Dark Horse

   Kinostart: 12.01.2006
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Filmhandlung und Hintergrund

Absurde Komödie um einen tagträumenden Kopenhagener, die bisweilen an den deutschen Kultfilm "Zur Sache, Schätzchen" erinnert.

Als echte Lebenskünstler schlagen sich Graffiti-Sprayer Daniel (Jacob Cedergren) und sein Kumpel Opa (Nicolas Bro) aus Kopenhagen mit allerhand Tricks und Gaunereien, immer aber garantiert ohne Arbeit durchs Leben. Das ändert sich, als die hübsche Bäckerin Franc (Tilly Scott Pedersen) in ihr Leben tritt und beiden den Kopf verdreht. Daniel macht das Rennen um das Herz der Angebeteten, sieht sich aber plötzlich mit Verantwortung und sogar Nachwuchs konfrontiert.

In grobkörnigen Schwarzweißbildern entfaltet sich ein umso bunteres Großstädter-Portrait im heiter-episodischen Zweitling des Isländers Dagur Káris („Nói Albinói„).

Daniel aus Kopenhagen hat’s nicht so mit Verantwortungsbewusstsein: Wie der Schwabinger Tunichtgut Martin aus dem Kultfilm „Zur Sache, Schätzchen“ schlägt er sich ziemlich clever ohne Arbeit durch, wenn er nicht auf Bestellung Liebesbotschaften an Wände sprüht. Doch alles wird anders, als er sich in die wahnsinnig verwirrte Franc verknallt.

Kopenhagen heute. Daniel und sein Freund Jacob, genannt Opa, sind beide in Francesca verknallt, die ab und zu dem tristen Alltag mittels Drogen entflieht. Daniel gewinnt schließlich ihr Herz, derweilen Opa sich auf seine Prüfung als FIFA-Schiedsrichter konzentriert. Als Francesca schwanger wird, will Daniel nach Mallorca abhauen, was er sich jedoch kurzfristig noch anders überlegt. Und dann ist da noch ein an Schlaflosigkeit leidender Richter, der den Faulenzer zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt und aus seinem Job aussteigt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Dark Horse: Absurde Komödie um einen tagträumenden Kopenhagener, die bisweilen an den deutschen Kultfilm "Zur Sache, Schätzchen" erinnert.

    Teils urkomischer dänischer Slacker-Film im Schwarzweiß-Stil der 60-er Jahre über einen Loser, der endlich Entscheidungen treffen soll.

    Auf Festivals und in Programmkinos war Dagur Káris zweiter Spielfilm „Noí Albinói“, der 18 internationale Preise gewann, ein kleiner Hit. Ob der Isländer mit „Dark Horse“, den er in dänischer Sprache drehte, ähnlich reüssieren wird, bleibt abzuwarten, weil Kári jede Menge originelle Einfälle und fantasievolle Bilder findet, in der Erzählweise aber leicht zerfasert. In zwölf Kapiteln, die so hübsche Titel wie „Daniel gegen das System“, „Taktiken“ oder „Scheidewege“ tragen, folgt Kári dem Legastheniker Daniel, der durchs Leben driftet und sich mit bestellten Graffiti, die er als Liebesgrüße für Freundinnen seiner Kunden an Wände sprüht, über Wasser hält.

    Daniel (Jacob Cedergren) und sein dicklicher Freund Jacob, Opa genannt (Nicolas Bro, „Old, New, Borrowed and Blue“), sind in Francesca, Franc genannt (Tilly Scott Pedersen) verliebt, die schon mal unter Drogen Backwerk verkauft. Da Daniel bei ihr das Rennen macht, konzentriert sich Opa auf seine bevorstehende Prüfung als FIFA-Schiedsrichter. Als Franc schwanger wird, will sich Daniel mit einer Spontanreise nach Mallorca aus der Verantwortung stehlen, kommt zur Besinnung. Parallel zur Geschichte des Trios skizziert Kári den Altag eines an Schlaflosigkeit leidenden Richters (Morten Suurballe), der Daniel zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt und aus dem Job aussteigt.

    Wer die frühen Filme von Kevin Smith oder Richard Linklater liebt, aber auf deren Dialoglastigkeit verzichten kann, liegt bei „Dark Horse“ richtig. Die Masse an Ideen, so eine Elefantenherde vor dem Café, in dem sich Daniel mit Franc trifft, oder der Flohmarkt, den die kleine Tochter von Daniels Vermieter mit seinen wenigen Besitztümern veranstaltet, bilden einen großen Reiz des Films. Der andere liegt in der wundervollen Schwarzweißfotografie von Manuel Alberto Claro(„Reconstruction“), die immer wieder grafische Munster aufgreift und sich an Filmen der 60-er Jahre orientiert. Der grandiose Bro, eine Mischung aus Timothy Spall und Kim Bodnia, erweist sich als Szenenstehler, und Lars von Triers „Idioten“-Frau Bodil Jorgensen glänzt als Francs nymphomane Mutter, die Bro ins Bett lotst. Der lässige Soundtrack von Káris eigener Band Slowblow passt zur Flanieratmosphäre ebenso wie Daniels Fiat, mit dem er durch Kopenhagen streift. Für Nachtschwärmer in Programmkinos. ger.

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