Das Meer in mir (2004)

Originaltitel: Mar adentro
Das Meer in mir Poster

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Filmhandlung und Hintergrund

Das Meer in mir: Aufwühlendes Melodram von "The Others"-Regisseur Alejandro Amenábar über einen authentischen Fall von Sterbehilfe.

Seit einem Tauchunfall im Alter von 25 Jahren ist Ramón Sampedro (Javier Bardem) vom Hals abwärts gelähmt und auf ständige Hilfe durch Freunde, Verwandte und Maschinen angewiesen. Für Ramon, einst ein begeisterter Sportler und Seefahrer, ist das kein Zustand. Lieber möchte er bewusst sterben, als in einem Leben ohne Freude dahin zu vegetieren. Gemeinsam mit der Anwältin Gené (Clara Segura) streitet er für sein Recht auf den Tod, weckt das Interesse der Medien und ist auch durch die aufrichtige Liebe einer Frau nicht von seinem Entschluss abzubringen.

“Ich bin ins Leben verliebt. Deshalb will ich etwas besseres” (Ramón Sampedro). Alejandro Amenábar (“The Others”) erzählt in diesem aufwühlenden, die aktuelle Kontroverse zum Thema Sterbehilfe kreativ befruchtenden Melodram eine wahre Geschichte. Der Film wurde mit dem Golden Globe ausgezeichnet.

Die wahre Geschichte eines querschnittsgelähmten Spaniers, der 30 Jahre lang um sein Recht auf den Tod kämpfte: Dies ist das Thema des lang erwarteten ersten Films von Alejandro Amenábar nach seinem internationalen Hit “The Others”, mit dem er ebenfalls im Wettbewerb am Lido vertreten war. Javier Bardem spielt die Hauptrolle des Ramon Sampedro, der mit Hilfe zweier Frauen – einer Anwältin und einer Fabrikarbeiterin – seinen jahrzehntelangen Kampf zu einem Ende bringt. Amenábar schrieb selbst das Drehbuch zusammen mit seinem “Abre los ojos”-Koautoren Mateo Gil.

In seinen Gedanken ist Ramón immer noch jung, agil und bei den Frauen beliebt. Doch die Realität ist bitter, ist der hochintelligente Mann doch seit einem Badeunfall vor 27 Jahren vom Hals abwärts gelähmt. Schon lange will er sich freiwillig aus diesem Dasein verabschieden. Doch dazu würde er Hilfe brauchen – und die versagen ihm Staat und Kirche; und sogar der eigene Bruder, in dessen Haus er lebt, aufopferungsvoll gepflegt von seiner Schwägerin. Erst das Auftauchen der lebenslustigen Rosa lässt seinen Wunsch in greifbare Nähe rücken.

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Kritikerrezensionen

  • Der Tod ist für den Spanier Alejandro Amenábar ein Faszinosum. Nach dem düsteren Mystery-Thriller “The Others” greift er in “Mar Adentro” das brisante Thema Sterbehilfe auf. Basierend auf dem Buch von Ramón Sampredo, der seinem Leben bewusst ein Ende setzte, plädiert er ohne pädagogischen Zeigefinger für Selbstbestimmung des Individuums und sorgte damit auf dem Lido für kontroverse Diskussionen und für volle Kassen in den spanischen Kinos.

    “Ich bin ins Leben verliebt. Deshalb will ich etwas besseres”: Ramón Sampedro wählte im Alter von 55 Jahren den Tod und entfachte damit 1998 eine hitzige Debatte um die Beihilfe zum Suizid. Für den in Chile geborenen Amenábar war es nur logisch, das Schicksal dieser Symbolfigur für den Kampf um ein würdevolles Sterben zu verfilmen, geht es doch um die für ihn existenzielle Beziehung zwischen Mensch und Tod. Und so nimmt er mit auf eine Reise nach Galizien, hinaus auf die See und in die innere Welt eines Mannes, der nach einem Badeunfall vom Hals abwärts gelähmt und 30 Jahre auf die Hilfe von Verwandten und Freunden angewiesen war. Was ihm blieb von der Außenwelt war der Blick aus dem Fenster auf das Meer, die Träume von einem anderen Dasein. Die intellektuelle Juristin Julia unterstützt ihn bei der Auseinandersetzung mit der Justiz, auf der anderen Seite versucht die herzliche und einfache Arbeiterin Rosa ihn von der Wertigkeit eines jeden Lebens zu überzeugen. Wenn Sampredo vor laufender Videokamera Gift trinkt, spart Amenábar auch nicht die quälenden Minuten bis zum Exitus aus. Er nimmt sich die Freiheit, die Charaktere der beiden Frauen neu zu zeichnen bzw. aus verschiedenen anderen zusammenzusetzen, die Ramón umgaben und auch Liebesgefühle für ihn hegten. Weiterhin fokussiert er sich auf das Vater-Sohn ähnliche Verhältnis des Gelähmten zu seinem Neffen, die Beziehung zu seiner Schwägerin und zu seinem Bruder, einem entschiedenen Gegner der Sterbehilfe.

    “Mar Adentro” ist weder prätentiöses Rührstück mit massiver musikalischer Unterstützung noch – wie die Deutsche Hospitz Stiftung behauptet – eine unrealistische “Propaganda für Euthanasie”, sondern ein aufwühlendes Melodram, das dem Zuschauer zwar Tränen entlockt, aber nie in gefälligen Kitsch abgleitet. Dafür sorgt schon der trockene Humor, der jegliche falsche Sentimentalität relativiert und für die nötige Erdenschwere sorgt. Und wenn der bildverliebte Regisseur mal wieder in Poesie und Kamerafahrten über die galizische Landschaft und das Meer schwelgt, ist es Javier Bardem (verdient mit der Coppa Volpi als Bester Darsteller ausgezeichnet), der mit einer irritierenden Mischung aus Trauer und Selbstironie jeglicher Gefühlsdusselei einen Riegel vorschiebt. mk.

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