Sonnenallee (1999)

Sonnenallee Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Sonnenallee: Ironische, bewußt überzeichnete Burleske über den DDR-Alltag in den 70er Jahren und die kleinen und großen Sehnsüchte der Ossis.

Während Wessis ihre Ost-Nachbarn von Aussichtsplattformen begaffen, versuchen die Bewohner des östlichen Abschnittes der Sonnenallee, ein halbwegs normales Leben zu führen. Der 17jährige Micha und seine Clique üben sich in Alltagsrebellion, und die Alten wagen ihre ganz eigene Mini-Subversion, wenn sie eingeschmuggelten Kaffee trinken oder von der Flucht in den Westen träumen.

Micha Ehrenreich und seine Freunde leben in der DDR der 70er Jahre, in einer Straße, die im Westen beginnt und deren Ende im Osten liegt – die Berliner Sonnenallee. Die Wohnung ist eng, der Nachbar bei der Stasi. Der West-Onkel schmuggelt Nylons und ein grüner Pass läßt Michas Mutter um Jahre altern. Osten hin, Westen her: Das Wichtigste für Micha ist Miriam, die ihrerseits aber einen Wessi will. Trotzdem legt Micha ihr sein Leben zu Füßen und lernt dabei, es in die eigenen Hände zu nehmen.

Spielfilm-Debüt des Theaterregisseurs Leander Haußmann und Überraschungshit des Jahres 1999: Bisweilen ins Groteske überzeichnete Bilder des Heranwachsens im Ost-Berlin der 70er Jahre, exemplifiziert an den Bemühungen von Micha Ehrenreich und seinen Freunden ums andere Geschlecht.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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    "Es war einmal ein Land..." und in diesem Land, der DDR der 70er Jahre, erleben wir Jugendliche in diesem höchst unterhaltsamen Film, die den Schritt zum Erwachsenwerden vollziehen, ein sehr subtiles Gesellschaftsporträt wird gezeichnet. Das Erproben ihrer Grenzen über verbotene Musik und Drogen, über Flucht- und Selbstbehauptungsversuche, von Liebe und Schmerz, ist selten so unpathetisch, liebevoll und dabei präzise und authentisch erzählt worden.

    Mit einem Reigen hervorragend charakterisierter Personen wird die Divergenz zwischen Alltag und Träumen thematisiert. Die durchweg exzellenten Darsteller (besonders Alexander Scheer und Detlev Buck) füllen die Szenen mit Leben; sie lassen bei aller komödiantischen Spielfreude auch ein Stück Tragik und Ernst mitklingen, ohne eine Opfermentalität auch nur anzudeuten.

    Die filmische Gestaltung orientiert sich teilweise (besonders in den Straßenszenen) an Guckkasten-Effekten, die durch die beobachtenden Westtouristen aufgegriffen und mit der Geschichte in einer verdichteten Realität verwoben werden. Kleine Tanz- und Slapstickeinlagen schmücken wie Farbtupfer die Handlung. Die Spannung wird vor allem auch durch eine Musik getragen, die an eine "exotisch" erscheinende Zeit erinnert. In pointierten Dialogen wird die Absurdität von Handlungsweisen deutlich, ohne daß einzelne Personen denunziert würden. Ausstattung, Kostüme und Musikwahl vermitteln das Zeitbild. Sie sind außerordentlich sorgfältig und stimmig erarbeitet.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Grau in grau stellt sich der Wessi die DDR vor. Dass hinter der Mauer auch der (Berliner) Bär steppt, zeigt Leander Haußmann in seinem schrägen Debütfilm über die 70er Jahre. Die Jungs und Mädels hauen auf die Pauke und wollen sich fernab der Staatsideologie amüsieren. Und Micha, der gerne Popstar werden möchte, hat nur Eine im Sinn, die unerreichbare Miriam.

    Leander Haußmann und Thomas Brussig, ausgezeichnet mit dem diesjährigen Drehbuchpreis, kommen beide aus der DDR, deshalb dürfen sie auch locker in dieser Burleske Stasi-Ängste und Blockwart-Mentalität in die Pfanne hauen. Mitten durch die Sonnenallee verläuft die deutsch-deutsche Grenze. Während auf der West-Seite Leute neugierig von Aussichtsplattformen “Zonis” wie Affen im Zoo beobachten, versuchen die Bewohner der anderen Seite der Sonnenallee ein halbwegs normales Leben zu führen. Das heißt für den 17jährigen Micha und seine Clique, die täglich am Kiosk herumhängen und dem örtlichen Polizisten (ABV) ein Dorn im Auge sind, verbotene Westmusik, ein paar kleine Freiheiten, mal ein Mix aus Asthmamittel, Club-Cola und Tollkirsche zur Bewusstseinserweiterung mangels der im Westen beliebten Hanfpflanze, oder – Gipfel der Tollkühnheit – das Urinieren auf den “antifaschistischen Schutzwall”. Aber auch die Alten proben die Mini-Subversion im Alltag – da trinkt man selig vom Onkel Heinz “geschmuggelten” Kaffee, schaut Westfernsehen oder plant – wie Michas Mutter – mit dem gefundenen “grünen Pass” sich einfach rüberzumachen, um dann doch im entscheidenden Moment reumütig umzukehren. Witzig, manchmal zwischen schwarzem und plakativen Humor unschlüssig pendelnd, erzählt Leander Haußmann von kleinen und großen Träumen, läßt es so richtig menscheln, zeichnet seine Helden wider Willen mit liebevoller Zärtlichkeit. Und so ganz nebenbei kommt in dieser Komödie auch Politik ins Spiel, nicht nur wenn die einstigen Freunde ihre Rollen tauschen, der Rebell zum Kollaborateur wird und der Angepaßte gegen das System rebelliert. Dem Intendant des Bochumer Schauspielhauses gelingen wunderbare Szenen, wenn beispielsweise der schmächtige Micha seinen omnipotenten Wessi-Konkurrenten mit Sport-Schlitten bei der Angebeteten mit sprödem Ossi-Charme aussticht, der West-Onkel mit rutschfester Perrücke den allwissenden Larry markiert, der tumbe DDR-Grenzer beim Qualitätsvergleich eines echten (ost)deutschen Apfels mit den modischen (West)Lychees den Sieg des Sozialismus über den Kapitalismus voraussagt oder eine Existentialistin einen Jungmann “entbübt”. Hervorragend die Schauspieler: Allen voran Alexander Scheer, Henry Hübchen und Ignaz Kirchner, dessen Asche in der Kaffeedose landet. Mit diesen Pfunden könnte “Sonnenallee” wuchern. Daß der Film am 7. Oktober, dem 50. Jahrestag der DDR-Gründung startet, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. mk.

Darsteller und Crew

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