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Aus heiterem Himmel

Kinostart: 22.05.2003

Filmhandlung und Hintergrund

Gefühlvolle Tragikomödie aus Argentinien über eine junge Frau, die von einem lesbischen Pärchen und einer Reise ans Meer aus ihrer Verschlossenheit gelockt wird.

An einem Tag wie jedem anderen brechen zwei wilde junge Damen in das überschaubare Leben der übergewichtigen Verkäuferin Marcia (Tatiana Saphir) ein und verschleppen ihr „Opfer“ auf einen turbulenten Road Trip in einem entführten Taxi. Ziel der schrägen Truppe ist zunächst das Meer und dann der Besuch bei einer lieben Tante. Im Laufe der Tour wird Marcia klar, dass das Leben mehr zu bieten hat als Job, Kirche und Küche.

Thelma & Louise“ grüßt sachte aus der Ferne, doch dieses schwarzweiß fotografierte Road Movie aus Argentinien hält wenig von Tod oder Verderben: Nach actiongeladenem Beginn schippert „Aus heiterem Himmel“ gemütlich ins Fahrwasser der anrührenden Außenseiterkomödie.

Die schüchterne Verkäuferin Marcia zieht vom Land nach Buenos Aires und wird dort eines Tages von zwei jungen lesbischen Punkerinnen verfolgt, die sie zu einem Ausflug ans Meer einladen - in der Absicht, das unschuldige Mädchen zu verführen. Der seltsame Ausflug endet schließlich im Haus der Tante einer der jungen Frauen, in dem genügend Raum für Gefühle aller Art zu finden ist.

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Darsteller und Crew

  • Tatiana Saphir
    Tatiana Saphir
  • Carla Crespo
    Carla Crespo
  • Verónica Hassan
    Verónica Hassan
  • Beatriz Thibaudin
    Beatriz Thibaudin
  • Maria Merlino
    Maria Merlino
  • Marcos Ferrante
    Marcos Ferrante
  • Ana Maria Martinez
    Ana Maria Martinez
  • Susana Pampín
    Susana Pampín
  • Luis Herrera
    Luis Herrera
  • Diego Lerman
    Diego Lerman
  • Maria Meira
    Maria Meira
  • Sebastian Ariel
    Sebastian Ariel
  • Nicolas Martinez Zemborain
    Nicolas Martinez Zemborain
  • Orilo Blandini
    Orilo Blandini
  • Benjamín Avila
    Benjamín Avila
  • Alberto Ponce
    Alberto Ponce
  • Juan Ignacio Bouscayrol
    Juan Ignacio Bouscayrol

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Aus heiterem Himmel: Gefühlvolle Tragikomödie aus Argentinien über eine junge Frau, die von einem lesbischen Pärchen und einer Reise ans Meer aus ihrer Verschlossenheit gelockt wird.

    Trotz der wirtschaftlichen Misere schlägt sich Argentiniens Filmlandschaft wacker und zeigt, dass sich auch mit wenig Geld hervorragende Filme auf die Beine stellen lassen. Diego Lermans erster abendfüllender Spielfilm „Aus heiterem Himmel“, selbst geschrieben, inszeniert und produziert, ist ein gefühlvolles Drama, ein poetisch melancholisches Roadmovie, das von unkonventionellen, starken Frauenfiguren unterschiedlicher Generationen dominiert wird.

    Wie aus heiterem Himmel entwickelt sich der Gang der Geschichte. Da ist zunächst die introvertierte Marcia (Tatiana Saphir): sie ist dick, nicht gerade hübsch, trägt ziemlich altmodische Klamotten und arbeitet in einem Unterwäscheladen in Buenos Aires. Die Freizeit schlägt sie mit Kreuzworträtseln und Chipsessen vor dem Fernseher tot. Glücklich ist sie nicht. Eher ziemlich leer. Dann sind da Mao (Carla Crespo) und Lenin (Véronica Hassan), ein punkiges, freakiges und provozierendes Lesbenpärchen mit krimineller Neigung, das in der Stadt herumdriftet und Mopeds klaut. Eines Tages treffen sie auf Marcia. Aus plötzlichem Begehren, einer momentanen Laune heraus folgen sie ihr und bedrängen sie mit eindeutigen Angeboten auf offener Strasse Die perplexe, träge, entscheidungsunwillige Marcia lässt sich von den beiden auf eine Reise ins Nirgendwo entführen, erblickt zum ersten Mal das Meer, erlebt Abenteuer bei Lenins kettenrauchender Tante Blanca und insgeheim realisieren sich ihre urgeheimsten Wünsche. Das Gefühl von Zeitlosigkeit breitet sich aus: Der Realität ganz entrückt entspinnt sich eine skurril anmutende Ménage à trois, in der die Unberechenbarkeit menschlicher Begegnungen auslotet werden. Grobkörnige, manchmal verschwommene Bilder in Schwarzweiss, der Wechsel von weitläufigen Landschaftsaufnahmen und wie Stilleben wirkende Nahaufnahmen der Figuren forcieren den Eindruck, die Geschichte spiele in einer irrealen Welt, abgehoben vom Alltag. Das sich Einlassen auf eine unvorhersehbare, auf den ersten Blick geradezu absurd und provokant anmutende Situation, ein sich Treiben lassen, das Ausbrechen aus festgefügten Normen stellt der 1976 geborene Lerman ins Zentrum und inszenierte mit einfachsten Mitteln eine sehr gefühlvolle, leise Tragikomödie, die auf mehreren Filmfestivals mit Preisen bedacht wurde, so z.B. mit dem Silbernen Leoparden in Locarno 2002. bas.

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