Detlev Buck

Detlev Buck

Leben & Werk

Vom Künstler, der in besonderer Weise mit dem Land verbunden ist, zum Regisseur lakonischer Komödien mit liebevollen Charakteren und hintersinnigem Witz entwickelte Regisseur, Produzent und Darsteller Detlev Buck eine spezifische Handschrift, die sich aus trockenem Humor und kraftvollen einfachen Stories speist. Am 1. Dezember 1962 in Groß Niendorf, Schleswig-Holstein geboren, bewarb sich Buck vergeblich an Schauspielschulen und drehte noch vor seinem Studium in Berlin die Komödie “Erst die Arbeit und dann?” (1984), in der ein norddeutscher Jungbauer (Buck selbst) mit dem Mercedes losfährt, um Großstadtatmosphäre zu tanken.

Die Liebe zum Land ließ Buck vorerst nicht los: In mehreren Kurzfilmen (“Schwarzbunt Märchen”) und dem tragikomischen Krimi “Karniggels”, in dem es um Liebe und Jagd auf einen Kuhmörder geht, huldigte Buck der norddeutschen Tiefebene, die typen- und charakterprägend allgegenwärtig ist. 1993 wurde sein Road Movie “Wir können auch anders…” zum Programm einer neuen Generation deutscher Filmemacher, die das Autorenkino hinter sich ließen und Genremuster erprobten. Während ein Großteil der Kollegen Yuppie-und-Design-Komödien bevorzugte, blieb Buck mundfaulen kauzigen Charakteren verbunden: Die Helden aus “Wir können auch anders…” sind ein naives analphabetisches Brüderpaar (Joachim Król und Horst Krause), das sich auf dem Weg nach Schwerin im “Wilden Osten” verirrt. Die Knastologen (Til Schweiger und Buck), die in “Männerpension” (Goldene Leinwand und Bambi 1996) im Rahmen eines Resozialisierungsprogramms in Freiheit an ebenso kauzige Frauen (Heike Makatsch und Marie Bäumer) geraten, sind liebenswerte Träumer, die mit einem scheiternden Bruch ihre Unabhängigkeit unter Beweis stellen wollen. Die Viva-Moderatorin Heike Makatsch begann mit dem Film, in dem sie den Country-Song “Stand By Your Man” singt, ihre Schauspielkarriere.

Die Sozialromanze “Liebe Deine Nächste!” parodierte caritative Maßnahmen der Heilsarmee in Hamburg und präsentierte mit Moritz Bleibtreu als charmantem Teufel, der liebeshungrige Mädchen von der Heilsarmee (Heike Makatsch und Lea Mornar) verführt, den ersten zwiespältigen Charakter eines Buck-Films. Die weibliche Variante ging dann in Gestalt von Mavie Hörbiger in “Liebesluder” (2000) im Hochsauerland selbstgefälligen Honoratioren ans Fell und stürzte ein ganzes Dorf ins Chaos.

Als Produzent reüssierte Buck mit der 1991 mit Partner Claus Boje gegründeten Boje/Buck Produktion (Markenzeichen: ein Kaninchen, das eine Schlange im Maul hält) mit Leander Haußmanns “Sonnenallee” (1999), in dem Ostberliner Teenies in den 70er-Jahren Parties, die erste Liebe und den Rock ‘n’ Roll genießen und im utopischen Finale die Mauer wegtanzen. Der Millionenerfolg machte die Schauspieler Robert Stadlober und Alexander Scheer bekannt. Buck hatte Haußmann kennen gelernt, als der den Gefängnisdirektor in “Männerpension” spielte und ihm 1997 sein Debüt als Theaterregisseur in Bochum ermöglichte (Buck inszenierte August Strindbergs “Die Kameraden”). Boje/Buck produzierten auch Haußmanns “Herr Lehmann”, eine Tragikomödie aus dem Kampftrinker-Biotop der späten 80er-Jahre in Berlin-Kreuzberg, das nach dem Roman des “Element of Crime”-Musikers Sven Regener entstand und MTV-Moderator Christian Ulmen als Kellner zwischen Frust, Alkohol, Liebe und spät erwachtem Bewusstsein beim Fall der Mauer eine Hauptrolle nach Maß bot.

Buck spielte in zahlreichen Filmen Haupt- und Nebenrollen, so auch in Haußmanns drittem Kinofilm, der Volksarmee-Komödie “NVA” (Produktion erneut Boje/Buck), wo ihm als Regimentskommandeur Kalt das Kunststück gelingt, während des gesamten Films nicht einmal die Miene zu verziehen. Mit dem in Berlin angesiedelten Sozialdrama “Knallhart” zeigte sich Buck 2006 von einer ungewohnt harten, realistischen Seite. Darin beeindruckte erstmals David Kross, der später in “Der Vorleser” spielte, als 15-Jähriger, der sich in Neukölln gegen eine Bande behaupten muss. Nach dem Jugenddrama arbeitete Buck bei seiner wunderbaren Cornelia-Funke-Adaption “Hände weg von Mississippi” mit noch jüngeren Darstellern zusammen. Auch seine nächste Regiearbeit basiert wieder auf einem Roman. Für “Same Same But Different” nach Benjamin Prüfers autobiografischen Roman “Wohin du auch gehst”, der die ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen einem jungen deutschen Touristen und einer kambodschanischen Prostituierten erzählt, verließ Buck erstmals Deutschland und drehte in Kambodscha.

2000 wurde Detlev Buck mit dem Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet.

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