Das Mädchen aus dem Wasser

  1. Ø 3.5
   2006
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Filmhandlung und Hintergrund

Das Mädchen aus dem Wasser: Im neuen Film von "Signs"-Regisseur M.Night Shyamalan verirrt sich eine Wassernymphe folgenreich in die Welt der Menschen.

Cleveland Heep (Paul Giamatti), Hausmeister einer kleinen Appartementsiedlung, staunt nicht schlecht, als er eines Abends eine veritable Meerjungfrau (Ron Howards Tochter Bryce Dallas Howard) aus dem Pool seiner Anlage fischt. Die Dame scheint frisch einem Märchen zu entstammen. Cleveland entdeckt jedenfalls staunend Parallelen, auch scheinen er und die Mieter Rollen darin zu spielen. Fragt sich nur, wer die bösen Kreaturen sind, vor denen sich seine neue Freundin so furchtbar fürchtet.

In seinem ersten Film für Warner nach vier Blockbustern für Disney variiert Atmosphärezauberer M. Night Shyamalan („Signs„, „The Sixth Sense„) eine Gutenachtgeschichte, die er einst für seine Kinder schrieb.

Cleveland Heep ist ein einfacher Hausmeister, der sich rührend um seinen Appartmentkomplex sorgt. Eines Abends rettet er aus dem Swimmingpool eine junge Frau, die sich nicht nur als waschechte Meerjungfrau entpuppt, sondern als Figur eines Kindermärchens, zu dem auch er und die Bewohner des Wohnblocks gehören. Um die Meerjungfrau auf dem Weg zurück in ihre Welt vor todbringenden Kreaturen zu beschützen, arbeitet er mit seinen Freunden zusammen und ist sogar bereit, sein Leben zu geben.

Hausmeister Cleveland Heep fristet zwischen durchgebrannten Glühbirnen und kaputten Wasserhähnen im heruntergekommenen Wohnblock The Cove ein trostloses Dasein. Im Swimmingpool des Appartementkomplexes findet er eines Nachts ein Mädchen, das auf den Namen Story hört, und was sie erzählt, klingt rätselhaft: Sie ist eine Nymphe auf der Flucht vor grausamen Kreaturen, die ihre Rückkehr in die Heimat verhindern wollen. Schon bald wird den Mietern klar, dass ihre Schicksale mit dem von Story aufs Engste verknüpft sind.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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    "Die Menschen haben verlernt zuzuhören." Mit dieser Botschaft beginnt der Film, der eine uralte asiatische Sage von der Beziehung zwischen dem Volk der Meerbewohner und den Menschen erzählt. M. Night Shyamalan inszeniert den mythischen Stoff in der Ist-Zeit: Der Hausmeister eines multikulturellen US-amerikanischen Wohnblocks wird eines Abend mit einer Meerjungfrau konfrontiert, deren Leben von dunklen Mächten bedroht ist. Er will sie retten, und sie schenkt ihm dafür das Leben.

    Doch "Das Mädchen aus dem Wasser" bietet weit mehr als Fantasy und Horror. Shyamalan spielt in exzellenter Weise mit den bekannten Elementen der beiden Genres und bricht sie ironisch. Einerseits zeigt sein Werk die romantische Geschichte eines verzweifelten Menschen, der durch die Kraft anderer und die Kunst des Zuhörens gerettet wird.

    Auf der anderen Seite liefert Shyamalan Reflexionen über die Techniken des filmischen Erzählens, die auf sehr witzige Weise eine "Brecht'sche Distanz" zwischen Zuschauern und Figuren hervorruft. Er setzt Narration und Semiotik als tragende Erzählmomente ein, welche die Handlung weiter treiben. Inszenierung, Kameraarbeit, Schnitt, vor allem aber das Spiel der exzellenten Darsteller unterstützen diese Strategie: Der Film läßt jeder Nebenrolle Raum, sich zu entwickeln; ihre liebevoll ausgemalten Ticks sind ein weiterer Grund, sich den sehr intelligenten Film anzusehen.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • M. Night Shyamalan ist mit seinen ruhigen, fast schon traumwandlerischen Thrillern berühmt geworden. Diese nutzen bekannte Genres aus, um noch etwas mehr zu erzählen. Zumeist tiefstmenschliche Themen, eingebettet in ausgesuchte Bilder, verpackt in einen aufregend ruhiger Erzählstil: Das ist das Markenzeichen des indischstämmigen Hollywood-Wunderknaben. Garniert sind seine Werke meist noch mit einer verblüffenden (freilich nie selbstzweckhaften) Pointe. Legendär ist die Auflösung von „The Sixth Sense“, die schon fast sprichwörtlich geworden ist und die Leute in die Kinos trieb.

    Nach „Unbreakable“, „Signs“ und zuletzt „The Village“ präsentiert uns der Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Schauspieler nun mit „Das Mädchen aus dem Wasser“ eine Gute-Nacht-Geschichte, die er sich für seine Tochter ausgedacht hat. Dabei bleibt er sich treu, beschreitet zugleich aber auch neue Wege. Wohl wissend, was er uns angesichts dieser Fantasy-Erzählung zumuten kann und was nicht.

    Tatsächlich ist Shyamalans Buch, ansonsten immer bis ins letzte ausgefeilt, bei „Lady in the Water“ etwas schluderig geraten, was aber kein Nachteil ist, im Gegenteil. Der Geschichte, die eine eigene Mythologie entwirft, und in welche mit einer schönen Strichmännchen-Vorrede zu Beginn des Films eingeführt wird, hätte allzu viel Ausgeklügeltheit schlecht angestanden, Tatsächlich ist Shyamalan auch hier noch immer ein bisschen zu schlau. Hinweise auf die Geschichte der Figuren, gestreute Attribute – sie müssen schließlich doch eingelöst werden bzw. einen Zweck haben: „Aha, hierhin gehört dieses Puzzle-Teil!“

    Doch man merkt immerhin, wie viel mehr an Geschichte(n) und von den herrlich skurrilen, gottlob aber selten lächerlichen Figuren er in der Hinterhand hatte. Dass dann hier und da ein paar Löcher bleiben, ist nicht nur verständlich sondern tut fast schon Not.

    Tatsächlich hätte „Das Mädchen aus dem Wasser“ ein unerträglich kitschiger Film werden müssen. Die Geschichte um die Nixe Story (wenn auch mit Beinen und ohne Schwanz), die von dem kleinen Hausmeister aufgenommen und beschützt wird, ist geradezu dafür gemacht. Da geht es ums Auserwählt-Sein, um die Rollen, die das Schicksal jedem zuschreibt. Auch Shyamalan selbst lässt es sich nicht nehmen, diesmal wieder mitzuspielen, hier als Schriftsteller, dessen Buch (nun, da er von Story „erweckt“ wurde), die Welt verändern wird. Die Hauptfigur Cleveland wiederum kann sich endlich dem Trauma, welches ihn zum phlegmatischen Hauswart gemacht hat, stellen. Auch eine „E.T.“-gemäße Wiedererweckung gibt es.

    Doch dass der Film keine Gefühlsdusselschnulze voll klebrigem Pathos geworden ist, ist Shyamalans größter Verdienst. Dafür ist er über seinen Schatten gesprungen, hat die übliche, aufreizend ruhige und fast schon schwebende Stimmung über Bord geworfen und dafür etwas voll eingeholt, was bestenfalls in kleinen Seitenmomenten bislang bei ihm zu finden war: Humor.

    „Das Mädchen aus dem Wasser“ ist unglaublich komisch geworden. Dabei kommt der Witz, seinem „Element“ zum Trotz, äußerst trocken daher. Shyamalans Film bricht sofort und erfolgreich immer dann ironisch aus dem Genre-Ernst aus, wenn der in seinen typischen Fantasy-Stationen überhand nimmt. Die Offenbarung über Hintergrundgeschichte der „blauen Welt“ sind keine getragenen Erklärungen eines weisen Zauberers sondern die Gute-Nacht-Geschichten einer unwirschen Japanerin, die nur unwillig – und gedrängt und gedolmetscht von ihrer flippige Tochter – auspackt. Derweil der Zeichenleser, der das weitere Vorgehen deuten soll, selbiges über die „geheimen Botschaften“ der Cornflakes-Packungen tut. Ach ja, und das „Orakel“, das Cleveland Tipps für die Suche seinen „Helden“ gibt, ist ein staubtrocken-sarkastischer Filmkritiker (famos: Bob Balaban).

    Überhaupt steht und fällt der Film mit seiner genialen Besetzungen, allen voran der kleine, knuddelige Hobbit Paul Giamatti („Sideways“, „American Splendor“). So schön resigniert kann er schauen, wenn der ganze Fantasy-Humbug, in den er da geschliddert ist, überhand nimmt. Oder, für die japanische Oma, den netten aufmerksamen Buben mit Vertrauen heischendem Grinsen (eben gerade nicht) spielen. Dann aber wieder, an seinem emotionalsten Punkt im gesamten Film, zeigt Giamatti, was er wirklich kann und weshalb er schon lange den Oscar verdient hat: Höchst pathetisch ist der Moment, doch dank Giamatti sehen wir nicht den Kitsch der Situation sondern den „echten“ Menschen darin. Man braucht sich nur den chronischen Gutmenschen Tom Hanks in der Rolle vorzustellen, um zu sehen, wie dicht aber sicher Shyamalan mit „Das Mädchen aus dem Wasser“ am Abgrund entlang geschliddert ist.

    Gleiches gilt für Bryce Dallas Howard, die Shyamalan aus „The Village“ mitgebracht hat. Eine andere Darstellerin für die Nymphe Story und der Film wäre kaputt. Doch Howard ist schon so ein entrücktes, ätherisches Wesen, dass sie kaum etwas zu spielen hat. Und doch, wenn sie Cleveland ihre Angst und Zweifel angesichts der Rolle als Auserwählte gesteht, ist das „wirklich“ und meilenweit entfernt von einem prädestinierten König Aragorn eines „Herrn der Ringe“.

    Zuletzt umsegelt Shyamalan auch filmisch alle Klippen. Sein Kameramann Christopher Doyle hat schon für Wong Kar-Wai („In the Mood for Love“, „2046“) gearbeitet. Hier liefert er so manches Mal schmuddelige Bilder – intelligente, aber völlig ungeklackte. Da wird schon mal aus der Hand gedreht, ist Cleveland nur im Anschnitt im Bild, da wird mit der Schärfe gespielt. Das wird nicht den ganzen Film so konsequent durchgezogen wie am Anfang. Aber doch lange und weit genug, um sich deutlich von Shyamalans bisheriger elaborierter Bildgestaltung abzusetzen. Auch die Animation der Bestie, die Gras Story auflauert, ist gelungen. Zumal sie weitgehend indirekt und oft im Dunkeln zu sehen ist.

    Das ist freilich Shymalans Gesamtkonzept, mit dem er sein Kindermärchen über alle Hürden hebt: Einfach genug und dabei zielsicher das richtige nicht (oder nur andeutungsweise) zu zeigen. Zu erzählen. Uns auf die Nase zu binden.

    Mag auch die wunderbare Musik von Altmeister James Newton Howard noch zu „reinrassig“ sein, mögen die humorigen Distanzmittel sich zum Ende hin erschöpfen, sich erzählerische Längen einschleichen, und hätte sich Shyamalan besser statt zu schauspielern lieber auf seine vielen anderen übergroßen Fähigkeiten beschränkt: Aus „Das Mädchen aus dem Wasser“ ist eine hintersinnige, eigentlich unmögliche Mischung aus Hitchcocks „Fenster zum Hof“ und „Herrn der Ringe“ geworden, präsentiert als „The Big Lebowsky“-Version der Coen-Brüder.

    Wie wenig der Film denn auch die oberflächlichen Untiefen eines Disney-Films in sich birgt, zeigt sich schon allein daran, dass sich Shyamalan mit eben diesem Konzern über „Das Mädchen aus dem Wasser“ heillos zerstritten hat.

    Fazit: M. Night Shymalans neuester Streich ist ein skurriler wie hintersinniger Fantasyfilm geworden, der mit viel Humor und Selbstironie, vor allem aber einer phantastischen Besetzung die eingeschriebenen Kitsch-Untiefen meistert.
  • Eine rare Spezies sind Pool-Nixen eigentlich nicht. Eine besondere aber stellt M. Night Shyamalans neuer Film unter Artenschutz, wird sie doch von wilden Wesen bedroht.

    Was als Gute-Nacht-Geschichte begann, beendete nach vier Filmen in Serie (darunter „Signs – Zeichen“) Shyamalans Beziehung zu Disney. Mit neuem Großverleih im Rücken versucht er nun die Abnabelung vom Erfolgsrezept Gruselküche mit finalen Überraschungen zu servieren. „Das Mädchen aus dem Wasser“ nahm seinen Anfang als improvisiertes Märchen, mit dem er seine Töchter zu Bett schickte. Um den Kindern Albträume und vielleicht später teure Therapien zu ersparen, mischte er Humor in die fantastische Geschichte, die überdies eine Botschaft vom menschlichen Miteinander, von der Verbindung des Einzelnen zur Gemeinschaft transportieren soll. Mit dem Ergebnis, dass jetzt auch die Tonart der Verfilmung verwegen zwischen Spannung, Predigt und Humor wechselt. Im Prolog wird erzählt, wie sich einst die Welt der Menschen von der des Wassers löste. Übersetzt: wie sich der Erwachsene von seiner kindlichen Seele entfernte. In einer Wohnanlage, die in Design und Umfeld der Realität entrückt wirkt, residieren die Mieter anonym und offensichtlich etwas heruntergekommen. Der Hausmeister (Charakterstar Paul Giamatti) gibt sein Bestes, ist aber wegen eines privaten Traumas selbst heilungsbedürftig. Als er im Pool ein kindlich wirkendes Naturwesen (Bryce Dallas Howard) entdeckt, das auf den Namen Story hört und auch eine zu erzählen hat, verändert sich sein Leben und das einiger Mieter. Das nymphenartige Geschöpf wird zur Inspiration eines im Wohnblock lebenden Autors, der einmal selbst einen Jungen zu großen politischen Taten motivieren wird. Shyamalan lässt sich die Rolle dieses Präsidentenmachers nicht nehmen und beugt möglicher Kritik daran vor, indem er einen Mieter, Typ frustrierter Filmkritiker, seinen Part in dieser Geschichte selbstreflexiv überdenken lässt, bevor er ein blutiges Ende findet. Dieser Tod, der in einer Kindererzählung als Komödie inszeniert ist, gibt Rätsel auf – wie insgesamt das letzte Drittel des Films, in dem Menschen ihre Berufung entdecken, um Story die Rückkehr in ihre Welt zu ermöglichen. Nicht alles fügt sich rund ein in diesem Mix aus Drama, Komik und Weltverbesserung. Suspense aber entwickelt Shyamalan auch hier mit Finesse. Viele Szenen mit der Wolfs- und Hyänenkreatur, die ein Nymphenleben beenden will, zeigen seine Qualitäten in der Erzeugung von Spannung und Atmosphäre. Doch seine Affinität zu Hitchcock, den er mit einem Dolly-Zoom à la „Vertigo“ zitiert, ist nur stilistisch. Inhaltlich arbeitet er in einer anderen Galaxis als der im Menschenbild viel skeptischere und ironischere Master of Suspense. kob.

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