Battle of the Sexes - Gegen jede Regel

  1. Ø 4.8
   Kinostart: 23.11.2017
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Filmhandlung und Hintergrund

Battle of the Sexes - Gegen jede Regel: Sportlerdrama mit Emma Stone und Steve Carell über einen berühmten Tennis-Showkampf im Jahr 1973, der als Kampf der Geschlechter in die Geschichte einging.

Weil sie glaubt, Frauen sollten denselben Lohn, denselben Respekt wie Männer erhalten, wird die Tennis-Ikone Billie Jean King (Emma Stone) als Rebellin betrachtet. In den 1970er Jahren ist es noch gang und gäbe, dass männliche Sportprofis das Achtfache ihrer weiblichen Pendants verdienen. Billie Jean King kämpft deshalb öffentlich für die Gleichstellung der Frau. Und eckt damit bei Managern und Meinungsmachern an. Als sie von dem alternden Tennis-Macho Bobby Riggs (Steve Carell) zum Kampf der Geschlechter herausgefordert wird, sieht King die Chance, vor der Weltöffentlichkeit ein Zeichen zu setzen.

Am 20. September 1973 stehen sich Riggs und King in Houston gegenüber. Weltweit beobachten rund 90 Millionen Zuschauer das Match, auf das ein Preisgeld von 100.000 Dollar ausgesetzt ist. Doch die beiden Kontrahenten kämpfen nicht nur gegeneinander, sondern auch gegen private Schatten: King fühlt sich zu ihrer Trainerin Marilyn Barnett (Andrea Riseborough) hingezogen, muss die Beziehung jedoch geheim halten. Riggs, inzwischen ein abgehalfterter Ex-Profi, hat gewaltige Schulden und ist bereit, sich völlig zu verkaufen. Auf dem Court entscheidet sich jedoch mehr als nur das Schicksal der beiden.

“Battle of the Sexes” – Trailer

“Battle of the Sexes – Gegen jede Regel” - Besetzung

Verantwortlich für die Inszenierung von “Battle of the Sexes” sind die beiden Filmemacher Jonathan Dayton und Valerie Faris (“Ruby Sparks – Meine fabelhafte Freundin“), die bereits mit dem gefeierten Drama “Little Miss Sunshine” bewiesen haben, dass sie die richtige Mischung aus Humor und Tragödie auf die große Leinwand bringen können. Das Drehbuch stammt von dem “Slumdog Millionär“-Autoren Simon Beaufoy.

Für die Hauptrolle der Billie Jean King wurden lange sowohl Emma Stone (“La La Land“) als auch Schauspielkollegin Brie Larson (“Schloss aus Glas“) gehandelt. Grund dafür ist, dass Stone aufgrund von Terminkonflikten nicht an der Produktion teilnehmen konnte, weshalb Brie Larson einspringen sollte. Nachdem es jedoch zu Verzögerungen gekommen war, verlies Larson “Battle of the Sexes” und Emma Stone konnte ihre designierte Rolle übernehmen. Von amerikanischen Kritikern wird sie für ihre Performance inzwischen als mögliche Oscarkandidatin gehandelt. Erst 2017 gewann Emma Stone die Trophäe für “La La Land”.

“Battle of the Sexes” – Hintergründe zum Tennis-Match

Die Sportlerdramödie “Battle of the Sexes” basiert auf dem realen Showkampf zwischen dem Wimbledongewinner Bobby Riggs und der Newcomerin Billie Jean King. Riggs, der zu dem Zeitpunkt bereits 55 Jahre alt war, trat gegen die 29-jährige King an, nachdem er sich in der Öffentlichkeit als provozierender Macho gegeben hatte. Nach ihrem Sieg in drei Sätzen (6:4, 6:3, 6:3) wurde King als Ikone der Frauenrechte gefeiert – der Sänger Elton John widmete ihr sogar das Lied Philadelphia Freedom. Der Showkampf wurde am Fernseher weltweit von 90 Millionen Menschen gesehen und ist damit als eines der zuschauerstärksten Sportereignisse aller Zeiten in die Geschichte eingegangen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Verblüffende Komödie über einen berühmten Tennis-Showkampf im Jahr 1973.

    Tennis mag die “Sprache des Lebens” sprechen, wie Andre Agassi einst sagte, aber im Kino ist es ein bislang eher unterrepräsentierter Sport, was auch daran liegen mag, dass sich die auf dem Platz spontan entfaltende Dramatik schwer überzeugend in ein inszeniertes Medium übertragen lässt. Es sei denn, man findet einen Ansatz, von einem Match zu erzählen, das tatsächlich, noch einmal Agassi, “eine Miniatur des Lebens” ist. Wie “Battle of the Sexes”. Dass im Mittelpunkt des neuen Films der “Little Miss Sunshine”-Macher Jonathan Dayton und Valerie Faris, die mit einem wunderbaren Drehbuch von Simon Beaufoy arbeiten, das er ursprünglich für Danny Boyle geschrieben hatte, ein Showkampf steht, mag bezeichnend sein, weil er eben wie das Kino ist, größer als das Leben.

    Es geht also um den legendären “Zweikampf der Geschlechter”, als der einstige Tennischamp Bobby Riggs, ein geborener Showman, der sich mit regelrechter Wonne als “chauvinistisches Machoschwein” inszenierte, 1973 die seinerzeit beste Tennisspielerin der Welt, Billie Jean King, zum Match herausforderte, um zu beweisen, das auch ein untrainierter, in die Jahre gekommener Mann jede Frau der Welt auf dem Court schlagen kann. Wie das Filmemacher-Ehepaar Faris und Dayton aus dieser Prämisse einen mitreißenden Publikumsfilm machen, das ist die große Kunst. Weil es zwar auch, aber eben nicht nur um Geschlechterkampf geht zu einer Zeit, als Feminismus und Gleichberechtigung zumindest in der breiten Öffentlichkeit ein eher noch milde belächeltes Konzept waren und kaum hinterfragt wurde, dass Männer ungleich besser bezahlt wurden als Frauen. Auf dieser Basis, die eine Geschichte, die vor 44 Jahren spielt, clever im Bewusstsein des Hier und Jetzt verankert, baut sich das liebevolle, immer verständnisvolle Porträt der beiden Protagonisten auf. Zunächst scheint klar, wem die Sympathie des Films gilt: Billie Jean King, gespielt von einer fast nicht wiederzuerkennenden Emma Stone in ihrer ersten Rolle nach ihrem Oscar-Triumph mit “La La Land”, ist die Heldin, weil sie es ist, die mit den meisten Hindernissen konfrontiert ist.

    Unterstützt von ihrer Managerin, flamboyant und Kette rauchend gespielt von Sarah Silverman, wird sie aufgebaut zur Galionsfigur einer neuen Frauentennistour, die sich von den männlichen Kollegen zu emanzipieren versucht, während sich die verheiratete Spielerin unerwartet in eine andere Frau verliebt und auch noch mit ihrer sexuellen Identität zu hadern hat. Ihr Gegenspieler Riggs, gespielt von dem immer wunderbaren Steve Carell, erscheint im Vergleich zunächst wie eine Karikatur, offenbart auf dem Weg zum Showdown aber eine ganz eigene Tragik, die ihm unerwartete Tiefe verleiht. Alle Knöpfe werden zur richtigen Zeit gedrückt, wie es sich für einen Crowdpleaser gehört, der weiß, dass der Weg in die Köpfe des Publikum nur über das Herz führt. Wenn “Battle of the Sexes” eine Schwäche hat, dann liegt das an seiner überheblichen Haltung. Man befindet sich nie wirklich im Jahr 1973, sondern blickt immer nur darauf, kopfschüttelnd und besserwissend. Dabei wäre das nicht nötig: Man muss nur in die Augen der Figuren sehen, und man weiß alles, was man wissen muss. ts.

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