Originaltitel: Sammy's avonturen: De geheime doorgang
Belgien 2010
Regie: Ben Stassen
Verleih: Studiocanal
Der kleine, etwas unbeholfene Meeresschildkröterich Sammy avanciert eher durch Zufall zum Helden, als er die süße Artgenossin Shelly aus den Fängen einer gefräßigen Möwe befreit. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit den beiden. Sie verlieren sich in den unendlichen Weiten des Ozeans aus den Augen. Nach zahlreichen Abenteuern mit seinem Kumpel Ray in einer Hippie-Kommune und auf einem im Eismeer entsorgten Kühlschrank darf Sammy seine Shelly am Ende dann überglücklich in seine Flossen schließen.

Mit diesem Animationsspektakel begeistert 3D-Pionier Ben Stassen nicht nur auf tricktechnischer Ebene, sondern auch mit einem Helden, der Disneys Nemo locker das Wasser reichen kann.
Zwar sind es Hollywood-Filme wie "Avatar" und "Alice im Wunderland", die das weltweite Boxoffice an 3D-Produktionen anführen, doch eigentlich ist es ein gebürtiger Belgier, der seit mehr als zehn Jahren Pionierarbeit in Sachen Dreidimensionalität leistet: Ben Stassen, ausgebildet an der kalifornischen USC School of Cinema und Television, macht mit seiner Firma nWave nichts anderes als Filme in 3D, eine Technik, die er in etwa für so revolutionär einschätzt wie den Tonfilm, als dieser einst den Stummfilm ablöste. Stassen war es auch, der mit "Fly Me To The Moon" den ersten ausschließlich in 3D gedrehten Animationsfilm produzierte. Jetzt legt er mit "Sammys Abenteuer" ein Werk vor, das nicht nur wegen seines Schauplatzes, er spielt hauptsächlich im Wasser, an Disneys Mega-Blockbuster "Findet Nemo" erinnert.
Tatsächlich hat Stassens in den Ozeanen dieser Welt angesiedelte Story auch den liebenswerten, sympathischen und sehr kleinen Protagonisten gemein, nur dass es sich hier nicht um einen Clownfisch, sondern um eine Meeresschildkröte handelt. Diese, Sammy genannt und von Matthias Schweighöfer ("Friendship!") formidabel gesprochen, hat schon kurz nach der Geburt massive Probleme, überhaupt die kurze Strecke vom Erdloch bis zum Meer zu überwinden. Trotzdem avanciert Sammy schon bald zum Helden, als er die süße Artgenossin Shelly (Grand-Prix-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut verblüfft auch als Synchronsprecherin) aus den Fängen einer gefräßigen Möwe befreit. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit den beiden. Sie verlieren sich in den unendlichen Weiten des Ozeans aus den Augen. Und Sammy hat einen Film lang nichts anderes zu tun, als seine Shelly zu suchen. Dabei landet er unter anderem in einer Hippie-Kommune (man schreibt schließlich die wilden 70er), sucht nach einer im Untertitel des Films erwähnten geheimen Passage (vielleicht der Panama-Kanal?), rettet sich auf einen von Öko-Terroristen im Eismeer entsorgten Kühlschrank und befreit seinen besten Kumpel Ray (Axel Stein macht einen richtig guten Job als Charmeur und Schwerenöter) aus einer brenzligen Situation mit einem Schiffscontainer. Zum Schluss darf Sammy Shelly dann überglücklich in seine Flossen schließen.
Diese einfach gestrickte Love Story reicht völlig aus, denn den Rest seines Films füllt Stassen mit fantastischen 3D-Effekten, die von einem wunderbar farbenprächtigen Korallenriff mit vielen Höhlen und Felsvorsprüngen über eine Wasserschlange, die sich tief hinein in den Zuschauerraum schlängelt, bis zum Abspann, in dem ein liebevoll animiertes 3D-Bilderbuch die Credits vorstellt, reichen. Bei der Zeichnung der Charaktere wurde ebenfalls nichts dem Zufall überlassen, auch die Nebenfiguren haben Hand und Fuß, wie etwa ein durchtriebener Kater mit französischem Akzent, eine Riesenkrake, die sich in ein Jahrmarktskarussell verwandelt, oder zwei weise Schildkröten, die schwäbisch miteinander schwätzen. Humor und Spannung halten sich also in etwa die Waage, die unvermeidliche Ökobotschaft wird kurz, aber prägnant durch einen Auftritt von Greenpeace-Aktivisten positioniert und der Soundtrack hat genau den richtigen Mix aus nostalgischen ("California Dreaming") und aktuellen Pop-Nummern ("Touch a New Day", Lenas Nachfolgesong zu "Satellite"). Weil auch die Dialoge stimmen - etwa Axel Steins Anmachspruch "Euer Mut wird nur von der Summe eurer Schönheit übertroffen" - fällt selbst Schweighöfers Kalauer "Was sollen wir Thunfisch? - Du hast die Walfisch." nicht negativ ins Gewicht. Fazit: Clownfisch Nemo hat mit Schildkröterich Sammy einen würdigen Nachfolger gefunden. lasso.
| Sprecher: | Isabelle Fuhrman | als Shelly | |
|---|---|---|---|
| Billy Unger | als Sammy | ||
| Carlos McCullers II | als Ray | ||
| Melanie Griffith | als Snow | ||
| Regie: | Ben Stassen | ||
| Drehbuch: | Domonic Paris | ||
| Produzent: | Gina Gallo | ||
| Caroline van Iseghem | |||
| Ben Stassen | |||
| Mimi Maynard | |||
| Domonic Paris | |||
| Ausf. Produzent: | Eric Dillens | ||
| Musik: | Ramin Djawadi | ||
Erstmal nur die Stimme, bald bestimmt auch mit vollem Körpereinsatz: Wetten, dass die erste Synchro-Rolle für Lena der Start einer Filmkarriere ist?
Sie leihen den Helden aus "Sammys Abenteuer" ihre Stimme: Matthias Schweighöfer, Lena Meyer-Landrut und Axel Stein (Foto: Kinowelt)
Los geht's für Lena Meyer-Landrut mit dem süßen Schildkrötenmädchen Shelly. Die Gewinnerin der Eurovision Song Contest und Everybody's Darling auf dem gesamten Kontinent leiht ihre goldene Stimme der besten Freundin des Titelhelden aus dem 3D-Animationsspaß "Sammys Abenteuer - Die Suche nach der geheimen Passage". Sammy, gesprochen von Jungstar Matthias Schweighöfer, rettet direkt nach seiner Geburt die süße Shelly vor dem Angriff einer Möwe. Dann werden die beiden getrennt und suchen einander in den Weiten der Ozeane.
Lena zeigt sich begeistert von ihrem ersten Kino-Einsatz: "Zu sprechen wie eine kleine süße Schildkröte hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht. Das war eine tolle erste Erfahrung als Synchronsprecherin!".
Dabei hat "Sammys Abenteuer" durchaus einen ernsten Hintergrund: Der Schildköterich wird 1959 geboren und durchquert 50 Jahre lang die Weltmeere - die sich durch den Einfluss des Menschen währenddessen dramatisch verändern, Stichwort "Globale Erwärmung"! Hinter dem intelligenten Familienspaß steckt dabei das belgische Team von "Fly Me to the Moon 3D".
Lena Meyer-Landrut hatte schon vor ihrem Auftritt bei Stefan Raabs Casting für den Eurovision Song Contest von einer Schauspielkarriere geträumt. Nach ihrem mitreißenden Auftritt in Oslo dürften der bildhübschen Sängerin alle Türen offen stehen. Der Part als Stimme von Schildkröten-Girl Shelly ist dabei für Lena sicher ein kluger, erster kleiner Schritt ...
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