Filmhandlung und Hintergrund

Viertes Action-Spektakel aus der Bourne-Reihe, in dem sich Jeremy Renner ("The Hurt Locker", "Mission: Impossible IV") als Nachfolger von Matt Damon beweist.

Aaron Cross ist einer von sechs Superagenten des streng geheimen Regierungsprogramms Outcome. Als durch Jason Bourne das CIA-Programm Treadstone öffentlich gemacht wird, droht auch Outcome die Enttarnung durch die aufmerksam gewordenen Medien. In dieser Situation entscheidet sich Byer, Initiator dieser und anderer Programme, alle Agenten und Mitarbeiter von Outcome auszulöschen. Damit beginnt auch die Treibjagd auf Cross und eine Wissenschaftlerin, die beide auf atemloser Flucht bis nach Manila führt.

Aaron Cross wurde wie Jason Bourne in einem Regierungsprogramm zum Superagenten ausgebildet und muss sich einer Treibjagd erwehren. Viertes Abenteuer der „Bourne“-Reihe, in dem Jeremy Renner die Staffel von Matt Damon übernimmt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Als Matt Damon nach dem dritten Teil der Bourne-Reihe "Das Bourne Ultimatum" vom definitiv letzten Film sprach, sollte er nur teilweise Recht behalten wie sich heute zeigt. Zwar war "Das Bourne Ultimatum" aus dem Jahr 2007 der letzte Film mit Matt Damon als Jason Bourne, doch die Filmemacher haben sich für eine Fortsetzung der Reihe entschieden - und wenn es sein musste eben auch ohne ihren alten Hauptdarsteller. Zwar ließe das Ende der Trilogie auch eine Fortsetzung mit Matt Damon zu, Tony Gilroy - Drehbuchautor und geniale Kopf hinter der Filmreihe - entschied sich als Regisseur von "Das Bourne Vermächtnis" aber für eine viel originellere und vor allem für die Zukunft vielversprechendere Variante: einen neuen Helden aus einem "Treadstone"-Nachfolger-Programm.

      Dieser geniale Schachzug verspricht einige Vorteile gegenüber einer Weiterverfolgung des alten Agenten. Zum einen können so "Die Bourne Identität" (2002), "Die Bourne Verschwörung" (2004) und "Das Bourne Ultimatum" (2007) als eigenständige "Jason Bourne"-Trilogie innerhalb des Spionage-Franchise verstanden werden. Zum anderen entgehen den Filmemachern damit praktischerweise der Gefahr, aus mangelnden Weiterentwicklungsideen dem Publikum nur noch seichte Sequels zu liefern. Eine neue Hauptfigur birgt natürlich erhebliches Potenzial für die weitere Geschichten-Entwicklung, wenn man so will einen Neustart.

      Basierten die drei ersten Filme noch auf Robert Ludlums Romanvorlage, erweitert Tony Gilroy diese nun um eine spannende Parallelstory, die eine noch viel weitreichendere Verschwörung aufdeckt. Ohne Frage ein riskantes Unterfangen, dass wenn dann nur vom "Bourne"-Brain Gilroy umgesetzt werden konnte. Nachdem sich der Drehbuchautor mit seinem Stamm-Regisseur Paul Greengrass zerstritten hat, setzte er sich kurzerhand selbst in den Regiestuhl- und liefert mit „Das Bourne Vermächtnis“ nach „Michael Clayton“ (2007) und „Duplicity“ (2009) einen dritten prominent besetzten Thriller, der sich wirklich sehen lassen kann.

      Jeremy Renner ("The Avengers", "Mission Impossible - Phantom Protokoll") ist der neue Held des "Bourne"-Universums. Vom bisherigen Nebendarsteller des Blockbuster-Kinos wurde er zum neuen Protagonisten eines überaus erfolgreichen Franchises. Matt Damons große Fußstapfen warteten darauf von Renner gefüllt zu werden, doch das versuchte der Kalifornier gar nicht erst. Musste er auch nicht, denn schließlich spielt er nicht Jason Bourne, sondern Aaron Cross. Einen anderen Charakter mit komplett anderen Zügen. Er ist kontrollierter, wirkt noch professioneller und zäher als sein Vorgänger. An seiner Seite steht Oscar-Preisträgerin Rachel Weisz („Der ewige Gärtner“), die auch diesmal eine souveräne Schauspielleistung abliefert.

      Fazit: „Das Bourne Vermächtnis“ ist ein intelligentes Sequel, das bestens funktioniert.
    2. Das Bourne Vermächtnis: Viertes Action-Spektakel aus der Bourne-Reihe, in dem sich Jeremy Renner ("The Hurt Locker", "Mission: Impossible IV") als Nachfolger von Matt Damon beweist.

      Mit einem neuen Superagenten im Visier allmächtiger Geheimdienste öffnet das Erfolgsfranchise ein neues actionreiches Kapitel.

      Dass jeder obsolet werden kann, musste bereits Jason Bourne erfahren, erlebt jetzt auch sein populärer Darsteller Matt Damon, der von Jeremy Renner, zuletzt auf Superheldeneinsatz in „Marvel’s The Avengers“, kongenial ersetzt wird. An die Stelle des verstockt-effizienten Geheimdienstkillers der Vorgängerfilme lässt Renner einen vergleichbar kompetenten, aber emotionaler und humorvoller wirkenden Mann treten, der auch für seine erworbenen Fähigkeiten kämpft. Tony Gilroy, Drehbuchautor der „Bourne“-Reihe, entwirft mit seinem Bruder Dan ein überschaubar komplexes, geradlinig und glaubwürdig erzähltes Szenario, das die Brücke zur Vergangenheit schlägt, aber das „Bourne“-Universum mit der Einführung neuer Geheimdienstprogramme für weitere Fortsetzungen öffnet.

      Im Mittelpunkt steht Aaron Cross, einer von sechs Agenten des streng geheimen Outcome-Programms, die durch biologisch-pharmakologische Eingriffe stärker, widerstandsfähiger und smarter wurden. Weil der Prozess reversibel ist und Cross wieder auf das bescheidene Intelligenzlevel seiner ursprünglichen Identität zurückfallen könnte, geht es bei ihm auch um die Konservierung seiner mentalen Konstitution, die Überleben in seiner Branche langfristig erst möglich macht. Fast 30 Minuten blickt der Film zurück, zeigt eine Welt, die parallel zu der Bournes existierte, und Byer (Edward Norton), den Drahtzieher im Hintergrund, der schließlich eine skrupellose Entscheidung trifft, als mit der Enttarnung des Treadstone-Programms am Ende von „Das Bourne Ultimatum“ auch die anderen Geheimoperationen von Enthüllung bedroht sind. Als Byer den Befehl gibt, alle Agenten und Mitarbeiter von Outcome auszulöschen, beginnt die Flucht des neuen Helden mit einer Wissenschaftlerin, die erst in Manila endet.

      Konzentriert sich der Anfang fast ausschließlich auf die Einführung der Charaktere und den Aufbau der Bedrohung, folgt auf diese verhaltene Phase, die Spannung aus Misstrauen bezieht, der Actionmodus, werden militärische Drohnen und aggressive Wölfe ausgetrickst, Killer ausgeschaltet und schließlich in Manila ausgedehnte Verfolgungsjagden durch labyrinthisches Häuser- und Straßenchaos inszeniert. Die vertraute Intensität behält diese Fortsetzung, die erfolgreich Verbindung und Neuororientierung leistet, auch mit dem neuen Regisseur Gilroy bei. Weisz und Renner runden mit engagierten Darstellungen den Gesamteindruck ab, dass „Das Bourne Vermächtnis“ der bisher beste Thriller des Jahres ist. kob.
      1. Oberflächlich gefälliges, aber inhaltlich sehr mageres Anhängsel der Bourne-Trilogie, das von den Schauspielern halbwegs gerettet wird.
      2. „Wertvoll”

          Die beiden geheimen Regierungsprogramme Treadstone und Outcome dienen der CIA als wichtige Spionage-Einheiten. Als Treadstone auffliegt, ist Outcome jedoch auch nicht mehr sicher und der Geheimdienst beschließt, alle beteiligten Agenten zu eliminieren, bevor Informationen ans Tageslicht gelangen. Zu schwerwiegend waren die Erfahrungen mit Agent Jason Bourne, der immer noch nicht gefasst wurde. Als dann aber Agent Aaron Cross auf der Bildfläche erscheint, der sich seiner „Eliminierung“ konstant entzieht und mit Marta, einer ehemals am Programm beteiligten Wissenschaftlerin, flieht, wird es für den Geheimdienst höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen. Und die Jagd auf Aaron Cross über den ganzen Globus beginnt. Der vierte Teil der Bourne-Reihe ist der erste, bei dem Tony Gilroy in den Regiestuhl wechselt. Und doch hat sich nichts an der spannenden actiongeladenen Mischung geändert, die auch bisher die Filme bestimmte. Ausgetüftelte Verfolgungsjagden geizen nicht mit Nervenkitzel und großen Stunts, und das Katz-und-Maus-Spiel zwischen CIA und Cross mit einigen Überraschungen ist fesselnd bis zur letzten Minute. Jeremy Renner als Cross ist ein würdiger Bourne-Nachfolger, auch Rachel Weisz als Marta und Edward Norton als Drahtzieher des Geheimdienstes überzeugen. Die Bourne-Verschwörung geht weiter - spannend und packend, mit Aussicht auf mehr.

          Jurybegründung:

          „Bourne“ ist jetzt nicht mehr nur der Name des Titelhelden, sondern steht für das Erzähl-Kontinuum, in dem die Abenteuer von Jason Bourne sich abspielen. Darin gibt es auch andere Zuchtprogramme für Agenten, und diese werden durch die Aktionen von Jason Bourne zu gefährlich für das System. So werden alle Agenten dieser Programme von ihren eigenen Diensten systematisch eliminiert. Nur der neue Held Aaron Cross entgeht dem Beschuss durch eine Drohne. Für den Rest des Films kämpft er um sein Überleben und findet in der Medizinerin Marta Shearing eine zuerst unwillige, dann aber immer kompetenter werdende Komplizin. Die Einbindung dieses neuen Erzählstranges als Weiterentwicklung der drei ersten Bournefilme ist dramaturgisch zum Teil recht umständlich gelöst. Figuren aus den Vorgängern tauchen in zum Teil extrem kurzen Einstellungen auf, es gibt ein paar Rückblenden, die wie Stilbrüche wirken, und die vielen Hinweise auf die Ursprungsgeschichte machen den Plot nur unnötig kompliziert. Davon abgesehen bietet auch dieser Film der Serie viele virtuos inszenierte Actionsequenzen, in denen Jeremy Renner sich als ein ähnlich geschickter, wenn auch nicht ganz so charismatischer Hauptdarsteller wie Matt Damon bewährt. Für die lange Jagd auf ihn werden exotische Drehorte wie Alaska und die Philippinen geschickt genutzt und die lange Verfolgungsjagd auf Motorrädern sowie einige Hausbesteigungen im Parkour-Stil wirken packend und realistisch. Aber interessanter ist der erste Akt mit dem Angriff durch Drohnen, denn hier wird glaubwürdig und detailreich vorgeführt, wie diese neue Kriegstechnologie, die aktuell in Krisengebieten durch die Streitkräfte der USA eingesetzt wird, funktioniert und welche vernichtende Wirkung sie hat. Auch wenn dies der schwächste Film der Bourne-Reihe ist und das Ende allzu eindeutig auf eine Fortsetzung hin konzipiert wurde, bekommt DAS BOURNE VERMÄCHTNIS als ein solide gebauter Thriller das Prädikat wertvoll.

          Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
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