Der Wald vor lauter Bäumen (2003)

Der Wald vor lauter Bäumen: Eine junge Lehrerin, die ihre erste Stelle in einer fremden Stadt antritt, findet nur schwer Anschluss...
Kinostart: 27.01.2005
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Filmhandlung und Hintergrund

Der Wald vor lauter Bäumen: Eine junge Lehrerin, die ihre erste Stelle in einer fremden Stadt antritt, findet nur schwer Anschluss...

Am ersten Arbeitstag an der Realschule in Karlsruhe ist die junge, frisch aus der Provinz zugereiste Lehrerin Melanie Pröschle (Eva Löbau) noch frohen Mutes. Doch bald haben ihr vorlaute, unverschämte Schüler, eine mitleidslos-eiskalte Kollegenschar und die resoluten Eltern den letzten Schneid abgekauft. Wenigstens die Freundschaft zur Nachbarin Tina (Daniela Holtz) soll ihren grauen Alltag aufhellen. Doch Tina will von all dem eigentlich gar nichts wissen.

Der Abschlussfilm der Regisseurin und Drehbuchautorin Maren Ade beginnt als prototypische Satire auf Schulchaos und Pisa-Studie, um sich in der zweiten Halbzeit in einen handfesten Psychothriller zu verwandeln.

Melanie Pröschle, eine junge Lehrerin aus Schwaben, tritt ihre erste Stelle an einer Realschule in Karlsruhe an. Sie hat sich vorgenommen, alles richtig zu machen. Doch die Kollegen und Schüler sind von ihrer “Pädagogik” genervt. Bald macht sich Einsamkeit breit. Melanie lässt sich nicht entmutigen und knüpft Kontakt zu ihrer Nachbarin Tina. Aber die will davon nichts wissen.

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Kritikerrezensionen

  • Sie sind die Hölle, diese Gutmenschen, die sanft durchs Leben schreiten, ihrer Umwelt damit auf die Nerven gehen und ständig ein schlechtes Gewissen suggerieren: Ein Exemplar dieser Spezies ist die junge Lehrerin Melanie Pröschle, sie tritt mit Elan ihre erste Stelle an und will alles besser machen. Das Drama, das 2003 in Hof Premiere feierte, stellt sich in Sundance in der neuen Sektion World Cinema Competition der internationalen Konkurrenz.

    Fast anderthalb Jahre dauerte es, bis Maren Ades Regiedebüt ins Kino kommt, Festivalleiter von Toronto über Vancouver, Göteborg, Hongkong oder San Francisco erkannten den Wert des Films früher als deutsche Verleiher. Zwischen unfreiwilliger Komik und tiefer Tragik erzählt die Absolventin der HFF München vom Mangel an Kommunikation, Selbstsicherheit und Durchsetzungsfähigkeit – vom fehlenden Vertrauen ins Leben. Dabei hat Melanie Pröschle die notwendigen Voraussetzungen, anerkannt zu werden. Sie ist hübsch, intelligent und engagiert. Letzteres etwas zuviel. Ohne Eltern und Ex-Freund will sie bei Zero anfangen, ausgerechnet in Karlsruhe, wo nicht gerade der Bär steppt. Schnell stößt die Birkenstockträgerin mit ihren Ideen bei den Kollegen ins Leere und bei den Schülern auf Abwehr, die bald ihre Schwachstellen gnadenlos ausnutzen, sogar die Eltern gegen sie aufhetzen. Auch ihre Versuche, mit der Nachbarin eine Freundschaft aufzubauen, scheitern an ihrer verzweifelten Aufdringlichkeit. Einsamkeit, Selbstbetrug und -erniedrigung lassen ihr keine Chance.

    Es existierte zwar ein genaues Drehbuch, aber um die Szenen herum wurde improvisiert, was der Authentizität zugute kommt, der dokumentarische Stil des auf Digital Video gedrehten Films (50 Stunden Material) macht Handlung und Handelnde noch glaubhafter, der psychologische Wiedererkennungswert ist hoch. Eva Lobau als Junglehrerin, aus deren Perspektive das Unheil seinen Lauf nimmt, wirkt in ihrer Zartheit und Zögerlichkeit überzeugend, auch wenn sie keine Möglichkeit zur Identifikation bietet, durch falsche Hoffnungen und Fixierung auf Einzelheiten, den “Wald vor lauter Bäumen” eben nicht mehr sieht. Nebendarsteller wie Daniela Holtz als Freundin-Projektion, die sich dem Zwang zur Liebe entzieht oder der Kollege mit Hang zum “Dritte Welt Tag” sind ebenfalls optimal besetzt. Ein Drama mit komödiantischen Elementen, das an bestes US-Independent-Kino erinnert. mk.

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