World Trade Center (2006)

World Trade Center Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

World Trade Center: Erste Hollywood-Produktion, die sich unmittelbar mit dem Terroranschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 auseinandersetzt.

Als John McLoughlin (Nicolas Cage), Senior Sergeant der New Yorker Hafenpolizei, am Morgen des 11. September der Gattin (Maria Bello) den Abschiedskuss aufdrückt und zur Arbeit fährt, erwartet er einen normalen Arbeitstag. Das ändert sich, als kurz darauf eine vollbesetzte Passagiermaschine in einen Turm des World Trade Center rast, McLoughlin zur Katastrophenhilfe eilt und von dem zusammenbrechenden Gebäude lebendig begraben wird.

Oliver Stone

Am 11. September 2001 jagen in kurzem Abstand zwei Passagierflugzeuge in die Türme des World Trade Center. Während Menschen in dem flammenden Inferno aus den Fenstern springen und andere nach draußen drängen, bemühen sich Polizei und Feuerwehr, die Rettungsmaßnahmen zu koordinieren. Die beiden Polizisten John McLoughlin und William Jimeno sind im Gebäude als es einstürzt und werden von den Trümmern begraben. Verzweifelt arbeitet man an der Rettung der Überlebenden.

Am 11. September 2001 rasen zwei Flugzeuge mit Terroristen im Cockpit in die Zwillingstürme des World Trade Center. Brände über mehrere Etagen brechen aus, Verzweifelte stürzen sich aus den höher gelegenen Stockwerken in den Tod. Zwei Polizisten, John McLoughlin und Will Jimeno, sind unter denen, die sich freiwillig melden, um Überlebende aus den Gebäuden zu evakuieren. Doch dann stürzt der Turm ein, und die beiden werden unter den Trümmern begraben. Ein verzweifelter Überlebenskampf beginnt.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Emotionen, welche angesichts eines Katastrophenfilms entstehen, der wahre Begebenheiten wiedergibt, greifen tiefer, je näher das Ereignis zeitlich zurückliegt und je mehr Absicht im Verschulden der Katastrophe steckt. Denn ein Naturereignis kann nicht angeklagt und menschliches Versagen kann verziehen werden. Beides gilt für das absichtsvolle Herbeiführen einer Katastrophe nicht. Aus diesem Grund sind die Emotionen, welche durch den Film „World Trade Center“ geweckt werden, von besonderer Art, auch wenn es sich, was den Aufbau des Films betrifft, um einen nahezu klassischen Katastrophenfilm handelt.

    Vermutlich dürften sich dem Großteil der Weltbevölkerung die Bilder der Ereignisse des 11. September eingeprägt haben. Und auch das macht „9/11“ zu etwas Herausstechenden. Es fand seinen visuellen Wiederhall in hunderttausenden von Bildern, sprich Fotos und Filmen von Amateuren, Journalisten und Filmemachern. Die Katastrophe wurde für immer festgehalten. Auf diese Weise wiederholt sich der Schrecken immer und immer wieder – bis in die Gegenwart und ganz sicher auch bis in die nahe Zukunft. Dem Vergessen wird auf diese Weise entgegen gearbeitet, die Opfer bleiben gegenwärtig.

    Und auch „World Trade Center“ liefert seinen Beitrag dazu. Doch im Falle des Films von Oliver Stone verschiebt sich das Zentrum der Betrachtung. Den Opfern des Terroranschlags wird in eindringlichen Bildern der Leere ein Mahnmal gesetzt. Ihre Abwesenheit wird zur Aussage. Doch nicht die Toten rücken in den Mittelpunkt der Handlung, sondern die Lebenden. Thematisiert wird in erster Linie das Gute, zu dem Menschen fähig sind, als Reaktion auf das Böse, zu dem Menschen fähig sind. Sie werden in einer Extremsituation beobachtet, die scheinbar dazu in der Lage ist, ihren wahren Kern zum Vorschein zu bringen.

    Das „Heldenhafte“ wird immer wieder relativiert. Ob einer nun unter Lebensgefahr in die Trümmer hinabsteigt, um einen Verletzten zu bergen, oder ob er bis in den Morgengrauen für die Erschöpften Würstchen brät, die Leistungen erscheinen gleichgesetzt. Auch die Grenzen der Heldenhaftigkeit werden deutlich gemacht. Zusammenbruch, Verzweiflung, Angst und Resignation sind auch hier nur allzu menschliche Reaktionen angesichts der Situation.

    Eine Verzerrung dieses Heldenbildes gibt es dennoch in der Person des Ex-Marines, der sich von Gott berufen fühlt, die Mission der Rettung zu erfüllen. Wenn er heroisch in die Ferne blickt und sich angstfrei der Hölle nähert, aus der sich erschöpfte Feuerwehrmänner und Polizisten zurückziehen, blitzt ein Gesellschaftsbild hervor, wie man es hierzulande nicht gerne sieht. (Kommentarlos wird im Nachspann erwähnt, dass die nächste Mission diesen Marine in den Irak führte.)

    Der Film geht wesentlich weiter, als es die bereits bekannten Bilder des „9/11“ könnten. Die Katastrophe ereignet sich nicht irgendwo in der Ferne, sondern wird unmittelbar erlebbar gemacht. Und so stürzen die Türme des World Trade Center über dem Zuschauer selbst zusammen, wird er unter den Trümmern begraben, während im Hintergrund das Feuer lodert und ist er Teil der ohnmächtig wartenden Familien auf ein Lebenszeichen der Vermissten.

    Immer wieder wechseln dabei die Schauplätze des Geschehens einander ab. Zwischen den eingeklemmten Verletzten, den Helfern vor Ort und den wartenden Angehörigen. Die ganz private Katastrophe von John McLoughlin und Will Jimeno baut sich langsam auf. Von der ersten Erleichterung in Anbetracht des Überlebens, über die Erkenntnis des immer möglicher werdenden Todes, bis hin zur Resignation und des sich Ergebens in die Lage und schließlich dem Schöpfen neuer Hoffnung ist es ein weiter Weg.

    Sensationslust am Unglück anderer findet man hier aber nicht. Zwar erspart Oliver Stone dem Zuschauer selbst den realen Anblick eines in den Tod springenden Menschen nicht, doch auch dieses erschütternd einprägsame Bild gehört in seiner ganzen Deutlichkeit unvermeidlich in die Handlung. Denn nur indem auch diese Bilder Eingang in den Film finden, kann er seine Glaubwürdigkeit sichern. Und das ist wichtig, denn der Film ist ganz offensichtlich um das Gefühl größtmöglicher Authentizität bemüht.

    Und dieses Gefühl erreicht der Film in einigen Szenen auf besonders beeindruckende Weise. So birgt der geisterhaft flüchtige Flugzeugschatten, der stumm über das Gesicht einer Touristin huscht, den wahren Schrecken der unerwarteten Katastrophe in sich. Das plötzliche Zerbrechen des Alltags durch diesen Schatten prägt sich unerbittlicher ein, als das Bild der Zerstörung selbst und wird so zum eigentlichen Sinnbild des „9/11“.

    Fazit: Eine sensible Herangehensweise an die Terroranschläge des 11. September mit der Konzentration auf zwei Überlebende und ihre Retter.
  • Es ist nie zu früh für einen guten Film: Nachdem Paul Greengrass sich dem großen Trauma 9/11 in “Flug 93″ mit dokumentarischer Strenge näherte, wählt Oliver Stone für seine Aufarbeitung des verheerendsten Terroranschlags auf amerikanischem Boden einen regelrecht konträren Ansatz: “World Trade Center” setzt der Tragödie in Form eines intensiven Survivaldramas ein Maximum an Emotion entgegen.

    Balsam für eine geschundene Volksseele will der Film des einstmals kämpferischsten aller amerikanischen Mainstreamfilmer sein – und womöglich auch eine Wiedergutmachung dafür, dass Stone das konservative Kinopublikum in den Red States zuletzt in “Alexander” mit so etwas Unerhörtem wie einem bisexuellen Feldherren konfrontierte. Denn kontrovers ist an “World Trade Center” nur das Thema selbst, nicht aber dessen Aufarbeitung und der Inhalt. Konsequent vertraut Stone in dem ungewöhnlich konventionell inszenierten Stoff auf das Regelwerk des Melodrams, als müsste man auf Vertrautes bauen, um sich überhaupt inmitten des Wahnsinns dieses Tages zu wagen. Familie, Liebe und Hoffnung sind der Kitt, der bleibt, wenn die Kamera das Trümmerfeld in Downtown Manhattan mit den beiden überlebenden Polizeibeamten John McLoughlin und Will Jimeno nach aufreibenden 120 Minuten endgültig verlässt. Auf ihrer denkbar simplen Geschichte am 11. September 2001 fußt der gesamte Film, der Politik außen vorlässt und den Fokus einzig auf die menschliche Dimension der Tragödie richtet.

    Entsprechend sind die ersten Bilder des Films von einem friedlichen, schlafenden New York mit der vertrauten Skyline mit den Twin Towers bereits aufgeladen mit einer furchtbaren Spannung – die Ruhe vor dem Sturm des Jahrhunderts. Mit schnellen Schnitten skizziert Oliver Stone die tägliche Routine der Männer, die gleich in den Mittelpunkt des Films rücken werden: Den nahenden Horror zeigt er nur kurz anhand des vorbei huschenden Schattens von Flug AA 11 auf einem Hochhaus. Ganz nah ist die Kamera an den Polizisten dran, als sie aus dem Alltag gerissen werden und im Bus dem Inferno entgegen fahren, trotz akuter Lebensgefahr in den Nordturm stürmen und beim Einsturz des Gebäudes im Fahrstuhlschacht Zuflucht suchen. Dabei gelingen dem Regisseur außergewöhnlich eindringliche Bilder, von denen der Film bis zum Ende zehrt. Denn was folgt, ist ein Stillleben des Schreckens: Die Hölle auf Erden, das ist hier nicht die Auflösung aller Ordnung an der Oberfläche, sondern die Qual der Beamten McLoughlin und Jimeno, eingeklemmt nicht in der Lage zu sein, irgendetwas zu tun. Ruhig hält die Kamera in Großaufnahme auf die von Schmerz und Verzweiflung gezeichneten Gesichter von Nicolas Cage und Michael Pena, die nur die gemeinsame Unterhaltung am Leben hält. Um die Klaustrophobie nicht völlig unerträglich zu machen, schneidet Stone immer wieder auf ihre Lieben (Maria Bello und Maggie Gyllenhaal) und die Rettungsunternehmungen in Ground Zero. Doch das Zentrum sind die beiden Cops, denen der Film das verweigert, was amerikanische Heroen gemeinhin ausmacht: Sie dürfen keine Männer der Tat sein. Dass ihnen der Film dafür ein Denkmal setzt, macht ihn doch verblüffend subversiv. Und natürlich ungemein emotional: Seiner Tränen muss man sich hier nicht schämen. ts.

Darsteller und Crew

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