Almost Heaven

   Kinostart: 25.08.2005

Filmhandlung und Hintergrund

Roadmovie, in dem Heike Makatsch als unheilbar kranke Countrysängerin versehentlich auf Jamaika landet und ein neues Leben beginnt.

Die deutsche Country-Sängerin Helen (Heike Makatsch) träumte schon immer von einem Auftritt im legendären Blue Bird Café in Nashville, Tennessee. Nun jedoch droht ihr eine unheilbare Krankheit einen viel zu frühen Strich durch die Rechnung zu machen. Kurz entschlossen und gegen den Willen ihres besorgten Freundes flieht sie aus der Klinik und setzt sich ins nächstbeste Flugzeug nach Amerika, ohne zu ahnen, dass sie statt nach Nashville geradewegs nach Jamaica in die Heimat des Reggae fliegt. Dort landet sie ohne Geld und Beziehungen im Haushalt der netten Kleinkriminellen Rosie (Nikki Amuka-Bird).

Heike Makatsch ist in diesem gefühlvollen Roadmovie voll schillerndem Lokalkolorit wieder auf Country-Pfaden unterwegs, nachdem sie bereits für BucksMännerpension“ „Stand by your Man“ intonierte.

Als Helen erfährt, dass ihr nur noch wenig Zeit zum Leben bleibt, reißt sie aus dem Krankenhaus und vor ihrem besorgten Ehemann aus, um ihren großen Traum - als Countrymusikerin in Nashville aufzutreten - zu erfüllen. Durch widrige Umstände landet sie im falschen Flieger am falschen Ort und muss sich fortan ohne Geld auf Jamaika durchschlagen. Und lernt Land, Leute und Reggae lieben.

Bilderstrecke starten(16 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Almost Heaven

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

4,5
2 Bewertungen
5Sterne
 
(1)
4Sterne
 
(1)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Almost Heaven: Roadmovie, in dem Heike Makatsch als unheilbar kranke Countrysängerin versehentlich auf Jamaika landet und ein neues Leben beginnt.

    Heike Makatsch klopft in diesem sommerlichen, multikulturellen Feel-Good-Roadmovie des deutschen Filmemachers Ed Herzog sozusagen an „Heaven’s Door“: Wie Jan Josef Liefers und Til Schweiger in Thomas Jahns Hitkomödie spielt sie eine Todgeweihte mit unheilbarer Krankheit, die sich auf ihre (vor)letzte Reise begibt.

    Da Makatschs Countrysängerin Helen davon träumt, einmal im legendären Bluebird Café in Nashville aufzutreten, soll es also dorthin gehen. Ihr Mann Carlo (Wotan Wilke Möhring) rät aus Sorge ab, aber Helen reißt aus dem Krankenhaus aus, und durch eine Verwechslung am Flughafen landet sie statt im Mekka der Countrymusik in Reggaetown: Kingston, Jamaika. Durch eine weitere Verkettung widriger Umstände kommt sie von dort einfach nicht mehr weg und strandet ohne Geld bei der Tage- und Kleingelddiebin Rosie (Nikki Amuka-Bird).

    „Almost Heaven“ ist eine berührende Geschichte über die Freundschaft zwischen zwei unterschiedlichen Frauen, der zielstrebigen und sehr ernsthaften Helen, die für ihre zum Sterben schöne Umgebung kein Auge übrig hat, und Rosie, die im Moment lebt, ihre Träume längst aufgegeben hat, aus jeder Situation versucht, das Beste zu machen. Eine Geschichte über die Freundschaft zwischen Country und Reggae, zwei gegensätzlichen Lebensauffassungen, Melancholie und Freude, und irgendwann stellt der Film heraus, dass es doch beiden gleichermaßen um Heimat geht. Regisseur Ed Herzog lässt Legenden des Reggae in Person (z. B. Dancehall-Legende Carl Bradshaw in einer Nebenrolle) und John Denver und Loretta Lynn in den Songs, die Makatsch zum Besten gibt, auftreten, schenkt ihren Texten ausführlich Gehör und macht sein Roadmovie, natürlich, letztlich zu einem Film über die Suche nach der Heimat des Herzens.

    Heike Makatsch lag sichtlich viel an ihrer Rolle, sie stand für Herzog als Wunschbesetzung fest, nicht erst seit sie in Detlev Bucks „Männerpension“ „Stand By Your Man“ sang, sie hat sich für die Finanzierung des Projekts eingesetzt und spielt ihre Figur mit einer Wärme und Ernsthaftigkeit, die vom ersten Moment an rührt. Man muss sich schon an ihre kratzige Stimme gewöhnen, und gleichzeitig vor ihrem Mut den Cowboyhut ziehen. Sie trägt den Film auf etwas wackligen Beinen, was dem Wagnis des Unternehmens noch authentischere Züge verleiht, als der Film sie ohnehin schon trägt - mit seinen fast dokumentarischen Bildern, die den Umständen der Dreharbeiten auf Jamaika entsprechend mit viel Improvisationstalent umgesetzt wurden, unterstrichen durch sepiagetönte, impressionistische Bilder der Insel, von Land und Leuten, die alle großartig besetzt sind. In der finalen Straßenfestszene, in der Helens und Rosies Welten eins werden, scheinen alle - von den Schauspielern bis zum Kameramann Sebastian Edschmid - die Waffen vor dem Südseefeeling zu strecken.

    Dank Makatschs Präsenz und der Ernsthaftigkeit ihrer Figur überwiegen hier die tragischen Töne. Dies bedeutete für Herzog eben nicht ständiges Bacardi-Feeling, sondern vielmehr eine Verbeugung vor dem hier Pate gestandenen „The Harder They Come“, dem ersten jamaikanischen Kinofilm über Reggae-Superstar Jimmy Cliff, der für alle Facetten des Landes und der Kultur ein Auge hat. Nach „Almost Heaven“ möchte man jedenfalls annehmen, dass sich Cliff prima mit John Denver verstanden hätte, dessen Klassiker „Country Roads“ der Titel des Films entliehen ist. deg.

Kommentare

  1. Startseite
  2. Alle Filme
  3. Almost Heaven