Nicolas Cage
Michael Peña
Maggie Gyllenhaal
Regie: Oliver Stone
Verleih: Paramount
Als John McLoughlin (Nicolas Cage), Senior Sergeant der New Yorker Hafenpolizei, am Morgen des 11. September der Gattin (Maria Bello) den Abschiedskuss aufdrückt und zur Arbeit fährt, erwartet er einen normalen Arbeitstag. Das ändert sich, als kurz darauf eine vollbesetzte Passagiermaschine in einen Turm des World Trade Center rast, McLoughlin zur Katastrophenhilfe eilt und von dem zusammenbrechenden Gebäude lebendig begraben wird.
Oliver Stone, Amerikas Mythenchronist Nummer Eins, wagt sich an die noch frische Wunde des 11. September und kredenzt Amerika sowie der Restwelt ein zweistündiges, hochemotionales Heldenepos, mit dem im Gegensatz zu "JFK" oder "Natural Born Killers" auch Amerikas Konservative leben konnten.
Oliver Stones bewegendes Drama über einen Überlebenskampf, der Licht in den schwärzesten Tag Amerikas brachte.
Geschichten genug gibt es über den 11. September. Einige, die Amerika vielleicht nicht hören möchte, viele mehr aber, die jeder sehen sollte. Wie dieses auf Tatsachen beruhende Drama über ganz normale Menschen in übermächtigen Situationen. Die Zerrissenheit von Größe behandelte Oliver Stone zuletzt in seinem Epos "Alexander". Sein neuer Film aber konzentriert sich auf das Positive im Menschen, das oft gerade in den schlimmsten Stunden am deutlichsten sichtbar wird.
Friedlich, verschlafen, wie ein Bilderbuchtag beginnt der 11. September an der amerikanischen Ostküste - auch für die Polizisten John McLoughlin (Nicolas Cage) und Will Jimeno (Michael Peña) von der New Yorker Hafenbehörde. Wie ein stiller Beobachter begleitet der Film ihren Aufbruch zur Arbeit und die Routine der morgendlichen Einsatzbesprechung.
Dann plötzlich pulverisiert das Chaos die Normalität, als der Schatten eines Flugzeugs über die Fassade eines Hochhauses huscht und nichts mehr sein kann wie noch Sekunden zuvor. Die Kollisionen selbst zeigt Stones Film nicht, wohl aber die Atmosphäre von Verunsicherung und Verstörung, die sich über die Metropole legt.
In dieser Situation panischer Desorientierung, in der die Türme zwar brennen, den noch unerklärlichen Einschlägen aber zu trotzen scheinen, reagiert McLoughlin. Es regnet Akten und glutheiße Trümmerteile vom Himmel - Angst regiert, nicht blindes Heldentum. Gerade drei Freiwillige kann McLoughlin zum Rettungseinsatz motivieren. Mit diesen Männern dringt er in den Eingangsbereich des World Trade Center vor, während draußen die Körper der Verzweifelten auf dem Asphalt zerschmettern.
Als Minuten später beide Türme einstürzen, begräbt das Inferno Tausende unter sich. Eine faszinierende, aber auch schockierende Kamerafahrt durch die Stockwerke hoch aufgetürmte, instabile Masse aus Beton, Metall und kleinen Hohlräumen bis hinauf zu den Wolken zeigt das Ausmaß der Zerstörung.
Tief verschüttet in diesem ständig einsturzgefährdeten Trümmerchaos sind auch McLoughlin und Jimeno. Eingekeilt, schwer verletzt und ohne Blickkontakt zueinander beginnen sie miteinander zu reden, versuchen dem Schmerz und dem Schlaf nicht nachzugeben, aus dem es vielleicht kein Erwachen gibt. Ihre Zeit des Leidens und der Hoffnung wie auch die ihrer Frauen (Maria Bello, Maggie Gyllenhaal) und der scheinbar aussichtslose Kampf um ihre Rettung steht im Mittelpunkt dieses Films.
Nachdenklich erzählt "World Trade Center" von einer großen Tragödie, erinnert im Angesicht des Todes an die kleinen Momente, die das Leben so wertvoll machen und macht dabei auch unbekannte Details öffentlich. Jimenos Jesus-Vision mag wie eine Predigt, die eigenwillige spontane Suchaktion eines Ex-Marine wie ein Heldengedicht klingen. Beides aber sind Fakten.
Sie abzubilden hat sich Stone, sonst großen Lügen auf der Spur, vorgenommen. Mit Gefühl und Humanität, womit nach "Flug 93" auch dieser Septemberfilm Pflicht ist.
| Darsteller: | Nicolas Cage | als John McLoughlin | |
|---|---|---|---|
| Michael Peña | als Will Jimeno | ||
| Maggie Gyllenhaal | als Alison Jimeno | ||
| Maria Bello | als Donna McLoughlin | ||
| Stephen Dorff | als Scott Strauss | ||
| Jay Hernandez | als Dominick Pezzulo | ||
| Michael Shannon | als Dave Karnes | ||
| Brad Henke | als Jerry | ||
| Peter McRobbie | als Paul | ||
| Frank Whaley | als Chuck Sereika | ||
| Wass M. Stevens | als Pat McLoughlin | ||
| Regie: | Oliver Stone | ||
| Drehbuch: | Andrea Berloff | ||
| Produzent: | Michael Shamberg | ||
| Stacey Sher | |||
| Moritz Borman | |||
| Debra Hill | |||
| Oliver Stone | |||
| Ausf. Produzent: | Donald J. Lee Jr. | ||
| Norm Golightly | |||
| Kamera: | Seamus McGarvey | ||
| Schnitt: | David Brenner | ||
| Julie Monroe | |||
| Musik: | Craig Armstrong | ||
| Produktionsdesign: | Jan Roelfs | ||
| Kostüme: | Michael Dennison | ||
| Casting: | Mary Vernieu | ||
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