Filmhandlung und Hintergrund

Rachethriller mit Kevin Bacon auf den Spuren von Charles Bronsons Klassiker "Ein Mann sieht rot".

An Nick Humes (Kevin Bacon) Vita und Person gibt es keinen Makel: Er ist wohlgelittener Steuerzahler im Managementbereich und erfreut sich einer heilen Familienidylle. Diese wird ein für alle Mal zerstört, als eine ruchlose Straßengang seinen ältesten Sohn brutal ermordet - vor seinen Augen. Fortan treiben unerträgliche Trauer und Schmerz Hume bald zu einem neuen Ziel: Er will Rache an den Mördern nehmen, Richter, Jury und Henker selbst spielen und die Beteiligten für ihre grauenvolle Tat erbarmungslos büßen lassen.

Nach dem gleichnamigen Roman von Brian Garfield taucht „Saw„-Mastermind James Wan in den „Death Wish„-Kosmos ein. Sein kompromissloser Selbstjustizthriller mit Schockeranteilen nährt sich diesmal vom edlen Motiv des Familienschutzes.

Nachdem sein ältester Sohn von Gangmitgliedern ermordet wurde, zerbricht das Glück von Nicholas Hume. Als den Mörder aufgrund der Beweislage nur eine geringe Strafe erwartet, provoziert Hume den Freispruch, nimmt das Recht selbst in die Hand. In einem Zweikampf ersticht er den Täter, löst einen unerbittlich geführten Krieg aus, der auch Humes Familie zum Ziel des tollwütigen Gangleaders macht.

Nachdem sein ältester Sohn von Gangmitgliedern bei einem Überfall auf eine Tankstelle vor seinen Augen brutal ermordet wurde, zerbricht das Glück von Nicholas Hume. Als den Mörder aufgrund der Beweislage nur eine geringe Strafe erwartet, provoziert Hume den Freispruch und nimmt das Recht selbst in die Hand. In einem verzweifelten Zweikampf ersticht er den Täter und löst mit seiner Bluttat einen unerbittlich geführten Krieg aus, der auch den Rest von Humes Familie zum Ziel des tollwütigen Gangleaders macht.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. „Death Sentence“ stammt vom selben Regisseur wie „Saw“, was sich anhand des Blutgehaltes nicht leugnen lässt. James Wan beginnt seinen Film mit verwackelten Homevideoaufnahmen, die von einer Familienidylle erzählen, aber auch von einem Vater, der eindeutig einen seiner Söhne bevorzugt. Etwas ist aus dem Gleichgewicht in dieser so perfekt erscheinenden Familie.

      Nach einem Eishockeyspiel des Sohnes, auf dem Weg nach Hause, mit großen Plänen im Gepäck, ändert sich alles im Leben von Nick Hume und seiner Familie. Sie geraten in den Initiationsritus einer Gang. Wan lässt die beiden aufgepimpten Ghettofahrzeuge zunächst wie Geisterfahrzeuge erscheinen, Spielbergs „Duell“ lässt grüßen, sind die Scheiben schwarz und keine Menschen dahinter zu erkennen. Das ist gruselig und die Gangster bekommen immer noch kein Gesicht, selbst wenn sie den Tankwart kaltblütig erschießen um den zu Initiierenden sein Werk tun lassen zu können: Humes Sohn niederzustrecken.

      Das erste „Gesicht“ bekommt dann auch dieser, selber noch ein Junge und später von der Polizei als „animal“ bezeichnet. Doch vor Gericht weigert sich Hume ihn als den Mörder seines Sohnes staatlich anerkennen zu lassen, da er keine gerechte Strafe erwarten wird. Hume wird selbst zum Mörder, ohne zu wissen, dass der von ihm Getötete unter besonderem Schutz des Oberhauptes der Gang steht. Dessen Zorn entfacht er und der wütet von nun an nach dem Prinzip der Rache und der Gegenrache.

      Seines Lebens wird Hume jedenfalls nicht mehr froh, denn er gibt einfach nicht auf. Immer wieder, fast wie die Monster in Horrorfilmen es oft tun, steht er auf als wolle er dem Prinzip Gegenrache den Beweis erteilen. Und genau diese Wendung des Films, an dem er das erste Mal wiederaufersteht, schwächt ihn. Der Film verliert an Drive und zieht sich streckenweise, ausgerechnet bei den Actionszenen, nur mühsam wie Gummi in der Sonne dahin. Von Spannung kann man nicht sprechen, denn es ist klar, dass es um einen Mord nach dem anderen geht. Außerdem verliert man alle Sympathien für Hume und ist nur noch angewidert von seiner Blutgier.

      Da gibt es Blut, Blut und Blut. Meistens dann, wenn man für einen kurzen Augenblick gerade nicht daran denkt (was kaum möglich ist in den kurzen „Blutpausen“). Wenn einem nicht schon übel von der streckenweise sehr wackeligen Handkamera geworden ist, dann spätestens hier.

      Allerdings kann man Wan auch anders auslegen: die Übelkeit die die Kameraführung vor allem in den Gangszenen auslöst ist vielleicht gewollt eingeplant, als eine Art Sensurround auf Bildebene vielleicht. Diese grobkörnigen Handkameraeinlagen wechseln sich übrigens thematisch mit perfekt gelackten und ruhigen Aufnahmen ab, die für die Szenen in Humes Villa und Büro stattfinden.

      Wan nutzt die Problematiken der amerikanischen Gesellschaft aus, den Gegensatz zwischen Arm und Reich, Ghetto und Suburbia, privilegiert und benachteiligt auf einer möglichst rassenunabhängigen Ebene zu zeigen. Die Rollen sind, außer der perfekten weißen Vorzeigefamilie, bewusst beliebig an gleichermaßen Schwarze, Weiße und Latinos verteilt. Die Gang ist überwiegend weiß und die resolute Polizeikommissarin schwarz. Das fällt auf, denn hier wurde bewusst „politish correct“ und vor allem für die Zielgruppe besetzt.

      Fazit: Brutaler, nur streckenweise spannender Rachethriller, über einen Mann, der seine Familie rächt und dabei nach dem nur allzu bekannten Dezimierungsprinzip bis zum letzten Mann vorgeht.
    2. Death Sentence - Todesurteil: Rachethriller mit Kevin Bacon auf den Spuren von Charles Bronsons Klassiker "Ein Mann sieht rot".

      Vier Jahre nach Charles Bronsons Tod tritt Kevin Bacon das Erbe des Straßenrichters an und sieht rot.

      Von „Death Wish“ zu „Death Sentence“ ist der Weg phonetisch und thematisch nicht weit. Die Romanvorlagen zu beiden Thrillern schrieb Brian Garfield, wobei „Death Sentence“ bereits 1975 als Sequel zu Paul Kerseys Amoklauf in „Death Wish“ („Ein Mann sieht rot“) erschien. Vom Plot blieben in den Fortsetzungen des Charles-Bronson-Hits wie auch in dieser freien Erstadaption nur Spurenelemente übrig. Gemeinsam ist beiden Filmen ein Protagonist, den Familie und Kollegen nur als Mr.Sanftmut kennen, bis er nach einer traumatischen Erfahrung das Recht selbst in die Hand nimmt.

      Damals war es Architekt Kersey, jetzt ist es Versicherungsprofi Hume (Kevin Bacon), der das Glück abonniert zu haben scheint. Hume hat Geld, eine schöne Frau, zwei Söhne, dann allerdings zur falschen Zeit am falschen Ort ein Benzinproblem. In einem miesen Viertel, in dem wohl selbst die Ratten von „Ratatouille“ ihre gute Laune verlieren würden, wird er an einer Tankstelle niedergeschlagen, sein ältester Sohn kaltblütig erschossen. Der Täter, ein Gangmitglied, wird gefasst, doch als der Staatsanwalt nur eine geringe Strafe in Aussicht stellt, sagt Hume nicht aus, nimmt den Freispruch des Mörders in Kauf. Nachts lauert er ihm auf, ersticht ihn im Kampf. Für den Bruder des Getöteten, den Gangleader (Garrett Hedlund), ist das eine Kriegserklärung. Auf offener Straße attackiert er mit seinen finsteren Tattoo-Boys Hume - Ouvertüre einer intensiven mehrminütigen Actionsequenz, die in einem verrückten und rücksichtslosen Duell in einem Parkhaus gipfelt. Hume überlebt, unterschätzt aber die Gefahr, dass nun auch sein Wohnzimmer Gangland werden könnte.

      Nach tragischer Zuspitzung des Klassenkampfs mutiert Hume zum Amokläufer und der stets unter Strom stehende Thriller zur Splatter-Show, bei der „Saw“-Regisseur James Wan seine Vorlieben outet. „Death Sentence“ interessiert sich kaum für die moralischen Verwerfungen von „Selbstjustiz“, konzentriert sich auf die psychisch-physischen Extremveränderungen seines Protagonisten. „Could you?“, abzulesen als Schrift auf einem TV-Gerät, fragt der Film schließlich auch den Zuschauer. Seine eigene Antwort gibt er deutlich, steht der Pioniermentalität näher als einer kritischen Distanzierung. Allerdings mit einer lustvoll überzogenen, die Grenze zur Satire streifenden Note, die schließlich nach „Ein Mann sieht rot“ auch den „Taxi Driver“ ins Spiel bringt. Im Unterschied zu Travis Bickle oder auch Paul Kersey jedoch nicht stoisch, sondern auf Speed. kob.

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