Filmhandlung und Hintergrund

Justizthriller im Grisham-Stil über einen aalglatten Großstadtanwalt, der nach Hause zurückkehrt, um seinen mordverdächtigen Vater, einen Richter, zu verteidigen.

Vor 20 Jahren hat Hank Palmer (Robert Downey Jr.) seine Heimatstadt verlassen, da er dort nicht glücklich wurde und mit seinem Vater, dem Richter Joseph Palmer (Robert Duvall), eh nicht auskam. Als ihn eines Tages die Nachricht vom Tod seiner Mutter erreicht, ist Hank bestürzt. Als er zur Beerdigung in seine Heimatstadt, in der sich einiges verändert hat, zurückkehrt, holt ihn die Vergangenheit ein. Kurz nach der Beerdigung erscheint die Polizei vor dem Familienhaus, um den an Alzheimer erkrankten Vater Joseph in Gewahrsam zu nehmen. Er gilt nämlich als Hauptverdächtiger in einem Tötungsdelikt. Hank, der selber Anwalt ist, kann diese Beschuldigung nicht auf sich sitzen lassen und beschließt, seinen Vater vor dem Gericht zu vertreten. Bei der Verteidigung stößt er aber auf so manche Ungereimtheit, die das Verhältnis zu seinem Vater erneut stark belastet.

„Der Richter – Recht oder Ehre“ ist eine Zusammenarbeit von Warner Bros. mit Team Downey, bestehend aus dem Schauspieler Robert Downey Jr. und seiner Ehefrau, der Produzentin Susan Downey. Als alzheimerkranken Vater wurde Alt-Star Robert Duvall verpflichtet, der als Consigliere Tom Hagen mit „Der Pate“ seinen Durchbruch feierte. Für die Darstellung erhielt Robert Duvall eine Oscar-Nominierung und zählt damit bereits sechs von der Sorte. Die Auszeichnung gab es 2015 dennoch nicht, denn J.K. Simmons konnte mit seiner Rolle in „Whiplash“ die Kritiker mehr überzeugen. Neben Robert Downey Jr. und Robert Duvall sind außerdem noch Vera Farmiga als alte Liebschaft, Vincent D\’Onofrio als Bruder und Billy Bob Thornton als Staatsanwalt in „Der Richter – Recht oder Ehre“ zu sehen.

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Kritiken und Bewertungen

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5 Bewertungen
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Kritikerrezensionen

    1. Großartig gespielt: Mehr ein Vater-Sohn-Drama denn ein Gerichtsfilm.
    2. Der Richter - Recht oder Ehre: Justizthriller im Grisham-Stil über einen aalglatten Großstadtanwalt, der nach Hause zurückkehrt, um seinen mordverdächtigen Vater, einen Richter, zu verteidigen.

      John Grisham trifft auf Tennessee Williams in diesem Justizthriller über einen aalglatten, moralisch zweifelhaften Großstadtanwalt, der nach dem Tod seiner Mutter widerwillig in das allamerikanische Heimatdorf zurückkehrt und dann deutlich länger bleibt als geplant, als sein Vater - seit 50 Jahren der ansässige, über jeden Zweifel erhabene Richter - unter Mordverdacht gerät. Inszeniert von dem weitgehend auf Komödien abonnierten David Dobkin („Die Hochzeits-Crasher“) mit altmodischem Charme und einer gewissen Schwerfälligkeit, erweist sich das Krimiszenario, das deutlich erkennbare Verwandtschaft mit Grishams Bestseller „Die Kammer“ hat, doch nur als Herzschrittmacher für ein Familiendrama, das seine beiden Stars Robert Downey Jr. und Robert Duvall in bester Hollywoodmanier wie zwei streitsüchtige Kater auf dem Blechdach tanzen lässt. Den beiden Schauspielschwergewichten gehört die Show, und sie haben bei einer epischen Laufzeit von 141 Minuten auch hinlänglich Gelegenheit zu zeigen, warum sie in der A-Liga ganz oben mitspielen.

      Zwar lässt es Duvall bisweilen etwas knattern als knorriger Patriarch, dessen Thron, auf dem er dank seiner vermeintlichen moralischen Überlegenheit immer unangefochten sitzen konnte, zu wackeln beginnt, nachdem er zunächst die Lebenspartnerin und dann aufgrund der Anklage, er habe willentlich einen Mann überfahren, auch noch seine Glaubwürdigkeit verliert. Downeys Manierismen kennt man, und er weiß sie stets gewinnbringend einzusetzen - so auch hier in diesem von ihm und seiner Frau Susan Silver produzierten Film. Sein Hank Palmer ist ein enger Verwandter von Tony „Iron Man“ Stark, ein von sich selbst überzeugter, arroganter Winkeladvokat, der ohne Gewissen, aber mit großem Erfolg auch die miesesten Halsabschneider verteidigt - aber, wie man im Verlauf des Films erfährt, durchaus auch ein Päckchen zu tragen hat mit seiner Familie und einer Vergangenheit, in der er nicht nur sich selbst, sondern auch Anderen schier unüberwindbare Hindernisse in den Weg gestellt hat.

      So entwickelt sich ein etwas eigenartiger, nicht immer völlig überzeugender, aber doch auch seltsam faszinierender Film. Einerseits passiert immer das, was man erwartet. Es tauchen Figuren auf wie der verbitterte Bruder, die immer noch attraktive Jugendliebe, der überambitionierte Staatsanwalt, besetzt mit den Vollprofis Vincent D’Onofrio, Vera Farmiga und Billy Bob Thornton. Es werden dunkle Geheimnisse ausgepackt, unausgesprochene Begehrlichkeiten und tödliche Krankheiten. All das kennt man, und im Zweifelsfall hat man alles auch schon einmal besser gesehen. Aber weil es sich „Der Richter“ gleichzeitig niemals leicht macht, den Fokus immer stärker verlegt vom Gerichtssaal in das Heim der Familie Palmer, ist man berührt von der Geschichte, wie auch Hank Palmer im Verlauf des Films wieder anfängt, Zugang zu sich selbst zu finden. Dass der Mordfall zwar immer weiterläuft, um die Spannungsschraube anzudrehen, und es dann doch irgendwie für das Gelingen der Geschichte nicht kriegsentscheidend ist, ob der ehrenwerte und strenge Richter tatsächlich den Mann überfahren hat, den er einst lebenslänglich hätte wegsperren sollen, in einem Anfall von Weichheit doch nur 20 Jahre verpasst hatte, ist die große Qualität dieses harten Brockens, in dem es am Ende eine Welt ausmacht, ob man ein zusammengeknülltes Taschentuch aus ein paar Metern Entfernung im Mülleimer versenkt. Oder eben nicht. ts.
      1. Das epische Drama "Der Richter – Recht oder Ehre" verknüpft auf spannende Weise einen Vater-Sohn-Konflikt mit einem Mordprozess. So verschieden wie der alte Richter Joseph Palmer und sein Sohn Hank als Menschen sind, so konträr interpretieren sie auch die Rechtsprechung. Geradlinige Moral trifft auf zweckdienliches Kalkül. Regisseur David Dobkin ("Die Hochzeitscrasher", "Die Gebrüder Weihnachtsmann") nimmt sich für dieses packende Duell die nötige Zeit, und nähert sich den Charakteren mit ernstem Interesse an. Robert Duvall und Robert Downey Jr. spielen ihre Klasse gerade im konflikthaften Miteinander am besten aus.

        Auf den ersten Blick ist es eine oft erzählte Geschichte: Ein Karrierist kehrt in sein entfremdetes Elternhaus auf dem Land zurück, wo er seinen Zynismus abstreift. Aber dieser Film entwickelt sich weiter, zum emotional bewegenden Drama alter Schule. Wenn Hank anfangs den Gerichtssaal betritt, um den Vater wieder auf dem Richterstuhl zu erleben, ahnt man, dass sich hinter seiner Wut auf den selbstgerechten Alten viel Bewunderung verbirgt. Mit einer einzigen Aussprache lässt sich dieser emotionale Knoten nicht lösen. Die beiden so starken Charaktere haben nämlich kaum Worte für ihren inneren Aufruhr: Es geht um fehlende Anerkennung, eine schwierige Jugend, einen Autounfall, der die Sportkarriere von Hanks Bruder Glen (Vincent D'Onofrio) vermasselte.

        Die beiden im Zorn verbundenen Kontrahenten umkreisen sich spiralförmig, erkämpfen sich als Zwischenerfolg eine neue, alte Vertrautheit. Das Umfeld im Provinznest, die beiden Brüder Hanks, seine Jugendliebe (Vera Farmiga) spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, denn sie erklären mit, was den Hauptcharakter bewegt. Dobkin erweist sich als engagierter Dramaturg, wenn er die Spannung beim Verhör des Vaters durch den eigenen Sohn im Gerichtssaal zum Höhepunkt führt. Dabei kommt es auch kaum mehr auf die äußere Logik an. Die Inszenierung und das Schauspiel triumphieren über die puren Fakten: Das gilt oft nicht nur für amerikanische Geschworenenprozesse, sondern auch für ergreifende Filme.

        Fazit: Das epische Justiz- und Familiendrama "Der Richter – Recht oder Ehre" schraubt sich mit wachsender Spannung in die Tiefen einer gestörten Vater-Sohn-Beziehung und beeindruckt mit seiner emotionalen Wahrhaftigkeit.
      2. „Wertvoll”

          Hank Palmer ist nicht einfach nur ein guter Anwalt. Er ist der beste Anwalt! Als Strafverteidiger eilt ihm der Ruf voraus, selbst die miesesten Verbrecher aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Eines Tages erreicht Hank die Nachricht vom Tod seiner Mutter. Widerwillig reist er zur Beerdigung in seine Heimatstadt in Indiana. Von seinen Brüdern hat er sich innerlich entfernt und mit seinem Vater, dem ehrwürdigen Richter James Palmer, kam er noch nie gut klar. Als dieser jedoch des Mordes angeklagt wird, entscheidet sich Hank, dessen Verteidigung zu übernehmen. Und stellt sich somit auch schwierigen Fragen seiner eigenen Vergangenheit. Regisseur David Dobkin gelingt mit seinem Film eine spannende Genre-Mischung aus Thriller und berührendem Familiendrama. Auf der einen Seite die beklemmend nah inszenierten Sequenzen im Gerichtssaal: Die elegant montierten Rededuelle zeigen den lustvoll aufspielenden Robert Downey Jr. als Hank im Kampf mit dem Staatsanwalt, verkörpert von Billy Bob Thornton. Die Frage, ob das Recht vor einem Richter halt macht, steht dabei ebenso kritisch im Raum wie der Umgang mit moralischen Wertvorstellungen. Parallel dazu ist DER RICHTER auch und vor allem ein starkes Familiendrama, in dem sich Downey Jr. und Robert Duvall als stolzer Richter und gebrochener Mann schauspielerisch brillant auf Augenhöhe begegnen. Downey Jr. scheint ideal besetzt, mit dieser ihm eigenen lässig zynischen Mischung, die sich durch sein Spiel zieht. All der Frust des abgestraften Sohnes und die Verbitterung des enttäuschten Vaters entladen sich in mehreren Auseinandersetzungen, dazu werden sämtliche Nebenfiguren in all ihrer Tiefe und Bedeutung für das sensible Familiengefüge ebenbürtig verhandelt. Die exzellente Kamera-Arbeit von Janusz Kaminski liefert Bilder, die wie beiläufig viele Erzähl- und Deutungsebenen offenlegen. Ein spannender Film und ein berührendes Familiendrama gleichzeitig. Stark und äußerst komplex! Jurybegründung: Hank Palmer ist ein erfolgreicher Staatsanwalt, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt. Bis er vom Tod seiner Mutter erfährt: Der smarte Hank muss erstmals nach 20 Jahren widerwillig aus der Großstadt in seinen kleinen Heimatort in Indiana zurückkehren. Dort erwarten ihn neben der Beerdigung einige Probleme: Allen voran sein Vater Joseph, selbst Richter, der des Mordes angeklagt wird - wenngleich er sich nicht an den Vorfall erinnern kann. Hank übernimmt die Verteidigung seines Vaters vor Gericht. Doch bei seinen persönlichen Ermittlungen findet er nicht nur Entlastendes. Auf der Suche nach der Wahrheit erfährt Hank auch mehr über sich selbst und findet schließlich den Weg zurück in die Mitte seiner Familie. Es ist die große Leistung von Regisseur David Dobkin, diese stark inszenierte Vater-Sohn-Beziehung als einendes Element in den Mittelpunkt des Films zu stellen, der immer zwischen ergreifendem Familiendrama und packendem Justizthriller balanciert. Dieser Balanceakt gelingt dem Film außerordentlich gut, nicht zuletzt durch das exzellent aufeinander abgestimmte Ensemble um Robert Downey Jr. und Robert Duvall. Besonders hervorheben möchte die Jury dabei, wie diese Figuren gezeichnet sind: Sämtliche Charaktere (ob Haupt- oder Nebenrolle) sind facettenreich angelegt und entgehen damit einer eindeutigen Schwarz-Weiß-Zeichnung. Wer ist gut, wer ist böse? Diese Frage lässt sich nicht leicht beantworten. Und das passt hervorragend zur Kernfrage des Filmes nach Gerechtigkeit, Schuld und Wahrheit, der sich auch der in seinem Stolz verletzte Richter bei seinem eigenen Mordprozess stellen muss. Die Bilder fügen sich hervorragend in diese Geschichte ein, wenn Janusz Kaminskis Kamera mal pathetisch, mal ironisiert und doppeldeutig, offenbart, wie letztlich alles miteinander zusammenhängt. Ein herrlicher Jahrmarkt der Eitelkeiten wird hier zur Schau gestellt, der humorvoll, melancholisch und dabei stets voller Spannung dieses klug durchdachte Beziehungsgeflecht auf kurzweilige Weise entwirrt. Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
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