Filmhandlung und Hintergrund

Erste Folge einer im kroatischen Split angesiedelten Krimireihe um die Kommissarin Branka Maric.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Kroatien-Krimi: Der Teufel von Split: Erste Folge einer im kroatischen Split angesiedelten Krimireihe um die Kommissarin Branka Maric.

    Der erste Fall für Neda Rahmanian als kroatische Kommissarin Branka Maric führt zurück in die Zeit des jugoslawischen Bürgerkriegs.

    Das Krimidrama ist ein vielversprechender Start für die neue Donnerstagsreihe mit Neda Rahmanian als kroatisch-deutsche Kommissarin, die zur Leiterin der Mordkommission von Split ernannt wird. Der erste Fall ist überraschend komplex und jederzeit spannend: Eine Mordserie führt zurück in die Zeit des Bürgerkriegs. Ob die neue Marke „Kroatien-Krimi“ tatsächlich einen Einschaltimpuls auslöst, wird sich zeigen. Auch die Wahl der Hauptdarstellerin ist auf den ersten Blick mutig: Der Name Neda Rahmanian wird kaum jemandem etwas sagen; ihr Gesicht schon eher, auch wenn sie vor „Leberkäseland“ (2015) vor allem Nebenrollen gespielt hat. Es gibt sogar Parallelen zwischen der feministischen türkischen Mutter, die sie in der ARD-Tragikomödie verkörpert hat, und Branka Maric, der Heldin der „Kroatien-Krimis“: Ihr Chef (Max Herbrechter) überträgt ihr die Leitung der Mordkommission Split, obwohl die Gesellschaft, wie er selbst feststellt, noch nicht so weit sei. Befragte Zeugen halten regelmäßig den Kollegen Emil (Lenn Kudrjawizki) für ihren Chef. Auf diese Weise kann sich das Drehbuch einiger Versatzstücke bedienen, wie sie hierzulande typisch für die Sonntagskrimis der Achtzigerjahre waren, als der SWR die „Tatort“-Kommissarinnen etablierte. Auch inhaltlich spielt die Vergangenheit im ersten „Kroatien-Krimi“ eine große Rolle: Zwanzig Jahre nach dem Ende des Bürgerkrieges scheint irgendjemand späte Rache zu nehmen, denn nacheinander werden die Mitglieder einer bestimmten Einheit ermordet. Als erstes erwischt es den Anführer, der wegen seiner Grausamkeit angeblich als „Teufel von Split“ galt. Schließlich bleibt nur noch einer übrig: Jerko Novak, ein Baulöwe, dem diverse Einkaufszentren gehören. Schon allein die Besetzung des Bauunternehmers mit Ralph Herforth macht den Mann selbstredend in hohem Maß verdächtig, zumal gleich seine erste Szene finstere Absichten andeutet. Besonders schurkisch ist sein Verhalten gegenüber der Frau des Dezernenten, mit der er ein Verhältnis hat. Sie wirft zu Beginn ein Foto ins Wasser, das die Mitglieder der Einheit zeigt. Dieses Bild wird noch öfter auftauchen, denn es betrifft auch Branka: Einer der Männer ist ihr Bruder, der zum Zeitpunkt der Aufnahme angeblich bereits seit zwei Jahren tot war.

    Die vielen Verweise auf die Vergangenheit machen nicht nur den Reiz des Films aus, sie verhelfen der Geschichte auch zu einem Alleinstellungsmerkmal. Während andere Auslandskrimis der ARD oft auch in Berlin spielen könnten, ist „Der Teufel von Split“ untrennbar mit dem Schauplatz verbunden. Die Handlung ist ohnehin sehr komplex. Christoph Darnstädt hat zuletzt vor allem die Drehbücher für die „Tatort“-Auftritte von Til Schweiger geschrieben. Action-Elemente spielen diesmal keine große Rolle, doch zwischen den Figuren tut sich um so mehr. Die Inszenierung durch Michael Kreindl (zuletzt „Lena Lorenz“) ist routiniert, ohne besondere Akzente zu setzen. Sehenswert ist „Der Teufel von Split“ vor allem wegen Neda Rahmanian, die trotz ihres eher orientalischen Äußeren eine ausgezeichnete Besetzung für die Hauptfigur ist, zumal die nur scheinbar eindimensionale Figur der selbstbewussten attraktiven Kommissarin viele Facetten bietet. Ähnlich vielschichtig ist die Handlung, die längst nicht so gradlinig verläuft, wie es anfangs aussieht. Fortsetzungspotenzial hat auch der Schluss, als der Mörder die vergeblich auf ihre Kollegen hoffende Polizistin gefesselt ins Meer wirft. Dass sie nicht ertrinkt, ist klar; aber wie sie gerettet wird, ist ein kleiner Knüller. tpg.

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