Bedingungslos (2007)

Originaltitel: Kærlighed på film
Bedingungslos Poster

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Filmhandlung und Hintergrund

Bedingungslos: Dänischer Thriller über einen Mann, der plötzlich das Leben eines anderen führen und so eine aufregend neue Liebe erfahren kann.

Tatortfotograf Jonas (Anders Wodskou Berthelsen) fühlt sich mitschuldig an einem schweren Autounfall, nach dem Fahrerin Julia (Rebecka Hemse) im Koma liegt. Anderntags besucht der brave Familienvater die junge Frau im Krankenhaus – und wird von deren Angehörigen für ihren Freund Sebastian (Nikolaj Lie Kaas) gehalten. Anstatt das Missverständnis aufzuklären, nimmt Jonas diese Identität an und verliebt sich in Julia. Dann taucht der echte Sebastian auf.

Der renommierte dänische Top-Regisseur Ole Bornedal (“Nightwatch”) veranschaulicht in düsterer Drastik die fatalen Folgen, die eine Amour Fou in seinem romantische Noir-Thriller nehmen kann. Ein Identitätswechsel leistet in dem spannenden Puzzle kriminellen Verwicklungen Vorschub.

Nach einem Autounfall fühlt sich Jonas mitschuldig, besucht das im Koma liegende Opfer Julia im Krankenhaus. Deren Familie hält ihn prompt für Julia neuen Freund Sebastian, den sie in Kambodscha kennen lernte. Weil Julia und ihr Leben ihn faszinieren, Gedächtnisverlust ihre Erinnerungen blockieren, lässt sich Jonas auf das Spiel mit einer fremden Identität ein, bis die Vergangenheit gewaltsam in die Gegenwart eindringt.

Nach einem katastrophalen Autounfall mit tragischem Ausgang fühlt sich Jonas mitschuldig und besucht das im Koma liegende Opfer Julia im Krankenhaus. Deren Familie hält ihn fälschlicherweise für Julias neuen Freund Sebastian, den sie in Kambodscha kennen lernte. Weil Julia und ihr Leben ihn zunehmend faszinieren und Gedächtnisverlust ihre Erinnerungen blockieren, lässt sich Jonas auf das gefährliche Spiel mit einer fremden Identität ein, bis die Vergangenheit gewaltsam in die Gegenwart eindringt und er in eine prekäre Situation gerät.

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Film startet mit drei Liebesszenen, die zunächst vollkommen zusammenhangslos wirken. Ein blutender Mann, der auf dem Asphalt im Regen liegt, während eine Frau um ihn trauert. Ein Paar in ihren 30ern, das im Bett liegt und eine liebevolle Unterhaltung hat. Und ein junges Paar, das weinend und mit der Pistole in der Hand kurz vor einem Selbstmord/Mord steht.

    Die Bedeutung dieser Szenen wird erst am Ende des Filmes im vollen Umfang offenbart. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg, der gepflastert ist mit skurrilen Momenten und einer anrührenden Liebesgeschichte. Was sich zunächst anhört wie das dänische Remake von Während du schliefst, bekommt durch die einzigartige Handschrift Ole Bornedals aber bald eine charmante Schräglage.

    Der ironische Kommentar von Jonas, der den Film begleitet, der geniale Schnitt, die absurden Charaktere – Willkommen im Universum von Bornedal, das manchmal auch nicht vor den empfindlichen Mägen der Zuschauer Halt macht.

    Jonas erzählt seine Geschichte aus dem Off und hinterfragt immer wieder amüsiert seine eigenen Handlungen. Auch die Unterhaltungen zwischen Jonas und seinem besten Freund Frank tragen zur Reflektion des Filmes bei. So wird die eigentlich belanglose Geschichte auf einmal zu einem intelligenten Abgleich mit der Wirklichkeit, zu einem Spiegelbild unserer Gesellschaft.

    Der faszinierende Schnitt von Anders Villadsen, der Szenen miteinander kombiniert, die man im klassischen Film auf jeden Fall meiden würde, trägt zur einigartigen Erzählweise bei. Auch die geniale Kamera von Dan Laustsen drängt sich nicht in den Vordergrund, sondern rundet die Geschichte erst ab.

    Und dann die faszinierenden Charaktere, die alle trotz ihrer Allüren bis zu den Knochen authentisch wirken. Natürlich gibt es einige Absonderlichkeiten zu bestaunen, die vielleicht nicht realistisch sind, doch letztendlich werden sie durch ihren Regisseur niemals verraten.

    Ole Bornedal, der in den 90ern durch seinen dänischen Horrorfilm Nattevagten (Nightwatch) bekannt wurde und dann nach Hollywood ging um Nightwatch noch einmal mit Ewan McGregor zu verfilmen, zündet hier wieder einmal ein emotional intelligentes Feuerwerk, das nicht nur im europäischen Kino nach Vergleichen sucht. Man kann nur hoffen, dass er auch in Zukunft noch nicht ausgedient hat, sondern uns weiterhin mit Filmen dieser Art verwöhnt.

    Fazit: Genialer Film, der Schnitt und Kamera nutzt, um eine absonderliche Geschichte zu erzählen.
  • Mit einer obsessiven, multipel fatalen Liebesgeschichte kehrt Regisseur Ole Bornedal überzeugend zum Thriller zurück.

    In einer Zeit, in der Dänemarks Dogmatiker Seelenseismologie betrieben, Lebensdramen mit starkem Realbezug erzählten, drehte Bornedal Genrefilme – und das bereits mit seinem Debüt “Nightwatch” sehr erfolgreich. 14 Jahre danach bringt er mit “Bedingungslos” einen weiteren Mix aus Mysterium und Spannung in die deutschen Kinos, nun eingebettet in eine Amour fou. “Schöne Frauen und ein Geheimnis, so fängt ein Film noir immer an”, erklärt eine der Figuren die Bezüge dieser irrationalen Lovestory auch zur Schwarzen Serie. Sie zeigen sich im naiven, moralisch instabilen Antihelden, in einer Femme fatale, die dessen Talfahrt in den Abgrund unwissentlich einleitet und schließlich im Erzähler, der nicht mehr im Pool am “Sunset Boulevard” treibend, sondern auf dem regennassen Asphalt einer dänischen Stadt liegend sein Leid von den fatalen Folgen der Lust klagt. Schuldgefühle, durch seinen verkehrsuntauglichen Wagen einen Unfall mitausgelöst zu haben, treiben Jonas (Anders W. Berthelsen) ins Krankenhaus zum Unfallopfer Julia (Rebecka Hemse), die im Koma liegt. Prompt wird der verheiratete Familienvater von deren Familie für Julias Freund Sebastian gehalten, den sie beim Urlaub in Kambodscha lieben gelernt hat. Die Situation ist peinlich, Julia und ihr offensichtlich aufregenderes Leben aber verführerisch genug, um Jonas Verstand zu narkotisieren und ihn fortan das Leben eines anderen führen zu lassen. Begünstigt wird dies, weil Sebastian laut Jonas bestem Freund längst tot sein soll und Julia, aus dem Koma erwacht, an Amnesie und vermindertem Sehvermögen leidet. Mit solchen Tricks versucht Autor-Regisseur Bornedal seiner kühn konstruierten, an Cornell Woolrichs mehrfach verfilmten Roman “I Married A Dead Man” erinnernden Geschichte Glaubwürdigkeit zu verleihen. Wie gut sie erzählt ist, wie geschickt der Schnitt die Zeitebenen verbindet, die Geheimnisse des Plots anreißt, ohne sie zu verraten, wie unheimlich Bornedal die Geister von “Nightwatch” in einigen Szenen wieder heraufbeschwört, zeigt sich darin, dass sich für den Zuschauer die Prioritäten verschieben. Er muss in einer Geschichte über irrationale Gefühle nicht unbedingt glauben, sondern nur akzeptieren, muss nicht “Bedingungslos” lieben, kann in Bornedals fünften Spielfilm aber große Qualitäten entdecken. kob.

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