Regie: John Lasseter, ...
Verleih: Buena Vista
Woody fällt in die Hände eines Spielzeughändlers, der in dem kleinen Cowboy eine unbezahlbare Rarität erkennt. In der Wohnung des Händlers lernt Woody drei weitere Wild-West-Puppen kennen, die an ein Museum in Tokio verkauft werden sollen. Woody ist hin- und hergerissen zwischen der Loyalität zu Andy und dem aufkeimenden Verantwortungsgefühl für seine neue Familie, doch Astronaut Buzz Lightyear hat bereits die Rettungsaktion eingeleitet.

Vier Jahre sind vergangen, seitdem John Lasseter erstmals die Cowboy-Puppe Woody und die Astronauten-Action-Figur Buzz Lightyear wilde Abenteuer erleben ließ - und mit seinen blitzsauberen Computerbildern den Animationsfilm revolutionierte. Nun beweist der Nachfolger eindringlich, daß auch beim dritten Film aus dem Hause Pixar die Fantasie die einzige Grenze ist. Ohne sich auch nur im Ansatz zu wiederholen, greift "Toy Story 2" bekannte Motive und Figuren auf, fügt im Verlauf der immer unterhaltsamen und intelligenten Handlung aber auch neue Charaktere hinzu und schickt damit auch Woody und Co. in ungeahnte neue Richtungen - zur Unendlichkeit und darüber hinaus.
"Sehr viel mehr Spaß als dieses Spektakel kann ein Film kaum machen." Dieses BF-Urteil aus dem Jahr 1995 trifft auch auf "Toy Story 2" ohne Abstriche zu. Auch wenn das Tempo einen Tick weniger frenetisch ist als bei "Das große Krabbeln", gibt es doch keine Sekunde Leerlauf in diesem Füllhorn frischer Einfälle, pfiffiger Dialoge und überbordender Action. Das beginnt schon bei dem rasenden Science-fiction-Prolog, der George Lucas' gefeiertes Pod Race aus "Star Wars: Episode I" verdammt alt aussehen läßt, und setzt sich fort in eigentlich allen Szenen des Films, der trotz nachdenklicher Momente und ernster Motive weniger bös und dunkel ausgefallen ist als der Vorgänger. Wieder hat John Lasseter seine Geschichte von quicklebendigem Spielzeug im Mikrokosmos der heilen suburbanen amerikanischen Mittelklasse-Welt verankert, als Rettungsring sozusagen. Denn bei der sich blitzschnell entfaltenden Handlung, die spätestens dann alle Konventionen hinter sich läßt, wenn sich die Handlung vom heimischen Kinderzimmer in die große weite Welt verlagert, ist es gut, einen Rückhalt für den überwältigten Zuschauer zu bieten.
Startpunkt für die Story ist ein kleiner Riß am Arm von Woody, der erklärten Lieblingspuppe des Jungen Andy, und die Bemerkung von Andys Mutter, daß Spielzeug nicht für die Ewigkeit gemacht ist. Über Umwege fällt Woody in die Hände eines Spielzeughändlers, der in dem kleinen Cowboy eine unbezahlbare Rarität erkennt. In der Wohnung des Händlers lernt Woody drei weitere Wild-West-Puppen kennen, die ihm in einer hinreißenden Sequenz berichten, daß er in den 50er Jahren der Held einer Western-Trickserie war und nun, gemeinsam mit den anderen Puppen, an ein Museum in Tokio verkauft werden soll. Während Woody, hin- und hergerissen zwischen der Loyalität zu Andy und aufkeimendem Verantwortungsgefühl für seine neue Familie, über sein Schicksal brütet, hat Astronaut Buzz Lightyear bereits die Rettungsaktion eingeleitet. Bevor er zu Woody gelangen kann, gilt es für den Rettungstrupp, eine dicht befahrene Straße zu überqueren, in einem Spielzeugladen die Konfrontation mit tanzenden Barbie-Puppen, einem Regal voller weiterer Buzz Lightyears und dessen Erzfeind Zurg zu überstehen und sich durch einen Aufzugschacht beschwerlich in die Wohnung des Sammlers zu kämpfen. In einem furiosen Showdown am Flughafen muß Woody eine Entscheidung für seine Zukunft treffen.
Ebenso perfekt wie die Animation, die nur bei der Skizzierung von Menschen noch unbeholfen wirkt, sind abermals die Sprecher des Originals: Tom Hanks als Woody und Tim Allen als Buzz Lightyear bieten Meisterleistungen, ebenso wie die neu zum Team gestoßene Joan Cusack als Cowgirl Jesse. Und wem das noch nicht reicht, der sollte mit reichhaltigen Popkultur-Zitaten von "Star Wars" (sehr komisch) bis "Der schwarze Falke" (sehr subtil) endgültig für dieses Kleinod gewonnen werden, das in den USA mit 80,4 Mio. Dollar verdientermaßen den viertbesten Kinostart aller Zeit hinlegte. To infinity and beyond - fürwahr! ts.
| Sprecher: | Tom Hanks | als Woody | |
|---|---|---|---|
| Tim Allen | als Buzz Lightyear | ||
| Joan Cusack | als Jessie | ||
| Kelsey Grammer | als Stinky Pete the Prospector | ||
| Don Rickles | als Mr. Potato Head | ||
| Jim Varney | als Slinky Dog | ||
| Wallace Shawn | als Rex | ||
| John Ratzenberger | als Hamm | ||
| Annie Potts | als Bo Peep | ||
| Wayne Knight | als Al McWhiggin | ||
| John Morris | als Andy | ||
| Laurie Metcalf | als Andys Mutter | ||
| Estelle Harris | als Mrs. Potatoe Head | ||
| R. Lee Ermey | als Sarge | ||
| Jodi Benson | als Barbie | ||
| Jonathan Harris | als The Cleaner | ||
| Joe Ranft | als Wheezy | ||
| Andrew Stanton | als Emperor Zurg | ||
| Jeff Pidgeon | als Aliens | ||
| Regie: | John Lasseter | ||
| Ash Brannon | |||
| Lee Unkrich | |||
| Drehbuch: | Andrew Stanton | ||
| Rita Hsiao | |||
| Doug Chamberlain | |||
| Chris Webb | |||
| Produzent: | Helene Plotkin | ||
| Karen Robert Jackson | |||
| Ausf. Produzent: | Sarah McArthur | ||
| Kamera: | Sharon Calahan | ||
| Schnitt: | Edie Bleiman | ||
| David Ian Salter | |||
| Lee Unkrich | |||
| Musik: | Randy Newman | ||
| Produktionsdesign: | William Cone | ||
| Jim Pearson | |||
| Casting: | Mary Hidalgo | ||
| Ruth Lambert | |||
John Lasseter ist ein Mann mit extralanger Visitenkarte: Der Chief Creative Office Pixar Animation Studios & Walt Disney Studios platzte fast vor Stolz, als die Filmpläne der nächsten Jahre in London vorstellte.
"Animation war immer das Herz und die Seele von Disney und wird das auch in Zukunft sein", machte John Lasseter während seiner Präsentation in London deutlich. Wie die Zukunft aussieht, demonstrierte er auf der Leinwand des legendären Londoner "Odeon"-Premierenkinos. Teils ganze Szenen, teils erste 3D-Einblicke, teils nur erste Skizzen hatte er mitgebracht, um das Disney- und Pixar-Filmangebot der nächsten drei Jahre anzukündigen. Die Highlights: In Europa startet am 17. September "Oben" in den Kinos, einschließlich einer 3D-Fassung. Der Film hat in den USA bereits 300 Millionen Dollar eingespielt. Ebenfalls in 3D kommt am 12. November "Eine Weihnachtsgeschichte, eine geniale neue CGI-Verfilmung des Dickens-Klassikers mit Jim Carrey als fiesem Geizhals. Noch in iesem Jahr werden auch "Toy Story" und "Toy Story 2" in 3D folgen. Im Kino gibt es ab 10. Dezember das jazzige New Orleans-Märchen "Küß den Frosch".
Im nächsten Jahr soll "Toy Story 3 in Disney Digital 3D" den Kinosommer aufmischen. Synchronsprecher sind hier u. a. Tom Hanks und mit einer schrägen Igel-Figur Timothy Dalton. Der zweite große Disneytitel 2010 ist "Rapunzel", der im Winter in die Kinos kommen wird. Hier schwingt die Hauptfigur ihre Märchenmatte wie einst "Indiana Jones" seine Peitsche. Neues von einem echten Klassiker gibt's im Frühjahr 2011: "Winnie the Pooh" wird auch neu verfilmt. Dabei werden laut Lasseter fünf Geschichten zu einem großen Film verknüpft. Im Sommer 2011 wird Disney mit "Cars 2" in den Kinos Gas geben. "Lightning McQueen" muss dabei Rennen in fünf unterschiedlichen Ländern bestehen, vier davon in Europa. Auch Deutschland ist mit einer Rally im Schwarzwald vertreten, nebenbei gibt es im Film noch einen sehr amüsanten Abstecher aufs Oktoberfest. Im Winter 2011 kommt mit "The Bear and the Bow" der nächste große Pixarfilm in die Kinos. Das wird ein actionreiches Epos in den schottischen Highlands sein.
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.