Filmhandlung und Hintergrund

Justizthriller nach wahren Motiven, in der eine einfache Frau 20 Jahre darum kämpft, die Unschuld ihres des Mordes überführten Bruders zu beweisen.

Kenny Waters ist ein Heißsporn, der im Zorn zu unkontrollierten Gewaltausbrüchen neigt. Hundertprozentiges Vertrauen zu ihm hat lediglich seine Schwester Betty Anne, die mit ihm durch dick und dünn gegangen ist und auch dann noch zu Kenny steht, als er wegen eines Mordes verurteilt und lebenslänglich in den Knast gesteckt wird. 20 Jahre ihres Lebens, eine Ehe und die Erziehung ihrer Kinder opfert sie, um die Unschuld des Bruders wider alle Indizien zu beweisen. Für ihn nimmt sie sogar ein Jurastudium auf sich, um ihn verteidigen zu können.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Hilary Swank und Sam Rockwell spielen ein innig verbundenes und dennoch ungleiches Geschwisterpaar in dem Justizdrama „Betty Anne Waters“, das auf einem wahren Fall basiert. Die Kellnerin aus Massachusetts kämpfte 18 Jahre lang um die Freilassung ihres wegen Mordes verurteilten Bruders, indem sie ihren Schulabschluss nachholte, Jura studierte und Anwältin wurde. Regisseur Tony Goldwyn verfilmte diese unglaubliche Geschichte realitätsnah und trotz seiner guten Schauspieler emotional eher zurückhaltend.

      Der Film pendelt zwischen drei zeitlichen Ebenen, springt manchmal ohne große Ankündigung in die Kindheit von Betty Anne und Kenny Waters, dann zeigt er die erwachsenen Geschwister Anfang der achtziger Jahre, zum großen Teil aber verfolgt er Betty Annes Leben in den neunziger Jahren. So erlebt der Zuschauer mit gemischten Gefühlen, aus welchen verschiedenen, mal alarmierenden, mal Vertrauen erweckenden Puzzleteilen sich das Gesamtbild zusammenfügt. Es gab einen bestialischen Mord und der Kenny, der im gleichen Jahr in einer Kneipe mit einer Schlägerei und einem Striptease auffällt, ist eine zwielichtige Figur, ein Hitzkopf. Wenn später seine Ex-Freundinnen vor Gericht gegen ihn aussagen, hält man ihn auch dieses Mordes für fähig. Nur seine Schwester tut das nicht.

      Betty Anne Waters wirkt wie ein Fremdkörper aus einer zivilisierteren Welt in der Nähe ihres Bruders, und es bedarf einiger Rückblenden in die Kindheit der beiden, um diese starke Verbindung zu erklären. Die Geschwister wuchsen verwahrlost auf und wurden schließlich in verschiedenen Pflegefamilien untergebracht, aber in den Jahren davor hatten sie sich gegenseitig Halt gegeben. Dieses Band bildet Betty Annes ganze Gewissheit, was die Unschuld ihres Bruders betrifft, während sie sich durch ein spätes Jurastudium quält und ihr Familienleben den Bach runtergeht.

      Der Film zeigt ein sozial benachteiligtes Milieu und verfolgt eher nüchtern die kleinen Mechanismen der Ausgrenzung auch im Rechtssystem. Sam Rockwell spielt den unberechenbaren Kenny nicht gerade als Sympathieträger. Aber an dieser Figur wird auch ihre Hilflosigkeit deutlich, nachdem sie in die Mühlen des ungeheuerlichen Verdachts gerät. Dank der technischen Fortschritte, die die DNA-Analyse auch bei vor langer Zeit gesammelten Beweismitteln ermöglichen, sind in den USA inzwischen 258 Menschen nachträglich freigesprochen worden.

      Hilary Swank, die eine Affinität für Figuren am Rande der Gesellschaft hat und in einem Trailerpark aufwuchs, spielt Betty Anne Waters als verkörperte Garantie für Kennys Integrität. Sie steht für das Vertrauen in das Gute im Menschen und seine Fähigkeit, trotz schwierigster Bedingungen erfolgreich zu sein. Der Film verschenkt wahrscheinlich einige Möglichkeiten, indem er sich entscheidet, auf die inneren Konflikte dieser Person und die Dramen in ihrer Familie nicht näher einzugehen, sondern eher handlungsorientiert zu erzählen. Swanks zurückhaltender Darstellung kommt das zwar entgegen, aber insgesamt haben die Schauspieler nicht viel Raum, verblassen beinahe hinter den realen Schicksalen, denen sie nachspüren.

      Fazit: Hilary Swank und Sam Rockwell spielen ein Geschwisterpaar, das in einer unglaublichen Odyssee gegen ein Gerichtsurteil kämpft.
    2. Betty Anne Waters: Justizthriller nach wahren Motiven, in der eine einfache Frau 20 Jahre darum kämpft, die Unschuld ihres des Mordes überführten Bruders zu beweisen.

      Um die Wahrheit, nichts als die Wahrheit, kämpft die erneut höchst überzeugende Hilary Swank in Tony Goldwyns packendem Justizthriller nach wahren Ereignissen.

      Die Parallelen mit „Erin Brockovich“ stechen ins Auge: Die tapfere Frau aus der Unterschicht, die es mit dem System aufnimmt - und gewinnt. „Betty Anne Waters“ heißt sie hier, wie der Filmvon Tony Goldwyn, dessen US-Originaltitel „Conviction“ verrät, worum es geht: Um eine Schuldigsprechung, eine Verurteilung zu lebenslanger Haft. Zu der wird Kenny (Sam Rockwell) verurteilt, wegen eines Mordes den er begangen haben soll.

      Zweifelhafte Indizien, zusammen getragen von einer verhärmten Kleinstadtpolizistin (bissig: Melissa Leo), haben ihn hinter Gittern gebracht, alle Revisionsverfahren sind gescheitert, eine Begnadigung ist ausgeschlossen. Doch Betty Anne, allein erziehende Mutter zweier Kinder, ist felsenfest von der Unschuld ihres Bruders überzeugt. Sie holt ihren Schulabschluss nach und beginnt ein Jurastudium. Da ihr niemand helfen will, hilft sie sich selbst.

      Im Kern ist dieser Film eine One-Woman-Show, in der die zweifache Oscar-Preisträgerin Hilary Swank sich erneut als schauspielerisches“Million Dollar Baby“ beweist. Als furchtlose White-Trash-Heldin schürzt sie die Lippen, krempelt die Ärmel hoch und bewegt sich bald im verzwickten amerikanischen Justizsystem genauso sicher und selbstbewusst wie in jenen Redneck-Bars, in denen sie sich als taffe Kellnerin ihre Dollars verdient.

      Auf einem wahren Fall, der sich in den Achtzigerjahren in Ayer, Massachusetts, ereignet hat, basiert dieses Drama, das Pamela Gray („Music of the Heart“) zu einem schlüssigen Drehbuch inspiriert hat. Goldwyns („Männerzirkus“) handwerklich saubere Adaption folgt dabei nicht den Regeln klassischer Gerichtsthriller im Fahrwasser John Grishams, sondern interessiert sich mehr für die persönlichen und emotionalen Aspekte der Story. Was passiert mit jemandem, der sein ganzes Leben nur auf ein Ziel ausrichtet? Wie reagieren Umwelt, Freunde und Familie? Wie kommt der Inhaftierte mit seinem Schicksal klar?

      In drei geschickt verwobenen Erzählebenen entspinnt sich der Plot: Die Tat selbst, die je nach Perspektive Kenny zum Täter oder zum Opfer macht, die schwierige, von Gewalt geprägte Kindheit von Kenny und Betty; die immer schon bedingungslos zueinander gehalten haben, und Bettys unermüdlicher Kampf um Gerechtigkeit. Letztgenannte Hauptebene ist die Achillesferse des Films - bedingt durch die Tatsache, dass hier Akten gewälzt und juristische Schritte erläutert werden müssen und so einen echten Spannungsbogen gar nicht zulassen.

      Diese kleine juristische „Bremse“ macht jedoch das sorgsam zusammen gestellte, überzeugend agierende Ensemble mehr als wett. Die sympathische Minnie Driver als weltgewandte (Upper Class-)Freundin Bettys, eine „spätberufende“ Juristin wie sie, die ideal besetzte Juliette Lewis als bösartige, alkoholabhängige Trailer-Schlampe, die letztendlich entscheidend zur Wahrheitsfindung beiträgt, und natürlich Sam Rockwell als aufbrausender Raufbold, der mal verständnis- und liebevoller Onkel und dann hassenswerter Rassist ist. Ein Film, der einen wieder an Gerechtigkeit glauben lässt, aber auch zeigt, dass man um sie kämpfen muss. geh.

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      Kino.de Redaktion  

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