Sammys Abenteuer - Die Suche nach der geheimen Passage (2010)

Originaltitel: Sammy's avonturen: De geheime doorgang
Sammys Abenteuer - Die Suche nach der geheimen Passage Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Sammys Abenteuer - Die Suche nach der geheimen Passage: Mit diesem Animationsspektakel begeistert 3D-Pionier Ben Stassen nicht nur auf tricktechnischer Ebene, sondern auch mit einem Helden, der Disneys Nemo das Wasser reichen kann.

Der kleine, etwas unbeholfene Meeresschildkröterich Sammy avanciert eher durch Zufall zum Helden, als er die süße Artgenossin Shelly aus den Fängen einer gefräßigen Möwe befreit. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit den beiden. Sie verlieren sich in den unendlichen Weiten des Ozeans aus den Augen. Nach zahlreichen Abenteuern mit seinem Kumpel Ray in einer Hippie-Kommune und auf einem im Eismeer entsorgten Kühlschrank darf Sammy seine Shelly am Ende dann überglücklich in seine Flossen schließen.

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Kritikerrezensionen

  • Der belgische Animationsfilm in 3D ist ein vergnügliches und informatives Meeresabenteuer für die ganze Familie. Geleitet vom Ich-Erzähler Sammy, begibt man sich in die Unterwasserwelt aus der Perspektive der sprechenden Schildkröten mit den menschlichen Gesichtern. Man erfährt einiges über die Umweltverschmutzung und Überfischung, die ihren Lebensraum bedrohen und bekommt ansonsten quirligen Spaß mit Sammy und Ray geboten. Regisseur Ben Stassen, ein Experte auf dem Gebiet des 3D-Films, sorgt in „Sammys Abenteuer“ für optisches Vergnügen in hoher Qualität.

    Ähnlich wie der deutsche Animationsfilm „Konferenz der Tiere“ baut auch „Sammys Abenteuer“ die Umweltbelastung, den rücksichtslosen Umgang der Menschen mit den Lebensräumen der Tiere in die Handlung ein. Es ist erstaunlich, wie gut das in einem Unterhaltungsfilm für Kinder funktionieren kann: Aus der Sicht betroffener Tiere wirken die Menschen, die Müll in die Meere kippen, die Öl aus Tankern verlieren und die Netze durch das Wasser ziehen, schon befremdlich. So werden neue Themen ins Bewusstsein der Kinder gerückt, an die sich bis vor kurzem noch kaum jemand in einem Spielfilm für die Kleinen herangewagt hätte. Diese Themen aufzeigen, heißt zumindest in „Sammys Abenteuer“ nicht, dass Tiere zum Beispiel an der Ölpest qualvoll verenden müssen. Vielmehr enden die Szenen für die Hauptfiguren glimpflich, aber man weiß jetzt, dass es im Wasser Lebewesen gibt, die andere Bedürfnisse haben als die Menschen.

    Gleichzeitig informiert der Film auch über die Meeresschildkröten. Er zeigt, wie klein diese sind, wenn sie am Strand die Grube mit dem Eiergelege verlassen, dass Möwen Jagd auf sie machen und dass sie, wenn sie alle Gefahren meistern, sehr alt werden können. Auch wenn in den Gesichtern von Sammy, Shelly und Ray mit den großen Puppenaugen ein bisschen zu unbedarft die gute Dauerlaune geschrieben steht und die Unterwasserwelt manchmal grellbunt leuchtet: Die Darstellung der Meeresbewohner und ihres Raums ist für einen Animationsspaß überraschend realitätsorientiert und entspricht damit auch dem Wissensdurst von Kindern in Bezug auf Tiere.

    Die optische Gestaltung, vor allem auch mit den Möglichkeiten in 3D, ist einwandfrei und bietet, außer fast schon zu erwartenden Höhepunkten wie den Angriffen eines Hais bis ins Innere einer Höhle, auch besonderen Genuss: Die seidig schimmernde, leicht wogende Wasseroberfläche, auf der Sammy auf einem kleinen Floß treibt oder aus der beim Schwimmen sein Kopf ragt, ist unglaublich gut getroffen. Hin und wieder zeigt eine anregend gestaltete Landkarte mit Kontinenten, auf denen typische Tiere stehen, an welchen Küsten Sammys Reisen entlang führen.

    Weniger überzeugend ist die Sprache, die in der deutschen Version besonders jugendlich sein will. Wenn die frisch aus dem Ei geschlüpften Schildkrötenkinder sich zurufen, „Hey, das war richtig cool“, passt das weder zum Alter der Filmfiguren, noch zu dem Teil des Publikums, der erst in den Kindergarten geht. Diese Altersgruppe kann wohl auch nicht viel Spaß daran haben, wenn Ray später mal Sammy auf weibliche Tiere aufmerksam macht: „Hey Mann, die haben dich voll angebaggert!“, oder wenn ein verärgertes Tier ruft, „Ihr könnt mich alle mal“. Unter den deutschen Sprechern sind Lena Meyer-Landrut, die auch eines ihrer Lieder im Abspann singt, sowie, besonders markant, Achim Reichel, der einem Kraken einen rauen Hamburger Akzent verpasst. Der Kurzauftritt eines schwäbisch sprechenden Schildkrötenpaars ist ebenfalls gelungen.

    Fazit: Sehr schön gestalteter Animationsfilm, der Abenteuer unter Wasser mit Informationen über Meeresbewohner und ihre Bedrohung durch den Menschen verbindet.
  • Mit diesem Animationsspektakel begeistert 3D-Pionier Ben Stassen nicht nur auf tricktechnischer Ebene, sondern auch mit einem Helden, der Disneys Nemo locker das Wasser reichen kann.

    Zwar sind es Hollywood-Filme wie “Avatar” und “Alice im Wunderland”, die das weltweite Boxoffice an 3D-Produktionen anführen, doch eigentlich ist es ein gebürtiger Belgier, der seit mehr als zehn Jahren Pionierarbeit in Sachen Dreidimensionalität leistet: Ben Stassen, ausgebildet an der kalifornischen USC School of Cinema und Television, macht mit seiner Firma nWave nichts anderes als Filme in 3D, eine Technik, die er in etwa für so revolutionär einschätzt wie den Tonfilm, als dieser einst den Stummfilm ablöste. Stassen war es auch, der mit “Fly Me To The Moon” den ersten ausschließlich in 3D gedrehten Animationsfilm produzierte. Jetzt legt er mit “Sammys Abenteuer” ein Werk vor, das nicht nur wegen seines Schauplatzes, er spielt hauptsächlich im Wasser, an Disneys Mega-Blockbuster “Findet Nemo” erinnert.

    Tatsächlich hat Stassens in den Ozeanen dieser Welt angesiedelte Story auch den liebenswerten, sympathischen und sehr kleinen Protagonisten gemein, nur dass es sich hier nicht um einen Clownfisch, sondern um eine Meeresschildkröte handelt. Diese, Sammy genannt und von Matthias Schweighöfer (“Friendship!”) formidabel gesprochen, hat schon kurz nach der Geburt massive Probleme, überhaupt die kurze Strecke vom Erdloch bis zum Meer zu überwinden. Trotzdem avanciert Sammy schon bald zum Helden, als er die süße Artgenossin Shelly (Grand-Prix-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut verblüfft auch als Synchronsprecherin) aus den Fängen einer gefräßigen Möwe befreit. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit den beiden. Sie verlieren sich in den unendlichen Weiten des Ozeans aus den Augen. Und Sammy hat einen Film lang nichts anderes zu tun, als seine Shelly zu suchen. Dabei landet er unter anderem in einer Hippie-Kommune (man schreibt schließlich die wilden 70er), sucht nach einer im Untertitel des Films erwähnten geheimen Passage (vielleicht der Panama-Kanal?), rettet sich auf einen von Öko-Terroristen im Eismeer entsorgten Kühlschrank und befreit seinen besten Kumpel Ray (Axel Stein macht einen richtig guten Job als Charmeur und Schwerenöter) aus einer brenzligen Situation mit einem Schiffscontainer. Zum Schluss darf Sammy Shelly dann überglücklich in seine Flossen schließen.

    Diese einfach gestrickte Love Story reicht völlig aus, denn den Rest seines Films füllt Stassen mit fantastischen 3D-Effekten, die von einem wunderbar farbenprächtigen Korallenriff mit vielen Höhlen und Felsvorsprüngen über eine Wasserschlange, die sich tief hinein in den Zuschauerraum schlängelt, bis zum Abspann, in dem ein liebevoll animiertes 3D-Bilderbuch die Credits vorstellt, reichen. Bei der Zeichnung der Charaktere wurde ebenfalls nichts dem Zufall überlassen, auch die Nebenfiguren haben Hand und Fuß, wie etwa ein durchtriebener Kater mit französischem Akzent, eine Riesenkrake, die sich in ein Jahrmarktskarussell verwandelt, oder zwei weise Schildkröten, die schwäbisch miteinander schwätzen. Humor und Spannung halten sich also in etwa die Waage, die unvermeidliche Ökobotschaft wird kurz, aber prägnant durch einen Auftritt von Greenpeace-Aktivisten positioniert und der Soundtrack hat genau den richtigen Mix aus nostalgischen (“California Dreaming”) und aktuellen Pop-Nummern (“Touch a New Day”, Lenas Nachfolgesong zu “Satellite”). Weil auch die Dialoge stimmen – etwa Axel Steins Anmachspruch “Euer Mut wird nur von der Summe eurer Schönheit übertroffen” – fällt selbst Schweighöfers Kalauer “Was sollen wir Thunfisch? – Du hast die Walfisch.” nicht negativ ins Gewicht. Fazit: Clownfisch Nemo hat mit Schildkröterich Sammy einen würdigen Nachfolger gefunden. lasso.

Darsteller und Crew

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