Das größte Spiel seines Lebens

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   2005
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Filmhandlung und Hintergrund

Das größte Spiel seines Lebens: Nach einer wahren Geschichte erzähltes Golfmärchen über ein Arbeiterkind, das 1913 als Außenseiter die US Open gewinnt.

In Massachusetts zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckt Francis Ouimet (Shia LaBeouf), Sohn armer irischer Einwanderer, sehr zum Misstrauen seines traditionell denkenden Vaters (Elias Koteas) seine Leidenschaft für den Golfsport. Erst macht er sich als Caddy nützlich, später sogar als Jugendspieler auf dem Gelände eines unmittelbar benachbarten, noblen Golfclubs. Als dort der britische Champion und Oberklasse-Snob Harry Vardon (Stephen Dillane) den bereits sicher geglaubten Weltmeistertitel abholen will, erwächst ihm ausgerechnet in Francis ein zäher Überraschungsgegner.

Elemente typischer US-Sportlerdramen treffen auf ein authentisches Zeitportrait, wenn sich der Schauspieler und Teilzeitregisseur Bill Paxton der wahren Geschichte eines selten besungenen Helden annimmt.

Weil sein Vater es für unangemessene Träumerei hält, zieht sich Arbeiterkind Francis vom Golfsport zurück. Als 1913 aber sein Idol, der britische Champion Vardon, an den US Open teilnimmt, entflammt Francis\‘ Leidenschaft erneut. Der hoch talentierte Ex-Caddy qualifiziert sich nicht nur als totaler Außenseiter für das bedeutende Turnier, sondern schickt sich sogar an, es zu gewinnen.

Für den Arbeitersohn Francis Ouimet gibt es nichts Schöneres als das Golfspiel – vielleicht auch weil er unglaubliches Talent für den Sport besitzt. Da sein Vater aber strikt gegen eine Karriere als Profi-Golfer ist, nimmt der Caddy von seinem Traum Abstand. Als jedoch 1913 der britische Champion Harry Vardon, Francis\‘ großes Idol, zu den US-Open anreist, entflammt die Leidenschaft des jungen Mannes erneut. Nicht nur qualifiziert er sich als Außenseiter für das bedeutende Turnier, er schickt sich sogar an, es zu gewinnen.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • „Das größte Spiel seines Lebens“ verfilmt einen Klassiker in der Geschichte des Golfsports: 1913 trat der unbekannte, erst 20-jährige Amerikaner Francis Ouimet gegen den berühmten britischen Profigolfer Harry Vardon an. Regisseur Bill Paxton hat daraus einen spannenden, vielschichtigen und virtuos bebilderten Film gemacht, der nicht nur Golfliebhaber fesseln kann.

    Harry Vardon und der junge Francis Ouimet haben einiges gemeinsam: Sie waren beide früher Caddies, stammen aus der Arbeiterklasse und werden von den reichen Golfern geschnitten. Doch schon als Kind fasziniert Francis die Aussage Vardons: Es gebe nur zwei Arten von Golfspielern – diejenigen, die ihre Nerven unter Kontrolle haben und Spiele gewinnen, und die anderen. Beide versuchen auf dem Golfplatz, nicht immer mit Erfolg, ihre Kränkungen, Ängste und Ablenkungen auszublenden und sich ganz auf das Ziel zu konzentrieren.

    Als es zu ihrer Begegnung bei den U.S. Open kommt, wissen die Zuschauer bereits, warum die Hände von Harry Vardon manchmal zittern: Es sind Erlebnisse von Ausgrenzung wegen seiner armen Eltern, die dem Champion immer noch zu schaffen machen. Und Francis tritt gegen den Willen seines Vaters an. Doch Vardon und Francis haben noch mehr gemeinsam: Sie sind leidenschaftliche Golfer und als Persönlichkeiten ganz und gar uneitel. So ist es nur konsequent und die erfrischendste Nebenhandlung des Films, dass Francis einen zehnjährigen dicken Jungen zu seinem Caddie wählt. Der gibt ihm altkluge, aber wichtige Ratschläge.

    Um alle diese Geschichten von sozialen Schranken und dem Kampf der Hauptfiguren um ihre freie Entfaltung zu erzählen, entführt die Inszenierung in verschiedene Milieus, die sorgfältig beleuchtet werden. Auf dem Golfplatz verdichten sich diese Herkunftslinien dann zu einem virtuosen Kameraspiel um den Ball und die Anspannung in den Köpfen der Sportler. Zoomfahrten zur weit entfernten Zielstange, der Ball von unten fotografiert, sein Kullern, das die Zuschauer auf Augenhöhe verfolgen, Überblendungen, unscharfe Schwenks auf das Publikum, Aufnahmen über den Köpfen der Spieler, ihre Gesichter in schnellen Schnitten gegeneinander montiert. So wird Golf zum Filmabenteuer.

    Das lustvolle Kameraspiel spiegelt die Entwicklung der beiden Golfkontrahenten während des Turniers wider. Sie bekämpfen sich nicht gegenseitig, sondern führen einen Psychokampf mit sich selbst. Immer wieder aber werden sie von der sportlichen Herausforderung beflügelt. Konzentration und Anspannung führen dabei zu fast halluzinatorischen Erlebnissen. Wie in Zeitlupe werden manche Augenblicke für Francis und für Vardon zu Ewigkeiten, die ein Eigenleben zu führen beginnen, dann wieder verschwimmen sich überschlagende Eindrücke wie im Rausch.

    Es ist für den Film ein großes Plus, dass er die Sympathien nicht einseitig auf einen Sportler ausrichtet. Der einsame Gentleman Vardon wird ebenso überzeugend von Stephen Dillane gespielt wie der jugendlich-unschuldige Francis von Shia LaBeouf. So kommen Zuschauer, die einen guten Unterhaltungsfilm erwarten, auf ihre Kosten. Aus dem relativ simplen und antiquierten Stoff hätte auch ein klischeehafter Dutzendfilm werden können. Hier aber machen ein leidenschaftlicher Regisseur und eine kreative Kameraarbeit daraus ein Erlebnis für Kinogänger.

    Fazit: Nicht nur für Freunde des Golfsports: Sehr gut inszenierte Unterhaltung mit optischen Höhenflügen.
  • Nach Horror in „Dämonisch“ wechselt Schauspieler Bill Paxton in seiner zweiten Regiearbeit komplett die Farben: mit einem formelhaften, aber sympathischen Sportmärchen.

    Wie schwer sich die Faszination von Golf im Kino vermitteln lässt, zeigte zuletzt Robert Redfords „Die Legende von Bagger Vance“. Paxton bemüht sich sichtbar, das statische Spiel zu beleben. Bälle, die zum Mitfliegen einladen, werden häufiger eingesetzt als bei Redford. Spektakulärer visualisiert ist auch das Fokussieren der Spieler, wenn mit der Konzentration die Umgebung ausgeblendet wird. Eine schöne Idee ist es auch, dem gesellschaftlichen Druck ein Gesicht zu geben. „Das ist ein Spiel für Gentlemen“ weisen vier Männer in Schwarz mit mächtigen Hüten den jungen Harry Vardon im Prolog zurecht. Ein unheimliches Bild, das den Aufsteiger aus der britischen Unterschicht immer verfolgt, wenn er als Spitzengolfer in das Revier der Nobelklasse eindringt.

    Jahre später führt das Drehbuch Vardon und sein US-Pendant zusammen. Francis Ouimet (Shia LaBeouf) begegnet dem Champion (Stephen Dillane) bei einem PR-Termin. Aus dem mittellosen Bewunderer wird im Laufe der Jahre ein Caddy und hoch talentierter Golfer, der sich jedoch auf Wunsch des Vaters in das Milieu zurückzieht, das einem Arbeiterkind vermeintlich zugewiesen ist. Als Vardon 1913 an den US Open teilnimmt, streift Francis die väterlichen Fesseln ab, qualifiziert sich als totaler Außenseiter für das Prestige-Turnier und zeigt der Nation und ihrem Geldadel, dass der amerikanische Traum keine Illusion ist. Dieses Turnier, das Ouimet tatsächlich mit einem zehnjährigen Caddy gewann, ist das Herzstück dieses Aufstiegsmärchens, in das auch noch die Bewunderung einer unerreichbaren Society-Schönheit eingebunden ist.

    Ausgesprochen originell bei allem Vertrauten ist das parallele Arrangement der durch den Atlantik getrennten, in den Erfahrungen aber verbundenen Außenseiter und ein Caddy-Knirps, der im letzten Drittel frech und witzig das größte Spiel an sich reißt. kob.

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