Auf Augenhöhe

  1. Ø 4.9
   2016

Auf Augenhöhe: Mit einer außergewöhnlichen Vater-Sohn-Geschichte voller Humor und Dramatik avanciert dieser "besondere Kinderfilm" zu einem flammenden Plädoyer für die Akzeptanz des Andersseins.

Auf Augenhöhe Poster

Kinotickets in

Kinotickets in

Noch sind keine Kinotickets in diesem Ort verfügbar.

Alle Bilder und Videos zu Auf Augenhöhe

Filmhandlung und Hintergrund

Auf Augenhöhe: Mit einer außergewöhnlichen Vater-Sohn-Geschichte voller Humor und Dramatik avanciert dieser "besondere Kinderfilm" zu einem flammenden Plädoyer für die Akzeptanz des Andersseins.

Michi (Luis Vorbach) hat mit seinen 10 Jahren bereits einige Schicksalsschläge erleiden müssen: Seinen Vater hat er nie kennen gelernt und vor kurzem verstarb seine Mutter. Seitdem lebt Michi im Kinderheim und versucht sich dort unter seinen leidgeplagten Altersgenossen zu behaupten. Als er in den Nachlässen seiner Mutter nachforscht, findet er einen Brief seiner Mutter adressiert an einen gewissen Tom. Er glaubt darin seinen Vater gefunden zu haben und macht sich auf die Suche nach ihm. Er hofft, nun endlich einen starken, großen Mann anzutreffen, der ihm den Wunsch nach einem neuen Zuhause erfüllt. Doch die Überraschung folgt auf dem Fuße: Tom (Jordan Prentice) ist kleinwüchsig! Für beide Beteiligten ist der Schock zunächst groß: Für Michi ist Tom die reinste Witzfigur und er möchte am liebsten nichts mit ihm zu tun haben. Für Tom hingegen ist die Nachricht der plötzlichen Vaterschaft überfordernd. Trotzdem versucht er eine Beziehung zu seinem vermeintlichen Sprössling aufzubauen. Während sie sich zwar körperlich auf Augenhöhe begegnen, können sie nicht so schnell über ihren eigenen Schatten springen, um eine andauernde und respektvolle Verbindung einzugehen. Doch dann erwartet beide eine weitere überraschende Nachricht.

„Auf Augenhöhe“: Hintergrundinformationen

Geschrieben und inszeniert wurde der Kinderfilm vom Regieduo Evi Goldbrunner und Joachim Dollhopf. Die beiden haben sich in der gemeinsamen Studienzeit an der Filmuniversität Babelsberg „Konrad Wolf“ kennen gelernt – sie studierte Drehbuch, er Regie. Bereits während ihres Studiums haben sie gemeinsam Projekte realisiert: Der Kurzfilm „I Don’t Feel Like Dancing“ (2008) gewann 13 Auszeichnungen auf Festivals, während ihr Abschlussfilm „Wags“ (2009) auf der Berlinale gezeigt und mit den „First Steps Award“ ausgezeichnet wurde. „Auf Augenhöhe“ ist ihr erster, gemeinsamer Langspielfilm.

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

So werten die User Ø
(14)
5
 
12 Stimmen
4
 
2 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (2 Stimmen)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

  • „Besonders wertvoll”

    Michi ist zehn Jahre alt und lebt seit dem Tod seiner Mutter in einem Kinderheim. Als er durch Zufall einen Brief seiner Mutter findet, in dem Hinweise auf einen Mann namens Tom, seinen Vater stehen, malt er sich diesen Vater in den schönsten Farben aus. Und begibt sich auf die Suche nach ihm. Umso enttäuschter ist er, als er feststellen muss, dass sein Vater kleinwüchsig ist. Dazu kommt noch der Hohn seiner Freunde im Kinderheim, die ihn und seinen Vater auf gemeine Art verspotten und sich über sie lustig machen. Eines Tages hält Michi es nicht mehr aus, läuft weg und landet in der Wohnung seines Vaters. Was zunächst der Not entspringt, entwickelt sich im weiteren Verlauf der Handlung zu einer warmherzigen Annäherung und schließlich auch zu wahren Gefühlen füreinander. AUF AUGENHÖHE, der im Rahmen der Initiative "Der besondere Kinderfilm" entstand, ist ein filmisches Plädoyer für Toleranz, Respekt und Offenheit Menschen gegenüber, die nicht der üblichen Norm entsprechen. Michi, gespielt von Luis Vorbach, ist eine ideale Identifikationsfigur, mit der Kinder schon im Grundschulalter mitfühlen und deren Ängste sie verstehen können. Michis anfängliche Scheu und Ablehnung weichen der Erkenntnis, dass Menschen nicht nach Äußerlichkeiten bewertet werden sollten und so zeigt sich, ganz ohne erhobenen Zeigefinger, auf was es wirklich im Leben ankommt. Gleichwohl verharmlost der Film die Probleme, die mit Behinderungen wie der Kleinwüchsigkeit einhergehen, nicht. Er zeigt die alltäglichen Schwierigkeiten, die Ablehnung, die diese Menschen erfahren und zeigt auch die Hilflosigkeit selbst der erwachsenen Freunde Toms. AUF AUGENHÖHE ist ein Film, der Kindern auf sehr emotionale und verständliche Weise ein wichtiges Thema und eine schöne Botschaft näher bringt und auch durch seine Übertragbarkeit auf andere Bereiche überzeugt. Und dazu ein Film, der nicht nur jüngere Zuschauer zu unterhalten weiß, zum Nachdenken anregt und letztlich hoffnungsfroh aus dem Kinosaal entlässt.

    Jurybegründung:

    AUF AUGENHÖHE ist in jeder Hinsicht ein besonderer Kinderfilm. Dieses Lob leitet die Jury nicht etwa aus der außergewöhnlichen Entstehungsgeschichte dieses wundervoll sensibel erzählten Films ab, gehört er doch in das Fördermodell "Der besondere Kinderfilm", eine Initiative des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Nein, diese Wertschätzung zielt unter anderem auf das besonders gute Drehbuch ab, das als Grundlage für diesen dramaturgisch und handwerklich überzeugend ausgeführten Kinderfilm dient, der Probleme nicht glättet, sondern offen zur Diskussion stellt. Verschiedenheiten wie Größe, Geschlecht oder Hautfarbe begegnen viele Menschen mit Vorurteilen, die selten auf eigenen Erfahrungen beruhen, sondern einfach übernommen werden. Und so müssen sich insbesondere junge Menschen eine tolerante Haltung erarbeiten, um so, wie hier im Film, durch anteilnehmende Beobachtung andere Meinungen, Lebensweisen oder Abweichungen von der Norm zulassen zu können.

    AUF AUGENHÖHE bietet eben diese Perspektive und vermittelt dazu wichtige Botschaften zwischen Selbstwertgefühl und Akzeptanz des Andersseins, in einer Welt wo die Verachtung des Schwächeren oft als der beste Schutz gegen eigene Ohnmachtsgefühle gilt.

    Unaufgeregt und völlig alltäglich schafft AUF AUGENHÖHE Ordnung in das unübersehbare Gewirr eigener Toleranzbeziehungen. Die Handlung dieses mit vielen wichtigen persönlichkeitsbildenden Themen vollbepackten Jugenddramas wirkt psychologisch durchweg überzeugend und setzt die Vielfalt der Lebenswirklichkeiten glaubwürdig in Szene. Dazu trägt auch die exzellente Kameraarbeit von Jürgen Jürges und das nicht minder stimmige Casting bei, vor allem der Kinderdarsteller, allen voran Luis Vorbach, der als Michi vollends überzeugt.

    FBW-Jugend-Filmjury:

    (www.jugend-filmjury.com)

    Der Film AUF AUGENHÖHE handelt vom zehnjährigen Michi. Nach dem Tod seiner Mutter lebt er im Heim, bis er eines Tages erfährt, wo sein leiblicher Vater lebt. Michi hat sich gefreut, endlich eine Familie gefunden zu haben, doch die erste Begegnung mit seinem Vater Tom ist eine Enttäuschung. Tom, der kleinwüchsig ist, wird von den anderen Kindern gedemütigt und verspottet. Es ist traurig anzusehen, dass selbst Michi seinen Vater nicht akzeptiert. Die Beziehung der Beiden verändert sich im Laufe des Films. Sie sind fast gleich groß, aber erst mit der Zeit begegnen sie sich auf Augenhöhe. Die meiste Zeit des Filmes ist die Kamera auf Augenhöhe der beiden Hauptdarsteller und sehr nah an ihnen dran. Die kreative Kameraführung, zum Beispiel Handkamera und Vogelperspektive, sowie der aufwändige Schnitt bringen Spannung in den Film. Außerdem versteht man so Toms Probleme besser. Die ausdrucksstarke Farbzusammensetzung unterstreicht die Gefühle von Tom und Michi. Das zeigt auch, wie abwechslungsreich der Film ist. Die eine Szene ist sehr dunkel gehalten, zum Beispiel als Michi sich allein gelassen fühlt. Im nächsten Bild leuchten die Farben wieder hell und fröhlich, genauso wie im echten Leben. In einem Moment fühlt man sich einsam und im nächsten passiert schon wieder etwas Schönes...und dann überrascht ein Ende, dass keiner erwartet hätte. Wir empfehlen den Film ab 9 Jahren, weil es im Film auch um die Gefühle des Vaters geht und die erst ab diesem Alter richtig nachvollziehbar sind.

    Emotional: 5 Sterne
    Realistisch: 4 Sterne
    Traurig: 4 Sterne
    Unterhaltsam: 4 Sterne
    Spannend: 4 Sterne

    Gesamtbewertung: 5 Sterne.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Mit einer außergewöhnlichen Vater-Sohn-Geschichte voller Humor und Dramatik avanciert dieser “besondere Kinderfilm” zu einem flammenden Plädoyer für die Akzeptanz des Andersseins.

    Nach “Winnetous Sohn” und “Ente gut! Mädchen allein zu Haus” ist “Auf Augenhöhe” das dritte Werk der Initiative “Der besondere Kinderfilm”, das den Weg in die Kinos findet. Vor ihrem Start wird die Regiearbeit von Evi Goldbrunner und Joachim Dollhopf auf dem Filmfest München sowie beim “Goldenen Spatz” in Erfurt und Gera gezeigt. “Der besondere Kinderfilm” zeichnet sich dadurch aus, dass er auf einem Originalstoff basiert, also keiner etablierten Marke zu Grunde liegt, und gesellschaftspolitisch relevante Themen auf unterhaltsame Weise transportiert. Da macht auch “Auf Augenhöhe” keine Ausnahme.

    Das Drama erzählt die Geschichte des zehnjährigen Waisenjungen Michi, der eines Tages erfährt, dass er einen Vater hat. Eigentlich ein Grund zur Freude, kann er doch nun endlich dem Heim entfliehen und unter der Obhut eines starken Mannes ein neues Leben beginnen. Doch die Enttäuschung ist groß, als Michi erkennen muss, dass sein Vater kleinwüchsig ist. Da es für ihn aber kein Zurück mehr gibt, müssen sich die beiden wohl oder übel zusammenraufen. Das gelingt nach und nach immer besser, bis eine überraschende Nachricht die fragile Bande zu durchbrechen droht.

    Das Langfilmdebüt des Duos Goldbrunner/Dollhopf arbeitet die Konflikte der Protagonisten sehr akkurat heraus – so kann man Michis zunächst ablehnende Haltung ebenso verstehen wie die Überforderung eines Außenseiters, der plötzlich mit seinem Sohn konfrontiert wird. Zahlreiche Szenen wie etwa jene, in der ein Gartenzwerg mit Penisattrappe vor Michis Fenster baumelt, zeigen eindringlich, wie grausam (Heim-)Kinder vermeintliche Schwächen anderer ausnutzen. Doch mit zunehmender Spielzeit entwickelt sich “Auf Augenhöhe” – im Übrigen ein origineller doppeldeutiger Titel – zu einem flammenden Plädoyer für die Akzeptanz des Andersseins und den Mut, sich zu jemandem, der nicht der Norm entspricht, zu bekennen.

    Neben Newcomer Luis Vorbach, der lediglich bei den emotionalen Momenten ein wenig über das Ziel hinausschießt, und Jordan Prentice, der nach “Brügge sehen… und sterben” eine weitere großartige Performance abgibt, überzeugen auch die Nebendarsteller, allen voran Anica Dobra als Frau vom Jugendamt, die Herz und Gefühl über Bürokratie stellt. Wirkungsvoll auch die dialogfreien Momente – wenn etwa Tom mit seinen Jungs zum Rudern geht oder Michi auf dem Longboard unterwegs ist – die die Kamera-Legende Jürgen Jürges in leinwandfüllende Bilder verarbeitet hat. Trotz aller Ernsthaftigkeit bleibt noch viel Raum für Humor, auf verbaler Ebene mit witzigen Wortspielen, oder in visueller Hinsicht, wenn Prentice etwa in seiner Puppenküche sitzt, fürs Guckloch an der Tür auf eine Leiter steigt und Dobra beim Hausbesuch auf die (für sie) viel zu niedrige Couch hinunterplumpst. lasso.

Zuletzt angesehen und Empfehlungen

News und Stories

Kommentare