Filmhandlung und Hintergrund

Drei Paare in drei Wohnungen, deren Schicksale sich innerhalb von drei Tagen kreuzen und verändern.

Eine Hochhaussiedlung am Rande Wiens. Eva (Petra Morzé), Krankenschwester, Ehefrau und Mutter Mitte Dreißig verliebt sich in den polnischen Arzt Tomasz (Andreas Patton), der sich auf der Durchreise befindet, und mit sehr intimen Fotos von Eva wieder verschwindet. Supermarktkassiererin Sonja (Susanne Wuest) ist so eifersüchtig, dass sie vor ihrem treulosen Freund Marco (Denis Cubic) vorgibt, schwanger zu sein. Eine von Marcos Affären ist die ältere Nicole (Martina Zinner), die nach der Trennung von ihrem gewalttätigen Ehemann Alex (Andreas Kiendl) mit ihrem Sohn alleine lebt.

Österreichs Oscar-Kandidat 2005 ist gleichzeitig Österreichs Version virtuos konstruierter Schicksalsreigen wie „Short Cuts“ oder „Amores Perros“ und zeigt ungeschönt und schonungslos die Realität der Bewohner einer Vorstadt-Hochhaussiedlung.

Eine Hochhaussiedlung am Rande Wiens. Eine vierzigjährige Krankenschwester, Ehefrau und Mutter verliebt sich in einen polnischen Arzt auf der Durchreise. Eine junge Supermarktkassiererin gibt vor ihrem treulosen Freund vor, schwanger zu sein. Eine seiner Affären ist die ältere Nicole, die nach der Trennung von ihrem gewalttätigen Ehemann mit ihrem Sohn alleine lebt.

Am Rande Wiens leben in einer Hochhaussiedlung die unterschiedlichsten Individuen, und doch haben sie ein gemeinsames Ziel, die Suche nach Liebe und Anerkennung. Wie etwa die Krankenschwester Eva, die Beruf und Familie im Griff zu haben scheint, aber sich dann in einen polnischen Arzt verliebt. Oder die junge Supermarktkassiererin Sonja, die ihrem treulosen Freund vorgibt, schwanger zu sein. Der wiederum hat ein Verhältnis mit Nicole, die nach der Trennung von ihrem gewalttätigen Ehemann mit ihrem Sohn alleine lebt.

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Kritikerrezensionen

  • Antares - Studien der Liebe: Drei Paare in drei Wohnungen, deren Schicksale sich innerhalb von drei Tagen kreuzen und verändern.

    Welche Einzelschicksale verbergen sich hinter den unzähligen gleichförmigen Fenstern einer Hochhaussiedlung? Welche Dramen und Leidenschaften? Götz Spielmann nimmt diese Frage auf und wirft einen Blick in eine Siedlung in einem Randbezirk Wiens. Auf den Hofer Filmtagen gehörte sein Film zu den Highlights, seine Ausstatterin Katharina Wöppermann wurde mit dem Preis für das beste Szenenbild ausgezeichnet.

    Krankenschwester Eva (Burgschauspielerin Petra Morzé) ist um die vierzig, sie führt ein ereignisarmes aber friedliches Leben als Ehefrau und Mutter. Bis sie Tomasz (Andreas Patton) begegnet, einem polnischen Arzt auf der Durchreise. Mit ihm erlebt sie leidenschaftliche Stunden. Obwohl sie wenig voneinander wissen und verbal kaum miteinander kommunizieren, lässt Eva sich fallen und entdeckt ihre bis dato unbekannte erotische Seite. Eine Begegnung, die ihr Leben für immer verändern wird. Die junge Supermarktkassiererin Sonja (Susanne Wuest) lebt mit Marco (Dennis Cubic) zusammen, dem Sohn jugoslawischer Einwanderer. Der impulsive junge Mann nimmt es mit der Treue nicht so genau, was die ohnehin krankhaft eifersüchtige Sonja schier in den Wahnsinn treibt. Um Marco an sich zu binden, gibt Sonja vor, schwanger zu sein. Doch die Lüge lässt sich nicht lange aufrecht erhalten. Marcos Affäre ist die einige Jahre ältere Nicole (Martina Zinner). Sie hat sich von ihrem gewalttätigen Ehemann Alex (Andreas Kiendl) getrennt und lebt seitdem allein mit ihrem Sohn in der Hochhaussiedlung. Doch Alex will sich nicht mit der Trennung abfinden und bedrängt seine Exfrau. Zunächst mit Rosensträußen und Geschenken, dann mit verbaler und körperlicher Gewalt. Doch Nicoles Entscheidung steht.

    Drei Paare in drei Wohnungen, deren Schicksale sich innerhalb von drei Tagen kreuzen und verändern. Geschickt verwebt Götz Spielmann die Episoden miteinander, lässt die Wege der Protagonisten wie zufällig in der Wohnsiedlung kreuzen, bis sie sich schließlich am Ende in einer Klinik wiederfinden. Parallelen mit „Short Cuts“ oder „Amores perros“ drängen sich auf, wenngleich Spielmann betont, sein Drehbuch sei zum Kinostart von Iñárritus Film schon fertig gewesen. Doch nicht nur die Struktur und die visuell gelungene Umsetzung, besonders die hervorragenden Leistungen der Darsteller - fast alle sind erstmals in einer Kinohauptrolle zu sehen - und die Emotionalität der Episoden machen „Antares“ zu einer Entdeckung.

    Obgleich das Drama die ungeschönten Realitäten in einer Hochhaussiedlung zeigt und damit an den aktuellen Realismus im österreichischen Kino anknüpft, ist er alles andere als ein dröges Sozialdrama. Im Vordergrund stehen die Sehnsüchte der Protagonisten und der kostbare Moment, an dem sie ihrem bisherigen Leben eine neue Wendung geben könnten. Anders als etwa sein Wiener Kollege Ulrich Seidl überzeichnet Spielmann seine Figuren in keinem Moment und lässt ihnen ihre Würde. So haben etwa Eva und Tomaszs Sexszenen nichts Voyeuristisches an sich, offenbaren Evas sehnsüchtige Blicke mehr als ihr nackter Körper.

    „Antares“, der Titel leitet sich von dem gleichnamigen Doppelstern im Zentrum des Sternbildes Skorpion her, der in der Astrologie für die Leidenschaft steht, ist Österreichs diesjähriger Kandidat für eine Nominierung als bester nichtenglischsprachiger Film. Nach diversen Festivalauftritten, u.a. im Wettbewerb von Locarno und in Toronto, hat er bislang nicht nur in Österreich, sondern auch in Frankreich und in den USA einen Verleih gefunden. Auch in Deutschland sollte er ein interessiertes Arthouse-Publikum begeistern können. zim.

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