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Ab ins Paradies

   Kinostart: 01.03.2001

Filmhandlung und Hintergrund

Melancholische Komödie und Coming-of-Age-Story um eine tschechische Familie, die 1969 ins Wirtschaftswunderland Deutschland auswandert.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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2 Bewertungen
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Kritikerrezensionen

  • Ab ins Paradies: Melancholische Komödie und Coming-of-Age-Story um eine tschechische Familie, die 1969 ins Wirtschaftswunderland Deutschland auswandert.

    An die herzlich humorigen Filme des großen tschechischen Regisseurs Jiri Menzel („Heimat, süße Heimat“) erinnert der Debütfilm vom Iva Svarcová (Regie und Buch), die der Schlitzohrigkeit des böhmischen Nationalcharakters und der sprichwörtlichen Subversivität ihrer wie Schweijk handelnden Landsleute ein Denkmal setzt. Wie in Jan Sveraks Erfolg „Kolya“ wird aus der Perspektive einer Jugendlichen erzählt, wie sich eine tschechische Familie 1969 in Deutschland durchschlagen muss, aber dem Wirtschaftswunderland wieder den Rücken kehrt.

    Hannah (Karen Fisher als eigensinniger Teenager) flieht mit ihrer Familie als Folge des Einmarsches der Truppen des Warschauer Paktes nach Deutschland. Bereits im Asylantenheim gibt es Schmunzelszenen en masse zwischen Schwarzhandel, „Playboy“-Lektüre und Busfahrt nach Nürnberg zum Gelände der Reichsparteitage. Der Vater arbeitet auf dem Bau, man bekommt Asyl gewährt, erst eine Bruchbude, dann eine Wohnung, aber weil die Mutter dem Kaufrausch im Angebot der Warenflut der Konsumtempel zwischen Barbie-Puppen und Plastikmöbel verfällt, geht Vaters Firma pleite.

    Immer stimmungsvoll, mit Lust am ironischen Spiel mit nationalen Eigenheiten (Knoblauchbrot, bierselige Stimmung mit „Rosamunde“), Fremdeinflüsse („Yellow Submarine“, die Schlagerstars Heino, Heintje, Howard C.) und purer übermütiger Lebenslust, entsteht eine spitzbübische Exil-Ballade ohne Grimm. Der Titel bezieht sich auf Hannahs Opa (Vlastimil Brodsky als Mann mit Charakter, der die Geheimpolizei austrickst und mit Kaninchen spricht. Prägnante Nebenrollen (Dagmar Manzel, Charles Bauer), der Saxophon-Soundtrack und trefflicher Lokalkolorit ergänzen das runde flotte Vergnügen, das fürs Fernsehen zu schade ist und Programmkinos interessieren sollte. ger.
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