Blow

  1. Ø 4
   2001
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Filmhandlung und Hintergrund

Blow: Unterhaltsames Retro-Drogendrama mit Johnny Depp, das den Aufstieg und Fall eines einflussreichen Kokaindealers schildert.

Seine Erfahrungen als Marihuana-Dealer kommen George Jung zu Gute, als er im Knast den Kolumbianer Diego kennenlernt. Dieser stellt ihn dem legendären Kokainkartellboss Pablo Escobar vor, für den er Drogenimport im großen Stil übernimmt. George macht Millionengeschäfte, doch hat er nicht mit dem Verrat von Diego gerechnet.

Der aus bescheidenen Verhältnissen stammende George landet Ende der Sechziger im kalifornischen Manhattan Beach. Dort dealt er mit Marihuana und genießt das lässige Leben mit Stewardess Barbara. Als diese an Krebs stirbt, gerät George völlig aus der Bahn. Nach einem misslungenen Deal lernt er im Knast einen Südamerikaner kennen, der ihm Zugang zum Chef des kolumbianischen Medellin-Kartells verschafft. Binnen kürzester Zeit avanciert George zum größten Drogenhändler Amerikas. Da wird er von einem Geschäftspartner verraten…

George, der in Manhattan Beach mit Marihuana dealt, genießt das lockere Leben mit Stewardess Barbara. Nach ihrem Krebstod bringt ihn eine Knastbekanntschaft in Kontakt mit dem Chef des kolumbianischen Medellin-Kartells. Binnen kürzester Zeit avanciert George zum größten Drogenhändler Amerikas. Ted Demme erzählt die authentische Geschichte vom Aufstieg und Fall des Kokaindealers George Jung.

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Kritikerrezensionen

  • Nach dem Oscar gekrönten Sensationserfolg von Steven Soderberghs facettenreichen Drogenthriller „Traffic“ sorgt mit „Blow“(Slang für Kokain) ein weiteres schillerndes Insider-Porträt über aufschlussreiche Erleuchtungen in Sachen groß angelegter Kokainhandel. Während Soderberghs Schaustück komplexe Einblick in den gegenwärtigen Modus Operandi der Kokain-Distribution bietet und die Verzahnung der Nahrungskette Hersteller-Dealer-Konsument offenlegt, erzählt „Blow“ in der Manier eines „Scarface“ vom Aufstieg und Fall eines (realen) einflussreichen Drogenhändlers in den Pioniertagen des dreckigen Geschäfts mit dem schnellen High.

    Die Story basiert auf Bruce Porters Tatsachenroman über das Leben des umtriebigen Drogen-Unternehmers George Jung (Johnny Depp), dem zugerechnet wird, dem kolumbianischen Drogenkartell unter Pablo Escobar in den frühen siebziger Jahren den amerikanischen Markt erschlossen zu haben. Ted Demmes („Lebenslänglich“) Inszenierung beginnt mit dem letzten Deal des Protagonisten, um ihn in der Folge, aus dem Off erzählend, in seine Kindheit zurückzutransportieren. Von der gefühlvollen Beziehung zu Georges fürsorglichen Vater Fred (Ray Liotta) wird da berichtet, die sich als emotionaler Anker des Films erweist. Georges Mutter hingegen erweist sich als materialistische Zicke – was sich später in der Wahl seiner zänkisch-anspruchsvollen Ehefrau Mirtha (Shootingstar Penelope Cruz aus „Alles über meine Mutter“) widerspiegelt. Nach der Schule entwickelt sich Jung zum geschäftstüchtigen Marihuana-Händler, der innerhalb kurzer Zeit an beiden Küsten ein regelrechtes Pot-Imperium aufbaut. Diese „glücklichste Zeit“ seines Lebens nimmt ein jähes Ende, als seine Freundin (Franka Potente überzeugend in ihrer ersten amerikanischen Rolle) an Krebs stirbt und er mit 300 Kilo seiner grünen Ware geschnappt wird. Im Knast lernt er seinen zukünftigen kolumbianischen Partner Diego (Jordi Molla) kennen. Nach ihrer Entlassung macht Jung seine Schmugglererfahrung zunutze und beginnt, im großen Stil Kokain für Escobar in die USA einzufliegen. Jung macht dank seiner alten Connection Derek Foreal (Paul Reubens aka PeeWee Hermann) Millionengeschäfte und lebt das glamoröses Dolce Vita. Doch er hat nicht mit dem Verrat seines engsten Freundes gerechnet. Und so verliert er in Folge seinen Reichtum, seine Frau, seine geliebte Tochter und schließlich seine Freiheit.

    Handelt es sich bei „Traffic“ um eine fast klinisch-distanzierte Gesellschaftsstudie, bemüht sich „Blow“ um die Bestandsaufnahme eines persönlichen Schicksals, das melancholisch-ironisch eine ganze (Disco-)Ära zu reflektieren scheint. So fühlt man sich im Ton und Look stark an „Boogie Nights“ erinnert, zumal das Retro-Feeling akustisch mit einem Soundtrack bewährter Rock’n’Roll-Oldies zementiert wird. Während Mark Wahlberg als Dirk Diggler in Paul Thomas Andersons wunderbarem Porno-Familien-Epos lediglich in der bereits legendären Schlussszene mit Aha-Effekt eine Körperprothese trägt, wirken Depps struppige Langhaar-Perücken und etwas unglücklich Assoziationen an Kissen hervorrufende Bauchspeckprothesen bisweilen etwas irritierend. In „Blow“ dienen sie nicht dazu, dem Publikum die Person dieses Früh-Kapitalisten der Drogenwelt näher zu bringen, sondern vielmehr, sein Inneres zu verdecken. Minutiös sieht man George Jungs Handlungen, aber nicht, was ihn ticken lässt. Dass Depp sich der Figur mit coolem Minimalismus annimmt und seine Augen stets mit Sonnenbrillen bedeckt, tragen dazu bei, dass man Distanz zum Hauptdarsteller bewahrt..Jung bleibt das relaxte, aber schwer zu durchschauende Westcoast-Pendant zu Al Pacinos cholerischen Prä-„Miami Vice“-Real Dealer Tony Montana – und „Blow“ verzichtet dankenswerter Weise auf die Gewaltexzesse von „Scarface“ oder dem vergleichbaren „GoodFellas“. In seiner Struktur wie ein traditionelles Biopic angelegt, hakt Demme die verschiedenen Episoden in Jungs Leben pflichtbewusst und stilvoll ab, aber allzu viel Tiefgang darf man nicht erwarten, auch wenn er im letzten Teil mit der angeknacksten Vater-Tochter-Beziehung auf Sentimentalität setzt. Unverkennbar bleibt die unbändige Lust am totalen Kinoerlebnis: Sie sorgt in der Dealer-Saga dafür, dass das Zuschauerinteresse immer wachbleibt und auch manche Höhe zielstrebig getroffen wird, einzig die erhoffte Tiefe sucht man vergebens. ara.

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