Ein junger deutscher Rucksacktourist verliebt sich in Kambodscha in eine Prostituierte. Die Geschichte dieser Liebe erzählt Detlev Buck in seinem Film "Same Same But Different".
Für "Same Same But Different" verließ Detlev Buck Deutschland und drehte erstmals in Kambodscha.
Same Same But Different basiert auf einem autobiografischen Buch von Benjamin Prüfer. Was hat dich damals veranlasst, diesen Roman verfilmen zu wollen, und was macht ihn zu einem guten Filmstoff?
Detlev Buck: Als ich das Buch las, hatte ich viele Farben und Gerüche von einer Vietnamreise in der Nase. Zum guten Filmstoff machen das Buch mehrere Sachen: Es ist dramatisch, hat aber ein Happy End. Benjamin Prüfer tut nicht, was man von ihm erwartet, sondern zieht sein Ding durch. Ich wollte das etwas wie "Romeo und Julia" umsetzen, wo ein Pärchen ebenfalls gegen gesellschaftliche Umstände angehen muss.
Welches waren die größten Herausforderungen beim Dreh in Kambodscha?
Am Anfang sollte alles politisch korrekt sein. Kambodscha will sich als tolles Land darstellen. Probleme passen da natürlich nicht rein. Aber wir wollten keinen Touristenfilm drehen. Schließlich sind wir aber von offizieller Seite gut unterstützt worden. Das war sehr wichtig, weil uns das vor Korruption geschützt hat.
Als Hauptdarstellerin hast du dich für eine Thailänderin entschieden. Warum?
Das war für die Kambodschaner nicht einfach zu akzeptieren. Als ich neben dem Ministerpräsidenten saß, sagte er zu mir: "Unsere Frauen sind auch sehr schön." Aber das hatte ich gar nicht infrage gestellt. Apinya verstand genau, was ich wollte. Viele Schauspielerinnen in Kambodscha kommen eher vom Karaokespiel. Zum Casting erschienen sie weiß geschminkt. Alles war viel pathetischer.
Im Nachbarland Laos gibt es nur ein einziges Kino, nämlich in der Hauptstadt Vientiane. Wie ist die Filmszene in Kambodscha?
Im Prinzip genauso. Es gibt außerhalb von Phnom Penh keine Kinos. Wir zeigten "Same Same But Different" im ältesten der Stadt. Kambodschanische Filme kosten oft nicht mehr als 80.000 Euro und sind meist Horrorkomödien. Fernsehen hat eine größere Bedeutung als Kino. Generell wird die Kultur eher in Liedern verpackt. Aber es gibt sehr viele raubkopierte DVDs.
Dein Film wird sicher ebenfalls als Raubkopie auf Kambodschas Märkten auftauchen. Was denkst du darüber?
Ich halte nichts von Raubkopien. Einerseits kann man zwar stolz sein. Denn je mehr Raubkopien es von einem Film gibt, desto erfolgreicher ist er. Aber natürlich sollte der Urheber auch Teilhaber am Erfolg sein. Das Sich-bedienen ist auf lange Sicht eine Sackgasse. Insgesamt muss man das im Kontext sehen. Wenn sich in Deutschland jemand den Film illegal aus dem Netz zieht, habe ich kein Verständnis dafür. Doch Kambodschaner verdienen durchschnittlich nur 350 Dollar im Jahr. Wer dann einen Dollar für eine Kopie ausgibt, zahlt eine Menge.
Wie beeinflusst es einen Film, wenn man auch finanziell am Projekt beteiligt ist?
Das Risiko, über Budget zu gehen und das selber tragen zu müssen, steckt man nicht einfach weg. Vor allem, wenn man in ein Land wie Kambodscha geht, wo die Uhren anders ticken, wo es vielleicht Krieg geben könnte. Man steht die ganze Zeit unter Strom, muss aber dennoch die Leichtigkeit bewahren.
Welche Erwartungen knüpfst du nun an den Videostart?
Der Film ist eine gute Mischung aus Anspruch und Unterhaltung, ohne oberflächlich zu sein. Deshalb bin fest davon überzeugt, dass die DVD ihre Käufer findet. Viele werden den Film im Kino verpasst haben. Denn wenn ein Film in der ersten Woche keine Zugkraft entwickelt, läuft er in mittleren und kleinen Städten gar nicht erst an.
Warst du schon wieder in Kambodscha?
Noch heute gibt es starke Verbindungen zwischen unserem Team und dem Land. Ich selbst war das letzte Mal zur Premiere im Dezember 2009 dort und hoffe, dass ich im Oktober noch mal hinkomme. Die Familie des Müllmädchen, das im Film eine Rolle spielt, erhält pro Monat 120 Dollar von mir. Seitdem gehen sie und ihre Schwestern regelmäßig zur Schule.
Kannst du dir vorstellen, noch mal in Asien zu drehen?
Auf jeden Fall. Ich war schon mal für ein Projekt in Vietnam, habe schon einen Werbefilm in China gedreht. Ich finde es faszinierend. Für mich ist es sehr spannend, in etwas hineinzublicken, zu dem man sonst keinen Zugang hat. Das muss allerdings nicht in Asien sein.
Hast du eine große DVD-Sammlung?
Ja, aber die ist vollkommen chaotisch. Im Büro hatten wir zudem eine Videosammlung von 1500 Stück. Durch einen Wasserschaden ist leider ein großer Teil dahin.
"Same Same But Different" erscheint auch als Blu-ray. Hast du einen Blu-ray-Player?
Nein, noch nicht. Allerdings denke ich, dass die Vorteile dieses Mediums generell bislang nicht stark genug kommuniziert wurden. Manchmal bin ich mir aber nicht sicher, ob ich zu scharfe Bilder überhaupt sehen will.