Filmhandlung und Hintergrund

In Venedig mehrfach ausgezeichnetes, im Iran verbotenes Drama, das Frauen im Iran in einem Teufelskreis zeigt, von der Gesellschaft ein- bzw. ausgeschlossen.

Drei aus dem Gefängnis entlassene Frauen versuchen mit dem Bus in die Freiheit zu fahren. Doch ohne Papiere, Geld und männliche Begleitung bekommen sie kein Ticket. Eine Frau verlässt ihre kleine Tochter, weil sie sie als Alleinerziehende nicht ernähren kann. Eine andere Frau, eine Prostituierte, wird verhaftet, während ihr Freier nicht belangt wird.

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Kritikerrezensionen

  • Der Kreis: In Venedig mehrfach ausgezeichnetes, im Iran verbotenes Drama, das Frauen im Iran in einem Teufelskreis zeigt, von der Gesellschaft ein- bzw. ausgeschlossen.

    Im Iran stand „Der Kreis“ auf dem Index. Erst durch das Interesse des Filmfestivals Venedig kam das gewagte Werk im August vergangenen Jahres ins heimische Kino. Mit dem Goldenen Löwen ehrte die Jury Jafar Panahi für sein bewegendes Drama, in dem er das politisch verordnete Schweigen über die menschenunwürdige Behandlung von Frauen im Land religiös eifernder Mullahs brach.

    Frauen haben nichts falsch gemacht, außer das falsche Geschlecht zu haben, ihr Fehler besteht darin, kein Mann zu sein. Dies ist die erschreckend simple, aber realistische Message von Jafar Panahis dritten Spielfilm. Trotz erbarmungsloser Zensur werden seit einigen Jahren sozialkritische Filme im Iran produziert, nur selten erreichen sie westliche Kinos. Panahi, der den Zensurbehörden das Drehbuch nicht vorlegte, folgt dem Weg von acht Frauen in Teheran, die vergeblich versuchen, Verfolgung und Schikanen zu entkommen. Ob Polizei, Regierungsvertreter oder ganz durchschnittliche Männer – sie alle behandeln Frauen wie den letzten Dreck, weil sie es eben verdienen. Die Unterdrückung ist allgegenwärtig. Da irrt die unverheiratete schwangere Pari auf der Suche nach einer Ärztin durch die Kliniken, der Vater des Kindes wurde hingerichtet. Sie trifft auf Elham, die aber nicht wagt, der Verzweifelten mit einer Abtreibung zu helfen aus Angst, ihr pakistanischer Mann würde durch diesen Gesetzesverstoß etwas über ihre Vergangenheit im Gefängnis erfahren, Arezou befindet sich auf Hafturlaub und will untertauchen, prostituiert sich, damit die junge Nargess den Bus in die heimische Provinz bezahlen kann, Solmaz gebiert eine Tochter und muss dafür mit Scheidung rechnen, da die Familie des Ehemanns aufgrund der Ultraschall-Bilder auf einen Sohn hoffte, Monire erfährt nach einer langen Haftstrafe, dass ihr Mann eine andere Frau ehelichte, Nayereh, eine unverheiratete Mutter, setzt schweren Herzens ihr Kind aus, damit es in die Obhut einer guten Familie kommt. Nur eine Prostituierte zeigt am Ende so etwas wie Widerstand, wenn sie ihren Freier bloßstellt und auf dem Weg zum Gefängnis in aller Öffentlichkeit eine Zigarette raucht (selbstverständlich für Frauen verboten), dabei einen kurzen Moment so etwas wie Freiheit empfindet. Die einzelnen Geschichten und Schicksale greifen ineinander, die Protagonistinnen im schwarzen Schador kennen sich nicht, leiden – unabhängig voneinander – unter Diskriminierung und Verachtung, bewegen sich in einem Teufelskreis der Illegalität ohne Chance auf ein menschenwürdiges Leben, von Selbstbestimmung ganz zu schweigen. Panahi, der in seinen international ausgezeichneten Filmen „Der weiße Ballon“ (Goldene Kamera in Cannes) und „Der Spiegel“ (Goldener Leopard in Locarno) Kritik an den sozialen Ungerechtigkeiten in seinem Land in Metaphern verpackte, lässt in diesem wie ein Dokudrama inszenierten Meisterwerk eine ungewohnte Deutlichkeit spüren und trotz aller Demütigung ein Stück Hoffnung auf Liberalisierung aufflammen. Für Programmkinos Pflicht. mk.

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