1 Mord für 2

  1. Ø 3.5
   2007

1 Mord für 2: Remake von Joseph L. Mankiewiczs Klassiker "Mord mit kleinen Fehlern", in dem ein gehörnter Krimischriftsteller seinen jungen Rivalen mit einem raffinierten Plan um die Ecke bringen will.

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Filmhandlung und Hintergrund

1 Mord für 2: Remake von Joseph L. Mankiewiczs Klassiker "Mord mit kleinen Fehlern", in dem ein gehörnter Krimischriftsteller seinen jungen Rivalen mit einem raffinierten Plan um die Ecke bringen will.

Als der arbeitslose Schauspieler Milo Tindle (Jude Law) die Einladung des steinreichen Krimiautors Andrew Wyke (Michael Caine) annimmt, hätte er es besser wissen müssen. Der selbstgerechte Wyke hat sich alle materiellen Träume erfüllt – nur seine Frau geht mit Tindle fremd und hat ihn verlassen. Nun heuchelt er Interesse für den jüngeren Rivalen und schlägt ihm einen illegalen Deal vor: Tindle soll Wykes Juwelen rauben, um seiner Freundin ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen.

Der perfide Plan eines gehörnten Krimischriftstellers soll das Leben eines Rivalen beenden – das reimt sich auf Mankiewiczs Klassiker „Mord mit kleinen Fehlern„, dessen elegant-bissiges Remake ein pikantes Kräftemessen mit Besetzungs-Clou und Harold-Pinter-Script bietet.

Andrew Wyke ist durch das Verfassen von Krimis zu Reichtum gekommen. Der selbstgerechte Mann hat alles, was man sich erträumen kann. Aber er weiß auch, dass seine Frau ihn wegen des arbeitslosen Schauspielers Milo Tindle verlassen hat. Wyke lädt den jüngeren Rivalen zu sich in sein entlegenes Anwesen ein und heuchelt Verständnis für die Situation, weist aber auch darauf hin, dass seine Frau Luxus gewöhnt ist und weiterhin einfordern wird. Um ihr ein schönes Leben bieten zu können, soll Milo die Juwelen Wykes stehlen und zu Geld machen. Milo geht auf das Angebot ein, ahnt allerdings nicht, dass Wyke Perfides im Schilde führt.

Andrew Wyke ist durch das Verfassen von Krimis zu Reichtum gekommen. Dennoch hat ihn seine Frau ihn wegen dem arbeitslosen Schauspieler Milo Tindle verlassen hat. Wyke lädt den Rivalen zu sich in sein entlegenes Anwesen ein und heuchelt Verständnis für die Situation, weist aber auch darauf hin, dass seine Frau Luxus gewöhnt ist. Um ihr ein schönes Leben bieten zu können, soll Milo die Juwelen Wykes stehlen und zu Geld machen. Milo geht auf das Angebot ein, ahnt allerdings nicht, dass Wyke Perfides im Schilde führt.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Ein intellektuelles Duell um eine Frau, ein Gefecht um Überlegenheit und Demütigung, denn nur in jener erkennt man die Stärke seines Gegenübers. Dieser Film ist die vorbildliche Kino-Adaption eines Kammerspiels, und mit Michael Caine und Jude Law treffen hier zwei geniale Schauspieler, beide die besten Vertreter ihrer Generation, auf einander. Das nuancenreiche Spiel der Mimik sowie eine unglaubliche Kulisse regen die Schaulust wie den Intellekt bei der Enträtselung dieses gegenseitigen Fallenspiels an - spannend bis zur letzten Minute.

    Jurybegründung:

    Wer ist hier Täter, wer Opfer? Wer trickst gerade oder legt sein wahres, tiefstes Inneres frei? Wo verläuft die Grenze zwischen Gut und Böse, zwischen Genie und Wahnsinn?

    Dieser Film ist die vorbildliche Kino-Adaption eines Kammerspiels; geschickt werden Elemente des Theaterspiels mit den Tricks und Raffinessen des Kinos bereichert. Schon mit der Eingangssequenz wird bildlich und sprachlich eine Aussicht auf Kinokunst auf höchster Ebene in Aussicht gestellt - und der Zuschauer wird in seiner hohen Erwartung nicht enttäuscht.

    Mit Michael Caine und Jude Law treffen hier zwei geniale Schauspieler, beide die besten Vertreter ihrer jeweiligen Generation auf einander. Hier spielt keiner den anderen an die Wand, sondern sie treiben sich gegenseitig zu schauspielerischer und rezitativer Höchstleistung an.

    Das nuancenreiche Spiel der Mimik ist selbst in kleinsten Gesten und beiläufigen Bewegungen derart ausgefeilt, dass die Schaulust ebenso angeregt wird wie der Intellekt bei der Enträtselung dieses gegenseitigen Fallenspiels. So gelingt es der Regie und den beiden Darstellern, die Zuschauer über die gesamte Länge des Films bei der Stange zu halten, ohne Ermüdungserscheinungen aufkommen zu lassen.

    Ein Genuss für Ohren, Augen und Geist, wie er selten im Kino zu sehen ist.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • „1 Mord für 2“ ist ein wirklich außergewöhnlicher Film, schon allein aufgrund seiner Besetzung. Regisseur Kenneth Branagh kommt mit nur zwei Schauspielern aus: zum einen der schlicht geniale Michael Caine, an seiner Seite der vielleicht nicht ganz so gute, aber immer noch sehr gute Jude Law. Zwischen diesen beiden herrscht vom ersten Moment an eine packende, teilweise bedrohliche Spannung. In dieser Atmosphäre, die nichts Gutes verheißt, entwickelt sich ein klassisches Bühnenstück im modernen Gewand, ein gekonntes Kammerspiel auf Celluloid.

    Der Film besteht aus drei Akten – von denen leider der erste auch der beste ist. Allerdings verhält es sich mit der Dramaturgie ähnlich wie mit den Schauspielern: Jude Law ist nicht schlecht, nur weil er nicht ganz so gut ist wie Michael Caine, und auch die Inszenierung fällt nach dem sehr hohen Niveau des ersten Drittels ein wenig ab, ohne dass man sie je auch nur ansatzweise als schlecht bezeichnen dürfte.

    Doch gerade dieser erste Akt, dieses vorsichtige Abtasten der beiden Männer, die oberflächlich so höflich miteinander umgehen, deren unterschwelliger Hass aufeinander aber dennoch stets zwischen den Zeilen mitschwingt, die bedrohliche Stimmung, die einen immerzu darauf warten lässt, wann die Begegnung zwischen den Kontrahenten eskaliert – das ist großes Kino! Es lohnt sich übrigens, den Film im Original zu sehen, denn „1 Mord für 2“ besticht durch vielsagende, doppeldeutige Dialoge, die einer jeden großen Theaterinszenierung würdig sind.

    Gleiches gilt für die Bühne. Es gibt im gesamten Film nur einen Schauplatz – das Haus von Andrew Wyke ­–, aber das gelungene Produktionsdesign von Tim Harvey trägt enorm zur Stimmung bei. Das Wyke-Anwesen strahlt Macht und Reichtum aus, aber auch Kälte. Es ist die hochtechnisierte Zuflucht eines enorm erfolgreichen Menschen. Und Kenneth Branagh überlässt es seinem kongenialen Schauspieler-Duo, sich in dieser bühnenhaften Umgebung selbst zu inszenieren. Gerade Michael Caine übernimmt im Film quasi die Funktion eines Regisseurs vor der Kamera, wenn er sein Gegenüber immer wieder in einen neuen Raum führt, ihm dort eine genaue Position zuweist und mit seiner kleinen Fernbedienung das Licht entsprechend verändert. Nicht nur der Zuschauer im Kino wird so Zeuge eines gelungenen Schauspiels – auch Andrew Wyke hat offensichtlich das Spiel mit seinem unerwünschten Besucher ganz genau geplant.

    „1 Mord für 2“ geht auf das Theaterstück „Sleuth“ von Anthony Shaffer aus dem Jahr 1971 zurück, das bereits 1972 von Joseph L. Mankiewicz unter dem Titel „Mord mit kleinen Fehlern“ (im Original ebenfalls „Sleuth“) erstmals verfilmt wurde – damals spielte Michael Caine den jungen Liebhaber, in der Rolle des exzentrischen Schriftstellers Andrew Wyke war Laurence Olivier zu sehen.
    Ganz egal, wie das Theaterstück gedacht war, ganz egal, ob das Original aus dem Jahr 1972 der bessere Film war: „1 Mord für 2“ funktioniert, weil er einfach zeitgemäß und sehr modern ist, weil Michael Caine sich mit seiner Fernbedienung in seinem High-Tech-Haus so wunderbar selbst inszeniert, und weil die messerscharfen Dialoge zwischen ihm und Jude Law große Schauspielkunst offenbaren. Mit „1 Mord für2“ ist Kenneth Branagh die zeitgenössische Adaption zeitloser Themen gelungen: es geht um Eifersucht, um die Machtverhältnisse innerhalb einer Beziehung und nicht zuletzt um Demütigung. Denn, um es mit den Worten Andrew Wykes auszudrücken: „Der kürzeste Weg zum Herzen eines Mannes ist Demütigung. Demütigung schweißt zusammen.“ Und dementsprechend basiert das ambivalente Verhältnis der beiden Hauptfiguren, das sich während Wykes Spiel beziehungsweise während der drei Akte des Films entwickelt, einerseits auf großem Respekt – aber andererseits auch auf gnadenloser Demütigung.

    Fazit: Gekonnt inszeniertes, modernes Kammerspiel mit einem brillanten Michael Caine.
  • Kenneth Branagh inszeniert den Kampf zweier Männer um die weibliche Beute als brillantes Schauspielerduell zwischen Michael Caine und Jude Law.

    Wie reagiert ein Mann, wenn ihn der Liebhaber seiner Angetrauten zur Scheidung überreden und das Objekt der Begierde selbst heiraten will? Theater- und Filmregisseur Kenneth Branagh zeigt es in dieser hinreißenden Leinwandadaption nach Anthony Shaffers Theaterstück und zieht alle Register, überrascht mit gelungener filmischer Umsetzung und präzisem Lichteinsatz. Michael Caine mimt den gehörnten Andrew Wyke als abgrundtief sadistischenn Intellektuellen, der den hergelaufenen arbeitslosen Schauspieler Milo Tindle in die sozialen Schranken weist. Als gewiefter Krimi-Autor weiß er, wie man Menschen manipulieren und zu irrationalem Handeln bringen kann. Die Begegnung zwischen den beiden wird zur ultimativen Abrechnung mit Eifersucht und Besitzdenken, Machogehabe und aufgeblasenem Ego. Erst trinkt man gepflegt mehrere Gläschen Scotch, um dann ins Geschäft zu kommen. Wyke schlägt dem überraschten Tindle einen Deal vor: Er soll in sein Haus einbrechen, aus dem Safe millionenschweren Schmuck klauen, damit der Schriftsteller die Versicherung übers Ohr hauen kann, und darf zum Lohn die Geliebte sein Eigen nennen. Per Handschlag besiegelt, wird die diebische Aktion gestartet, aus der sich ein makabres Spiel entwickelt. Denn ein in seinem Stolz verletzter und betrogener Ehemann ist zu allem fähig. Nicht nur Michael Caine als Inkarnation des Perfiden und Jude Law, der ihm an hinterhältigem Einfallsreichtum nicht nachsteht, machen „Sleuth“ zum intelligenten Vergnuegen, die pointierten Dialoge möchte man am liebsten auswendig lernen. Da sitzt jedes Wort und wirft Widerhaken, funktionieren Sätze wie Fallbeile. Kein Wunder, Nobel-Preisträger Harold Pinter schrieb das Drehbuch und reißt mehr seelische Abgründe auf als die Bühnenvorlage oder Joseph Mankiewicz Verfilmung „Mord mit kleinen Fehlern“ aus dem Jahr 1972, in der Michael Caine als jugendlicher Widersacher Laurence Olivier herausforderte. In der neuen Version streiten sich schlicht zwei Männer um die weibliche Beute, der eine hat sie, der andere will sie wieder haben. Der Junge punktet mit Testosteron, Abenteuer und Romanze, der Alte mit Geld, Sicherheit und Ansehen. Dabei geht es den Kampfhähnen irgendwann gar nicht mehr um die Trophäe, sondern nur noch um Wettbewerb und Kräftemessen, um Macht und Männlichkeit und darum, den Konkurrenten zu schlagen, und vor allem, ihn zu demütigen. Ganze Arbeit leistet als Dritte im Bunde die Ausstattung. Von außen ein altmodisches hoch herrschaftliches Haus auf dem Land, innen eine Orgie aus Stahl, Glas und Überwachungskameras. Zum außergewöhnlichen Ambiente noch geschliffener Witz, feine Ironie und grausamer Sarkasmus vom Duo Branagh/Pinter – eine kongeniale Kombination. Schwärzer und böser gehts nicht. mk.

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