Originaltitel: X-Men: First Class
USA 2011
James McAvoy
Laurence Belcher
Michael Fassbender
Regie: Matthew Vaughn
Verleih: Fox
Anfang der 1960er lernen sich Charles Xavier, der privilegierte Brite, und Erik Lehnsherr, der traumatisierte Deutsche, kennen. Bevor diese Männer zu Erzfeinden, zu Professor X und Magneto werden, entwickeln sie eine Freundschaft, bilden junge Mutanten aus. Um einen globalen Nuklearkrieg zu verhindern, zeigt sich das Mutantenteam erstmals der Welt und sichert deren Fortbestand. Doch die Spaltung ist unaufhaltsam, weil Lehnsherr den Menschen misstraut und darauf fixiert ist, Rache am Mörder seiner Mutter nehmen zu können.

Matthew Vaughns Reboot der Hit-Reihe um Marvels Mutanten hat jüngere Helden und Schauplätze in der Vergangenheit, unterhält aber mit dem vertrauten Mix aus Dramatik, Toleranzthematik und Humor.
Von den 1940er bis zu den frühen 1960er Jahren spannt sich der erzählerische Bogen dieses Actionabenteuers, an dem mehr Drehbuchautoren arbeiteten als Mutanten in der Originalcrew der X-Men. Trotzdem gelingt Regisseur Vaughn, der bereits für "X-Men: Der letzte Widerstand" und "Thor" im Gespräch war und mit "Kick-Ass" seine Comic-Affinität auf Medium-Budget-Niveau unterstrichen hat, ein relativ geschlossen wirkender Film, der eine historische Krise mit der Formierung der X-Men, ihrer Spaltung und der charakteristischen Zerrissenheit zwischen Anpassung und Aggression verknüpft. Ein langer Prolog in Auschwitz führt das bereits in Bryan Singers Franchise-Ouvertüre angedeutete familiäre Trauma des jungen Erik Lehnsherr weiter aus, verdichtet es auf die Konfrontation mit einem deutschen Nazi, der Eriks Fähigkeiten erkennt, ihn sadistisch testet und damit zum Todfeind macht, der 20 Jahre später endlich Rache nehmen will. Die tapferen, aber komisch wirkenden Deutschversuche Kevin Bacons, der dieses Monster spielt, das zur treibenden Kraft eines Nuklearkriegs werden wird, werden dank der Synchronisation keinen Schaden anrichten und so die Keimzelle der tragischen Dimension nicht erschüttern, die der Film behutsam auf mehreren Ebenen entwickelt. Betroffen wird davon auch Charles Xavier sein, der 1962 in Oxford noch am Anfang seiner Mutantenforschung steht. Ihm stellt der Film die junge Shapeshifterin Raven (Jennifer Lawrence) zur Seite, die er in seine Familie aufnimmt, bevor sie sich später als Mystique einen vertrauten Namen gibt und eine schwere Entscheidung hinsichtlich ihrer Loyalitäten trifft. Bereits in dieser Beziehung sind die Themen des Films, die Sehnsucht nach Normalität, die Kollision von Idealismus und Skepsis bezüglich menschlicher Toleranz, angelegt, die in der Freundschaft Xaviers und Lehnsherrs dramatisch konzentriert und explosiv auf den tragischen Punkt gebracht werden.
Vaughns Film entwickelt schlüssig die Entwicklung der beiden Männer zu Professor X bzw. Magneto und ihren unausweichlichen Bruch. Der mit der Kubakrise aufgeheizte Kalte Krieg der Supermächte bleibt im Vergleich dazu nur Hintergrund und Auslöser eines packenden, etwa halbstündigen Finales, das mit der Spaltung der Lager die Saat für die Zukunft sät. In den Fortsetzungen ist noch Luft nach oben, können die Qualität der Effekte vereinheitlicht, die Charakterisierungen der Jungmutanten intensiviert und vielleicht auch ein stärkerer romantischer Subplot eingebaut werden. "X-Men: Erste Entscheidung" baut dafür mit den emotional engagierten Darstellungen von James McAvoy und Michael Fassbender ein solides Fundament, hält den Ton der Vorgänger, ist im Schwerpunkt ernsthaft, dabei aber auch humorvoll, hat coole "neue" Mutanten wie den Teleporter Azazel oder Eisamazone Emma Frost und einen spürbaren James Bond-Touch - gerade im Design, aber auch im Plot und besonders im genialen Mutanten McCoy als deutlich jüngeres Pendant zu Q. Und ein kurzes Wiedersehen mit zwei populären Franchise-Veteranen gibt es auch noch. kob.
| Darsteller: | James McAvoy | als Charles Xavier, 24 J. | |
|---|---|---|---|
| Laurence Belcher | als Charles Xavier, 12 J. | ||
| Michael Fassbender | als Erik Lensherr/Magneto | ||
| Bill Milner | als Erik, jung | ||
| Kevin Bacon | als Sebastian Shaw | ||
| Rose Byrne | als Dr. Moira MacTaggert | ||
| Jennifer Lawrence | als Raven/Mystique | ||
| Beth Goddard | als Mrs. Xavier | ||
| Morgan Lily | als Raven, 10 J. | ||
| Oliver Platt | als Man In Black Suit | ||
| Jason Flemyng | als Azazel | ||
| Álex González | als Janos Quested/Riptide | ||
| Zoë Kravitz | als Angel Salvadore | ||
| January Jones | als Emma Frost | ||
| Nicholas Hoult | als Hank McCoy/Biest | ||
| Caleb Landry Jones | als Cassidy/Banshee | ||
| Edi Gathegi | als Darwin/Armando Muñoz | ||
| Corey Johnson | als Chief Warden | ||
| Lucas Till | als Alex Summers/Havok | ||
| Demetri Goritsas | als Levene | ||
| Glenn Morshower | als Colonel Hendry | ||
| Don Creech | als William Stryker | ||
| Matt Craven | als CIA Director McCone | ||
| James Remar | als US General | ||
| Regie: | Matthew Vaughn | ||
| Drehbuch: | Jane Goldman | ||
| Ashley Miller | |||
| Zack Stentz | |||
| Matthew Vaughn | |||
| Produzent: | Bryan Singer | ||
| Gregory Goodman | |||
| Simon Kinberg | |||
| Lauren Shuler-Donner | |||
| Koproduzent: | Jason Taylor | ||
| Ausf. Produzent: | Josh McLaglen | ||
| Tarquin Pack | |||
| Stan Lee | |||
| Buchvorlage: | Bryan Singer | ||
| Sheldon Turner | |||
| Kamera: | John Mathieson | ||
| Schnitt: | Eddie Hamilton | ||
| Lee Smith | |||
| Musik: | Henry Jackman | ||
| Produktionsdesign: | Chris Seagers | ||
| Kostüme: | Sammy Sheldon | ||
| Casting: | Lucinda Syson | ||
| Roger Mussenden | |||
Da waren es nur noch zehn: Die 'Academy' hat weitere fünf Kandidaten für den Visual Effects-Oscar aus dem Rennen genommen. Auch "Thor" und "Sherlock Holmes" wurden aussortiert.
Vor einem Monat gab die Academy of Motion Picture Arts and Sciences 15 Filme bekannt, die in diesem Jahr eine Chance auf den Oscar für die besten visuellen Effekte haben. Nun wurde die Liste eingedampft und fünf große Filme sind in der Oscar-Kategorie für den besten Bombast aus dem Rennen.
Aussortiert wurden "Cowboys & Aliens", "Sherlock Holmes: Spiel im Schatten", "Sucker Punch", "Super 8" und "Thor".
Von den verbliebenen zehn Filmen werden in den nächsten beiden Wochen nochmals fünf gestrichen, die Finalisten dann am 24. Januar zusammen mit den Nominierungen aus allen anderen Kategorien veröffentlicht. Die Oscar-Verleihung 2012 selbst steigt am 26. Februar. Im vergangenen Jahr gewann den "Visual Effects"-Oscar "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1".
1. "Captain America"
2. "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2"
3."Hugo Cabret"
4. "Mission: Impossible - Phantom Protokoll"
5. "Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten"
6. "Real Steel"
7. "Planet der Affen: Prevolution"
8. "Transformers 3"
9. "The Tree of Life"
10. "X-Men: First Class"
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