Filmhandlung und Hintergrund

Manche mögen überzeugt sein, daß Männer vom Mars und Frauen von der Venus stammen. Im Zyniker-Universum von Regisseur und Autor Neil Labute tragen die Geschlechter ihren konstanten Konflikt in einer Dimension namens Beziehungshölle aus. Labute, der bereits mit seinem Debüt „In the Company of Men“ um die schonungslose emotionale Folter einer Gehörlosen durch zwei amoralische Geschäftsfreunde für Kontroverse sorgte...

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Manche mögen überzeugt sein, daß Männer vom Mars und Frauen von der Venus stammen. Im Zyniker-Universum von Regisseur und Autor Neil Labute tragen die Geschlechter ihren konstanten Konflikt in einer Dimension namens Beziehungshölle aus. Labute, der bereits mit seinem Debüt „In the Company of Men“ um die schonungslose emotionale Folter einer Gehörlosen durch zwei amoralische Geschäftsfreunde für Kontroverse sorgte, konzentriert sich in seinem nicht minder brutal bitteren Folgefilm auf die emotionalen und sexuellen Interaktionen zwischen drei Männern und drei Frauen.

    „Love is a battlefield“: Will man Labute Glauben schenken, dann haben unsere Freunde und Nachbarn – sprich jedermann und -frau – allesamt mit erheblichen Charakterdefiziten zu kämpfen, die er mit internen Machtspielen unerbittlich zu Tage fördert. Wie „In the Company of Men“ spartanisch und bisweilen statisch inszeniert, präsentiert der kompromißlose Filmemacher einen Verhaltens-Querschnitt der vorwiegend gehobenen Mittelschicht, wenn sie unter Druck gesetzt wird.

    Da ist zum einen der gutaussehende Gynäkologe Cary (Jason Patric, der zudem als Produzent genannt wird), ein sadistischer Kontrollfreak, der seine zahlreichen Eroberungen wie den letzten Dreck behandelt. Er ist mit dem scheinbar sensiblen Dramalehrer Terri (der vielbeschäftigte Ben Stiller) befreundet, der eine Affäre mit der masochistisch veranlagten Frau (Amy Brenneman) seines besten Freundes Barry („In the Company of Men“-Fiesling Aaron Eckhardt diesmal übergewichtig und mit Seitenscheitel als schlapper Biedermann) ohne Rücksicht auf Konsequenzen verfolgt. Jerrys herrische Frau Terri (Catherine Keener) lebt in der Zwischenzeit ihren Feminismus in einer lesbischen Beziehung mit der anhänglichen Galerieassistentin Cheri (Nastassja Kinski) aus. Bevor es zum Fremdgang der jeweiligen Ehepartner kommt, wird zunächst ihr verkorkstes Sexleben detailgenau auseinandergenommen. Doch auch ihre neuen Bettpartner verhelfen nicht zur ersehnten Erfüllung, und das Fazit von Labutes lupengenauer Bestandsaufnahme ist erwartungsgemäß desillusionierend.

    Durch schneidend-scharfe Dialoge treibt Labute die Handlung voran und beweist auf unangenehmste Weise, daß Worte die wirkungsvollsten Waffen sind, will man seinem Gegenüber bleibende Narben zufügen. Vielleicht kann man den Schockeffekten eiskaltes Kalkül vorwerfen, doch ihre verstörende Wirkung verfehlen sie auch in dieser bedingungslosen Schlacht am eigenen Herd nicht. Daß Labute im auslaufenden 20. Jahrhundert nur noch egoistische Verlierer ausmacht, macht „Your Friends & Neighbors“ vielleicht noch erschütternder. ara.

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