmodische Erzählweise, die kaum in Nostalgie abdriftet. Allerdings dienen manche Szenen wohl mehr der Erinnerungsauffrischung der Älteren als der Vorstellung von Spaß der heutigen Acht- bis Zehnjährigen. Bleibt zu hoffen, dass die von Bildgewalt und Harry Potter & Co. verwöhnten Kleinen dieser einfühlsamen Zeitreise die Gefolgschaft nicht verweigern. mk.

Kommentare