Bergkristall

  1. Ø 4.7
   2004

Bergkristall: Historisches Bergdrama in einem zeitgenössischen Rahmen nach der Erzählung von Adalbert Stifter.

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Filmhandlung und Hintergrund

Bergkristall: Historisches Bergdrama in einem zeitgenössischen Rahmen nach der Erzählung von Adalbert Stifter.

Keiner weiß mehr wirklich genau, warum und wieso, doch seit vielen Generationen sind die alpinen Bergdörfer Gschaid und Millsdorf erbittert verfeindet. Das bekommt im 19. Jahrhundert besonders der Schuster Sebastian (Daniel Morgenroth) aus Gschaid zu spüren, als er es wagt, die schöne Färberstochter Susanne (Dana Vavrova) aus Millsdorf zu freien. Böse Worte, handfestes Mobbing und Ausgrenzung auf beiden Seiten sind die Folge. Als es einige Jahre später ihren Kindern ähnlich zu ergehen droht, geschieht eine Katastrophe, die alle zum Nachdenken zwingt.

Eingebettet in eine moderne Rahmenhandlung mit Katja Riemann und Herbert Knaup sowie frei nach der gleichnamigen Novelle von Adalbert Stifter zelebriert Regisseur Joseph Vilsmaier („Herbstmilch„) emotionales Heimatkino von archaischer Wucht.

In einem Wintersportort erzählt der Pfarrer einer Familie die Legende vom „Bergkristall“: Schuster Sebastian und Färberstochter Susanne lieben sich. Doch die Fehde zwischen ihren Heimatorten bringt sie auseinander. Ihre Kinder hoffen auf eine Versöhnung durch den Zauber des Bergkristalls. In der eisigen Heiligen Nacht verirren sie sich auf der Suche nach dem Kristall in den verschneiten Bergen.

Der Fehde ihrer Heimatdörfer zum Trotz heiraten Sebastian und Susanne. Doch Jahre später muss Susanne unter dem Druck der Dörfler in ihre Heimatgemeinde zurückkehren, weshalb die Kinder von nun an zwischen Vater und Mutter pendeln. Bei einer dieser Wanderungen geraten der 13-jährige und seine kleine Schwester in ein Unwetter. Da entsinnen sie sich der Legende um den sagenumwobenen Bergkristall, mit dessen Hilfe sie ihre Eltern wieder zusammenbringen wollen. Derweil tobt der Schneesturm immer gnadenloser.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Es waren einmal zwei verfeindete Dörfer und zwischen ihnen ein Berg, wer diese Grenzen nicht einhielt, wurde verfemt. So geschah es einem Paar und seinen Kindern, bis die Kinder sogar ihr Leben wagten, um ein Wunder geschehen zu lassen... Vom Schluss her lässt Joseph Vilsmaiers Film sich ohne Schnörkel so erzählen: Eine alte Legende, 1845 von Adalbert Stifter in eine Novelle gefasst, und jetzt für das Kino in einer gelungenen Gratwanderung in große Bilder und große Gefühle geformt.

    Konsequent und mit gestalterischer Kraft gibt Vilsmaier dem Genre des Heimatfilms, was des Genres ist. Die Inszenierung ist pur und direkt, die Darsteller bei allen genrebedingten Klischees hervorragend, zum Beispiel der Schwiegervater, besonders hervorzuheben dabei die Kinder. Ausstattung und filmisches Handwerk beeindrucken mit ihrer Qualität. Das filmische Erleben in seiner Intensität wird geprägt auch von der ausdrucksstarken und sensiblen musikalischen Ebene, die das Adjektiv virtuos verdient.

    Überhaupt ist es erstaunlich, wieviel Kraft und Emotion Joseph Vilsmaier in der weihnachtlichen Parabel über Liebe und Streit, Fremdenfeindlichkeit und Versöhnung zu mobilisieren vermag. Im Schnee und Eis gelingen dabei Szenen, die poetische Überhöhung und gleichzeitig naturalistischen Realismus vereinen - wie etwa in der Eiskristallhöhle. Die Rahmenhandlung, da war sich der Bewertungsausschuss einig, wirkt im Vergleich mit dem eigentlichen Film eher aufgesetzt. (...) Die alte Legende selbst ist der Kristall dieses Films. Vilsmaier hat ihn gefunden und geschliffen.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Nachdem sein aufwändiges Künstler-Biopic „Marlene“ und die in der Nazi-Zeit angesiedelte Liebesgeschichte „Leo und Claire“ zuletzt nicht unbedingt den Geschmack des Publikums trafen, hat sich Bayerns umtriebigster Filmemacher Joseph Vilsmaier seiner großen Erfolge „Herbstmilch“ und „Schlafes Bruder“ entsonnen und erzählt nach Adalbert Stifter eine wuchtige Alpen-Saga um Liebe und Hass, Eifersucht und Versöhnung. Mit der Mischung aus Heimat- und Weihnachtsfilm möchte Concorde das Familienpublikum erreichen. Eine Rechnung, die dank winterlichem Starttermin und altersübergreifender Story aufgehen könnte.

    Fünffacher Gewinner des Bayerischen Filmpreises, Gewinner des Deutschen Filmpreises und seit letztem Jahr auch Träger des Bayerischen Verdienstordens. Trotz Rückschlägen in der jüngeren Vergangenheit zählt Joseph Vilsmaier fraglos zu den renommiertesten, erfolgreichsten und auch eigenwilligsten deutschen Filmschaffenden. Und wie kaum ein anderer umgibt sich der gebürtige Münchner am liebsten mit der Familie, überträgt Ehefrau Dana Vavrova und seinen Töchtern Hauptrollen, vergisst aber auch Freunde wie Jürgen Schornagel, Max Tidof, Katja Riemann oder den Drehbuchautoren Klaus Richter nicht. Sie alle hat Vilsmaier nun für „Bergkristall“ in die raue, verschneite Welt der Alpen mitgenommen. „Bergkristall“ basiert auf einer rund 150 Jahre alten Novelle des österreichischen Literaten Adalbert Stifter und erzählt die ewig gültige Geschichte eines Liebespaars, das aus zwei verfeindeten Dörfern stammt. Dieser Fehde zum Trotz – Romeo und Julia standen wohl Pate – geben sich der Schuster Sebastian (Daniel Morgenroth) aus Gschaid und die Färberstochter Susanne (Vavrova) aus Millsdorf das Ja-Wort. Doch Jahre später muss Susanne unter dem Druck der Dorfbewohner nach Millsdorf zurückkehren. Leidtragende sind die Kinder, die nun zwischen Vater und Mutter, Dorf und Dorf, hin und herpendeln. Bei einer dieser Wanderungen geraten der 13-jährige Konrad (Francois Göske, Kreuzkamm Junior aus dem „fliegenden Klassenzimmer“) und seine kleine Schwester Sanna (Josefina Vilsmaier) in ein schweres Unwetter. Da entsinnen sie sich der Legende um den sagenumwobenen Bergkristall, mit dessen Hilfe sie ihre Eltern wieder zusammenbringen wollen. Derweil tobt der Schneesturm immer gnadenloser.

    Um Liebe und Verrat, um Freiheit und Familie, um Eifersicht und Hass geht es in diesem bildgewaltigen Mix aus modernem Heimatfilm, anrührendem Familiendrama und beschaulichem Weihnachtsmärchen. Etwas unnötig allerdings eine in der Jetztzeit angesiedelte Rahmenhandlung, in der Herbert Knaup und Katja Riemann als Skitouristenpaar mit ihren Kindern Stifters adaptierter Geschichte lauschen. Der Kern der Handlung, die eigentliche Suche nach dem legendären Bergkristall, belohnt schließlich alle Freunde des klassischen Melodrams mit einem dick aufgetragenen Happy Ending, in dem sich erst Sebastian und Susanne, dann auch noch die verfeindeten Dorfbewohner in die Arme fallen. Versöhnliches zur Vorweihnachtszeit für Jung und Alt – da kann eigentlich nichts mehr schief gehen. lasso.

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