Alle Anderen (2008)

Alle Anderen: Humorvoll aufbereitetes Beziehungsdrama über ein ungleiches Paar, dessen Liebe bei einem gemeinsamen Urlaub auf eine schwere Probe gestellt wird.
Kinostart: 18.06.2009
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Filmhandlung und Hintergrund

Alle Anderen: Humorvoll aufbereitetes Beziehungsdrama über ein ungleiches Paar, dessen Liebe bei einem gemeinsamen Urlaub auf eine schwere Probe gestellt wird.

Das ungleiche Paar Chris (Lars Eidinger) und Gitti (Birgit Minichmayr) verbringt den Urlaub im Haus seiner Eltern auf Sardinien und lebt seine unkonventionelle Beziehung in trauter Zweisamkeit aus. Eigentlich wollten sie Chris’ ehemaligem Studienfreund Hans (Hans-Jochen Wagner) und seiner schwangeren Frau Sana (Nicole Marischka) aus dem Weg gehen. Als man sich aber doch trifft, will Chris deren Beziehungsmodell kopieren – mit schwerwiegenden Folgen.

Grausam genau beobachtet Maren Ade (“Den Wald vor lauter Bäumen”), wie eine unorthodoxe Liebe schwer geprüft wird, als sie mit klassischen Rollenbildern konfrontiert wird. Ein intensives und vielschichtiges Beziehungsdrama, das mit subtilem Humor “Szenen einer Ehe” ergründet.

Die unkonventionelle Beziehung von Chris und Gitti wird bei einem gemeinsamen Urlaub in Sardinien auf den Prüfstand gestellt. Ein Treffen mit einem anderen Paar, das nicht nur beruflich erfolgreicher ist, sondern auch scheinbar besser mit der Rollenverteilung von Mann und Frau umgeht, ist der Auslöser. Chris lässt sich beeinflussen. Und auf einmal gerät die ganze fragile Beziehung ins Wanken, weil Gitti zwangsläufig daran scheitern muss, dem Wunschbild ihres Freundes zu entsprechen.

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Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Der gemeinsame Urlaub von Chris und Gitty wird zur Beziehungsprobe: In der sehnsuchtsvollen Ferienstimmung auf Sardinien, losgelöst vom Alltag, spitzen sich die Probleme des Paares um Freiheit und Anpassung drastisch zu. Die intimen und allzu bekannten Gefühle, Situationen und Handlungsmuster werden von den herausragenden Darstellern so wahrhaftig und lebensnah vermittelt, dass es beinahe schmerzt. Und so bleiben neben den bestechend natürlichen Dialogen auch die allein durch Blicke und Körper vermittelten Stimmungen und Momente haften. Ein frisches und zugleich reifes Werk, das zutiefst beeindruckt und den jungen Film von seiner hoffnungsvollsten Seite zeigt.

    Jurybegründung:

    Wenn man im Kino beginnt darüber nachzudenken, dass man genau solche Menschen in solchen Situationen auch kennt - ja, dass man vielleicht sogar selber mal ein ähnliches Drama durchlebt hat, dann hat der Film bereits gewonnen. Und genau diese Wirkung hat der Film Alle Anderen von Maren Ade, in dem von nichts anderem erzählt wird als von einem Paar, das bei einem gemeinsamen Urlaub eine Krise durchlebt.

    Ein Kammerspiel auf Sardinien, bei dem die Kamera erstaunlich intim mit den beiden Protagonisten wird und das Spiel von Birgit Minichmayr, in der Rolle der Gitti, sowie Lars Eidinger, in der Rolle des Chris, so spontan und glaubwürdig wirkt, dass es unmöglich ist, zu erkennen, wie viel da Improvisation und wie viel mit virtuoser Präzision umgesetzter geschriebener Dialog ist. Die beiden beginnen die Rollen, die sie im Verhältnis zueinander eingenommen haben zu hinterfragen, nachdem sie ein befreundetes Paar treffen, das im konventionellen Sinne die Erwartungen perfekt erfüllt. Er ist im Beruf erfolgreich, sie unterstützend und schwanger, während Chris selbst sowohl beruflich wie auch in der Beziehung zutiefst verunsichert ist und Gitti ihn mit ihrer spontanen, forschen Art eher fordert als umsorgt. Zwei Stunden lang sehen wir dem Paar dabei zu, wie es die komprimierten Phasen einer Beziehung durchläuft, und es ist eine große Qualität des Films, dass er dabei bis zum Schluss die Intensität und Spannung durchhält.

    Maren Ade ist es gelungen, den für einen Urlaubsaufenthalt typischen Situationen (wie Grillabend mit Bekannten oder Wanderung in die Landschaft) jeweils einen dramaturgisch interessanten Dreh zu geben, und manchmal merkt man dann doch, wie pointiert und zutreffend die scheinbar dahingesagten Dialoge letztlich sind ("Brunhilde"). Doch am wirkungsvollsten wird in den Nuancen erzählt. Darin etwa, wie verletzt Gitti Chris ansieht, wenn dieser mit den anderen Partei gegen sie ergreift, oder was sich in seinem Gesicht abspielt, als sie ihn alleine im Cafe entdeckt. So etwas gelingt nur, wenn ein Film mit großem Einfühlungsvermögen und einer klugen Liebe zu den Charakteren gemacht wird. Dies ist Maren Ade hier sehr eindrucksvoll gelungen.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Die unkonventionelle Beziehung von Chris und Gitti wird bei einem gemeinsamen Urlaub in Sardinien auf die Probe gestellt. Ein Treffen mit einem anderen Paar, das nicht nur beruflich erfolgreicher ist, sondern auch scheinbar besser mit der Rollenverteilung von Mann und Frau umgeht, ist der Auslöser. Chris lässt sich beeinflussen. Und auf einmal gerät die ganze fragile Beziehung ins Wanken, weil Gitti zwangsläufig daran scheitern muss, dem Wunschbild ihres Freundes zu entsprechen.

    Mit “Den Wald vor lauter Bäumen” empfahl sich Maren Ade als Regisseurin mit Zukunftsperspektive. Fünf Jahre später beweist sie mit einem intensiven Beziehungsdrama voller präziser Beobachtungen großes Talent. Ausgehend von einer simplen Konstruktion entwickelt sie eine vielschichtige Betrachtung, die humorig und verspielt beginnt und sich dramatisch steigert.

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