Filmhandlung und Hintergrund

Romantisches Drama über zwei Literaturforscher, die die Liaison von zwei viktorianischen Schriftstellern erforschen und sich dabei selbst verlieben.

Roland Mitchell (Aaron Eckhart), amerikanischer Literaturstudent in London, gewinnt im Zuge seiner Recherchen über den viktorianischen Dichter Randolph Henry Ash (Jeremy Northam) die Erkenntnis, dass dessen berühmte Liebesbriefe weniger an seine Ehefrau als an die zeitgenössische Poetin Christabel LaMotte (Jennifer Ehle) adressiert waren. Um sich Gewissheit zu verschaffen, nimmt er Kontakt zur offiziellen LaMotte-Biographin, der Britin Maud Bailey (Gwyneth Paltrow), auf. Prompt verlieben sich die beiden Literaturwissenschaftler ebenso ineinander wie die Objekte ihrer Studien…

Charmante, leichtfüßige Romantikkomödie mit Starbesetzung nach dem Bestseller von Antonia S. Byatt in einer Inszenierung von Neil LaBute („Your Friends and Neighbors„).

Literaturwissenschaftlerin Maude widmet ihre Studien ganz der Dichterin Christabel LaMotte. Gemeinsam mit dem jungen amerikanischen Studenten Roland Michell, der das Werk des viktorianischen Dichters Randolph Ash erforscht, stößt sie auf Hinweise auf eine geheime Affäre der beiden Dichter. Beide folgen den Spuren dieser leidenschaftlichen Beziehung - und verlieben sich ineinander.

Der berühmte romantische Poet Ash galt bislang als Paradefall des treuen, bis in den Tod hinein verliebten Ehemanns. Tatsächlich aber pflegte der Schriftsteller des 19. Jahrhunderts eine leidenschaftliche Affäre mit der Lyrikerin LaMotte. Als zwei Professoren an einer Biografie über Ash arbeiten und einer von deren Assistenten einen unbekannten Liebesbrief des Autoren entdeckt, entwickelt sich eine Jagd nach beweiskräftigen Dokumenten, bei der die Biografin LaMottes, Maud Bailey, den unorthodoxen US-Dozenten Michell unterstützt…

Die geheime außereheliche Affäre des Poeten Ash mit der Schriftstellerin LaMotte im 19. Jahrhundert findet ihr Echo, als sich ein US-Dozent und die Biografin LaMottes in der Gegenwart näher kommen. Adaption des gleichnamigen Romans von Antonia S. Byatt durch Neil LaBute.

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Kritikerrezensionen

  • Besessen: Romantisches Drama über zwei Literaturforscher, die die Liaison von zwei viktorianischen Schriftstellern erforschen und sich dabei selbst verlieben.

    So sehen Actionfilme für Akademiker aus: Zwei Literaturwissenschaftler schnüffeln in Archiven und schließlich auch Originalschauplätzen, um die heimliche Liebe zweier Poeten aus dem 19. Jahrhundert nachzuweisen. Weil Recherche nur für Elfenbeinturm-Eremiten nachhaltig befriedigend wirkt, dürfen sich die Spurensucher auch selbst verlieben, verbindet sich Romanze mit Akademiker-Suspense. Ungewöhnlich wie der Stoff ist auch die Wahl des Regisseurs. Neil LaBute sezierte bisher bissig und geistreich den modernen Geschlechterkampf. Das gelingt ihm trotz zusätzlicher, ungewohnter Zeitebene auch hier. Dennoch ist Titel-solidarische Leidenschaft als Zuschauerreaktion wohl eher die Ausnahme als die Regel.

    „Besessen“ ist LaButes erste Adaption einer literarischen Vorlage, mit der Antonia S. Byatt 1990 den Booker-Preis und viele Leser gewann. In der viktorianischen Parallelebene streifen Vorlage und Verfilmung Ivory-Country. Dieses wird lebendig durch Kostümfilm-erprobte Darsteller wie Jeremy Northam („The Golden Bowl“) und Jennifer Ehle („Wilde“), aber auch Gabriel Yareds musikalische Hommage an James Ivorys Haus- und Hofkomponisten Richard Robbins. Northam spielt den berühmten romantischen Poeten Ash, der als Modellfall eines treuen, bis in den Tod verliebten Ehemanns galt, tatsächlich aber eine leidenschaftliche Affäre mit der Lyrikerin LaMotte (Ehle) pflegte. Überliefert ist allerdings nur deren ähnlich tabuisierte Beziehung mit einer jungen Malerin. Doch als zwei Professoren an einer Biografie über Ash arbeiten und der Assistent des einen (LaBute-Veteran Aaron Eckhart) einen unbekannten Liebesbrief des Poeten entdeckt, entwickelt sich eine Jagd nach beweiskräftigen Dokumenten, in der die britische Biografin LaMottes (Gwyneth Paltrow) den unorthodox arbeitenden US-Dozenten unterstützt. Die auch nach über 200 Jahren bestehende Kluft zwischen den unzivilisierten US-Kolonialisten und den kultivierten Edelmenschen des britischen Mutterlands ist eine Ebene, auf der „Besessen“ seinen Humor entfalten kann. Eine andere ist die Beziehung der Dozenten, in der Paltrows Eisberg mehrfach mit Eckhart kollidiert, bis die oft zitierte Klimaerwärmung zumindest hier für jeden sichtbar wird. Vertritt dieses Paar die romantische Komödie, steht das andere für eine romantische Tragödie. Geschickt spiegelt sich die Vergangenheit dabei in der Gegenwart, bieten sich Chancen für geistreiche Bemerkungen zur zeitlosen Mann-Frau-Problematik, während die Jagd nach dem großen Geheimnis für die Figuren immer bedeutsamer bleibt als für den Zuschauer. Eine gewisse Distanz zu den Ereignissen bleibt unvermeidbar, wenn der smarte Film insgesamt eher den Kopf als das Herz anspricht. Kein Date-Movie also, wohl aber ein Film über das erfolgreiche Rendezvous von Unterhaltung und Anspruch. kob.

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