Filmhandlung und Hintergrund

Satire über eine populäre US-Talentshow, in der Träumer, Karrieristen, Kriegshelden und Terroristen zusammentreffen.

Martin Tweed (Hugh Grant), Moderator der populären Casting-Show „American Dreamz“, liebt heimlich die unheimlich untalentierte Farmerstochter Sally (Mandy Moore). Auch gedenkt er sein Programm aufzupeppen, indem er einen orthodoxen Juden und einen radikalen Muslim für die neue Staffel castet. Omer (Sam Golzari) soll für arabische Hintermänner einen Anschlag im Rahmen der Sendung vorbereiten. Da trifft es sich gut, dass der US-Präsident seine Jury-Teilnahme fürs Finale ankündigt.

Die Gebrüder Chris und Paul Weitz, Schöpfer der „American Pie„-Serie, halten Unterhaltungswesen und US-Außenpolitik den Zerrspiegel vor in einer gutgelaunten, das Tabu nicht scheuenden Mediensatire.

„American Dreamz“ ist Amerikas Top-Talentshow. Für die neue Staffel sucht der Moderator gewohnt rücksichtslos selbsternannte Gesangswunder, die sich duellieren und blamieren. Der neue Jahrgang übertrifft alle Erwartungen, versammelt im Finale Rabbi-Rapper, Karrieristin, Kriegsheld und einen gutmütigen terroristischen Schläfer, der den US-Präsidenten, VIP-Juror der Show, in die Luft jagen soll.

„American Dreamz“ heißt „seine“ Show, die der ewig grinsende, Goldkettchen-bewehrte Gastgeber Martin Tweed höchst professionell und vor allem erfolgreich moderiert. Jetzt steht wieder eine neue Staffel an, diesmal allerdings wird es der naive „Schläfer“ Omar bis ins Finale schaffen, der wegen seiner Musical-Vorliebe das afghanische Terroristen-Trainingslager vorzeitig verlassen musste. Und der amtierende Präsident Staton will seine Beliebtheitswerte durch einen Auftritt als VIP-Juror steigern.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Regisseur Paul Weitz schnürt in „American Dreamz – alles nur Show“ ein explosives Päckchen aus politischem Kabarett und Parodie des Showbetriebs. Wem die Gefühlsausbrüche der Kandidaten in „Deutschland sucht den Superstar“ manchmal suspekt vorkamen, findet hier seine Zweifel lustvoll bestätigt: Echt ist, was gut ankommt. Die blonde Sally, die eine gewisse Ähnlichkeit mit Britney Spears hat, erhält zu Hause Besuch vom Fernsehen: Sie ist für die Show ausgewählt! Sally kreischt und hüpft im Kreis. Doch stopp, nochmal von vorne, Sally: Die Kamera war nicht eingeschaltet.

      Ein Star zu sein, sich öffentlich zu produzieren, was für ein Traum! Für den Stabschef von Präsident Staton ist das im Moment ein Albtraum: Wie kann der Mann den Bush-Verschnitt, dessen Beliebtheit im Sinkflug begriffen ist, wieder zum Helden der Nation machen? Da hilft nur ein Auftritt in der Talentshow, und dass Staton bloß keine Zeitungen mehr zum Frühstück liest! Eigenes Denken schadet dem Marketing.

      Für Omers arabischen Cousin wiederum ist das Karaokesingen im Partykeller, das ruckelige Tanzen vor dem Spiegel, der Inbegriff des amerikanischen Traums. Weil er einmal zu viel shoppen geht, erwischt das Fernsehteam der American-Dreamz-Show den Bewerber nicht zu Hause. Macht nichts, dort singt und tanzt gerade Omer: Tweeds Araber ist gefunden. Was wird Omer im Finale singen? „I did it my way!” Vor dem Bildschirm im Terroristencamp entflammt Begeisterung.

      Alle sind sie ja heimliche Fans des amerikanischen Popstar-Traums, auch die Feinde der Nation. Das ist einer dieser verblüffenden Geistesblitze in Weitz’ Drehbuch. Zur komödiantischen Spannung trägt entscheidend bei, dass diese Eigenschaft parallele Szenarien verbindet, wie sie gegensätzlicher kaum sein könnten: hinter den Kulissen der Show, im Schlafzimmer des Präsidenten, im Wüstenzelt der bärtigen Terroristen, im Südstaatenheim der süßen Sally.

      Das Sahnehäubchen aber ist Hugh Grant. Unvergesslich, wie er in „Tatsächlich...Liebe“ als britischer Premier im weißen Hemd ein paar tänzerische Hüftschwünge probierte. Hier gibt er als Martin Tweed eine Reprise solcher Performances mit Wuschelkopf. Die Skala seiner leicht aufgeknöpften Hemden reicht von himmel- bis zu nachtblau mit Streifen. Einmal fährt er mit Sonnenbrille und Lederjacke im roten Cabrio – der Traum von cooler Lässigkeit hat sein Bild gefunden, und das drückt die eigentliche Filmhandlung minutenlang auf Pause. Aber Weitz’ bissige Satire fügt Grants Repertoire auch eine kalte, dämonische Note hinzu.

      Entlarvend, aktuell, geistreich, schonungslos: Gründe, diesen Film zu sehen, gibt es viele. Und doch schleicht sich am Ende ein leichtes Hungergefühl ein: Für einen Spielfilm fehlt schließlich doch das große Ganze, das mehr ist als die Summe seiner Einzelteile. Dieses eigene Herz schlägt hier nicht, „American Dreamz – alles nur Show“ bleibt mit seinem alleinigen Ehrgeiz, verschiedene Realitäten durch den Kakao zu ziehen, auf dem Niveau einer besseren Sitcom.

      Fazit: In dieser bissigen Satire stellen sich Karaokesänger, der amerikanische Präsident und arabische Terroristen die Frage: Wie werde ich TV-Superstar?
    2. American Dreamz - Alles nur Show: Satire über eine populäre US-Talentshow, in der Träumer, Karrieristen, Kriegshelden und Terroristen zusammentreffen.

      Weder Weitz- noch reizlos ist diese sanfte Satire über Celebrity-Wahn und Parallelen zwischen Showbiz und Politik, mit der Paul Weitz seine zweite Soloinszenierung vorlegt.

      Als Autor und Koautor hat Weitz mit „American Pie“ den Sexklamauk reanimiert, mit der Nick-Hornby-Adaption „About a Boy“ und der Business-Komödie „Reine Chefsache“ zumindest zwei Studien in Charme absolviert. Jetzt fühlt er sich berufen, den Traum vom Ruhm, die Manipulationsmechanismen von Politik und Fernsehen und Nahost-Terrorismus in einer Satire kollidieren zu lassen. Auch wenn er sich damit leicht übernommen hat, seine Ziele zu offensichtlich sind und seine Munition nicht scharf genug ist, legt Weitz auch hier eine Komödie vor, die mit einigen guten Momenten aufwarten kann. Schwerer als in der überzeugenderen zweiten Häfte tut sich sein Film zu Beginn, wenn die verschiedenen Plot-Stränge angelegt werden, die schließlich im Finale zusammenlaufen. Zunächst wird Hugh Grant, bereits in „About a Boy“ mit giftigen Spurenelementen, als selbstverliebter, rücksichtsloser Moderator der Hit-Show „American Dreamz“ eingeführt. Wie in „Deutschland sucht den Superstar“ tummeln sich in diesem Wettbewerb talentfreie Zonen und überschaubare Vokalbegabungen, wird vor allem durch peinliche Auftritte Quote gemacht. Hoffnungen auf den Sieg darf sich Sally (Mandy Moore) machen, die hinter dem Image des guten amerikanischen Mädchens eine kalte Karrieristin verbirgt. Trittbrett für ihren Aufstieg wird Ex-Freund William. Nachdem sie ihn sprichwörtlich in die Wüste geschickt hat, er auf dem Weg zum ersten Irakeinsatz verwundet wird, holt sie den Instanthelden medienwirksam an ihre Seite zurück. Schärfster Rivale im Kampf um den Show-Thron wird ein terroristischer Schläfer, der sich im arabischen Trainingscamp nicht nur durch sein Faible für „Chorus Line“ disqualifiziert hat, jetzt aber für seine Ausbilder interessant wird. Denn der US-Präsident soll im Finale der Show als Juror auftreten und dabei mit Hilfe einer Bombe zur Hölle fahren. Dennis Quaid genießt seinen Auftritt als einfältiger Staatschef auf den Spuren von Lloyd Bridges („Hot Shots 2“), der eine Angstneurose pflegt und Placebos für illegale Drogen hält. Auch Grant steht seine berechnende Figur gut, die sein ungeliebtes Image als romantischer Hush Puppy demontiert. In Analogien zeigt die Regie, wie sehr sich Politik und Showbiz ähneln. Dominant ist dabei das Bild der Fremdsteuerung, denn hinter dem Präsidenten steht sein Stabschef, hinter Sally ihr Agent und hinter dem Schläfer die Terroristen. Dass auch sie dem American Way of Life verfallen, ist für einige harmlose Gags gut und spiegelt das zentrale Missverständnis der US-Außenpolitik, die selbst anderen Kulturkreisen immer diese Sehnsucht unterstellt. kob.
    3. „Wertvoll”

        (…) In einer geradezu furiosen Mischung aus Soap Opera, Melodram, Satire, Persiflage und schwarzem Humor wird sich hier über die hohle, verlogene und skrupellose Welt der TV-Realität hergemacht, aber auch über die Drahtzieher der Politik und der Politiker, die sich wie Marionetten fernsteuern lassen. Der „Knopf im Ohr“, über den der amerikanische Präsident Joseph Stanton seine Instruktionen erhält, die ihn „funktionieren“ lassen, wird auch im Fernsehen für bessere Direktiven in Nachrichtensendungen und im Entertainment benutzt.

        Statt billigem Klamauk bietet der Film über amerikanische Träume und Albträume eine dramaturgisch sauber und stringent inszenierte Story mit überraschenden Entwicklungen, konsequent bis fast zum Schluss, als dann dem Gesetz des Happy End folgend, die Geschichte einen aufgesetzt wirkenden Epilog bekommt.

        Hervorragend sind die Darsteller in dieser menschlichen Komödie, die letztlich alle tragische Figuren verkörpern - der Moderator der Show ist ein ebenso gebrochener Charakter wie die junge Frau, die um jeden Preis ein Star werden will und deren Mutter alle Bilder aus ihrer Kindheit verbrannt hat, auf denen das Mädchen unansehnlich fett war. Des Erfolges und des Ruhmes wegen werden neue Realitäten geschaffen, wird die eigene Biographie neu erfunden, um den Gesetzen der Public Relation fürs Fernsehen Genüge zu tun.

        Alles ist Show - in diesem Fall eine überaus sehenswerte.

        Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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