Originaltitel: Up
USA 2009
Regie: Peter Docter, ...
Verleih: Walt Disney
Carl Fredericksen hat Zeit seines Lebens mit seiner Frau davon geträumt, die Welt zu bereisen, Abenteuer zu erleben und in Südamerika die Paradise Falls zu besuchen. Immer ist etwas dazwischen gekommen. Nach dem Tod seiner Frau will der 78-Jährige die Pläne endlich in die Tat umsetzen, zumal sein Häuschen einer neuen Immobilie den Platz räumen soll. Begleitet von dem hartnäckigen Pfadfinder Russell macht er sich auf den Weg - inklusive seines Häuschens, das sich, an zahllosen Ballons aufgehängt, in die Lüfte schwingt.

Der erste Animationsfilm, der Cannes eröffnen durfte, der erste Pixar-Film in 3D: Manches ist neu an dem zehnten Film der Erfolgsschmiede im Norden Kaliforniens. Nur die Qualität bleibt gleich: "Oben" kann sich mühelos mit dem Besten messen, was Pixar in den vergangenen 15 Jahren produziert hat.
Furchtlosigkeit ist der rote Faden, der sich durch die zweite Regiearbeit von Pete Docter (gemeinsam mit Bob Peterson) nach "Die Monster AG" zieht. Furchtlosigkeit ist gefragt von den Hauptfiguren von "Oben", dem grantigen Witwer Carl Fredericksen, der die unerfüllten Träume seiner verstorbenen Frau wahr machen will und sich mit seinem von Luftballons getragenen Häuschen in die Lüfte schwingt, und dem unerschrockenen Pfadfinder Russell, der eigentlich nur ein letztes Abzeichen in seinem Schultergürtel braucht und Fredericksen auch gegen dessen Willen begleitet. Furchtlosigkeit beweisen auch die Macher, die die unschlagbare Erzählphilosophie Pixars mittlerweile derart verinnerlicht haben, dass sie sich narrativ immer wildere Flüge der Fantasie erlauben können: "Wall-E" erlaubte es sich zuletzt, einem kleinen kompakten Roboter 45 Minuten dabei zuzusehen, wie er sich in den Ruinen der Zivilisation unsterblich verliebte. "Oben" legt die Latte nun noch höher: In einer Viertelstunde streift Docter zum Auftakt in wortlosen Vignetten durch ein ganzes Leben, deckt Höhen und Tiefen, Glück und Verlust, Träume und Wünsche in einer erschöpfenden Dichte ab, dass einem die Tränen kommen. Dann fängt der Film richtig an, verfolgt Carl Fredericksen als unmittelbaren Verwandten von Clint Eastwoods Walt Kowalski aus "Gran Torino", wie er aus seinem Amerika gedrängt wird. Anders als Walt wählt Carl die Flucht als einzigen Ausweg. "Schlaglicht auf Abenteuer" sind die ersten Worte des Films, vom Ansager einer Wochenschau marktschreierisch unters Volk gebracht. Genau das setzt Oben fortan um, wenn er den verkniffenen Rentner und seinen sonnigen Juniorpartner nach einigen Umwegen ans Ziel seiner Träume bringt: die pittoresken Paradise Falls in Südamerika, wo sie auf einen Paradiesvogel, redende Hunde und einen Gegenspieler stoßen, der in einem gewaltigen Zeppelin haust. Vorhang auf für Action, wie man sie auch aus "Indiana Jones" oder "Die Mumie" kennt und den Zuschauer in Pixar-Filmen traditionell daran erinnert, dass nun der Showdown kommt. Daran ist nichts Schlimmes, nur ist alles, was davor passiert, interessanter, innovativer, witziger und besser so gut in der Tat, dass man Pixar auch den fatalen Hang zum Action-Overkill, der offensichtlich erforderlich ist, um das heutige Kinopublikum zufrieden zu stellen, nachsieht: Längst hat man die Figuren samt ihrer Nöte, ihrer Eigenheiten, ihrer Macken so sehr ins Herz geschlossen, dass man auch ganz eng bleiben würde, wenn sie aus dem Telefonbuch vorlesen würden. Natürlich ist die Action hier besser, nur ist sie nicht, was diesen so wunderbar in Farben und Kompositionen schwelgenden Film so erhebend macht. Und das nicht nur, weil die Erzählung durch 3-D eine perfekte Ergänzung findet. War "Wall-E " noch eine Verbeugung vor Chaplin, kommt hier verstärkt die absurde Komik eines Jacques Tati zum Tragen. Besseres kann nicht sagen: "Oben" ist Filmkunst auf höchstem Niveau, die nie den Zuschauer aus den Augen lässt. ts.
| Sprecher: | Edward Asner | als Carl Fredericksen | |
|---|---|---|---|
| Christopher Plummer | als Charles F. Muntz | ||
| Jordan Nagai | als Russell | ||
| Bob Peterson | als Dug/Alpha | ||
| Delroy Lindo | als Beta | ||
| Jerome Ranft | als Gamma | ||
| John Ratzenberger | als Vormann Tom | ||
| David Kaye | als Ansager | ||
| Regie: | Peter Docter | ||
| Bob Peterson | |||
| Drehbuch: | Peter Docter | ||
| Bob Peterson | |||
| Produzent: | Jonas Rivera | ||
| Ausf. Produzent: | John Lasseter | ||
| Andrew Stanton | |||
| Buchvorlage: | Peter Docter | ||
| Bob Peterson | |||
| Thomas McCarthy | |||
| Musik: | Michael Giacchino | ||
| Produktionsdesign: | Ricky Nierva | ||
Bals versetzt wieder ein Mensch die Bewohner von Monstropolis in helle Panik!
Ein riesiges blaues Fellmonster und sein grüner einäugiger Agent auf der Flucht vor einem kleinen Mädchen: Als "Die Monster AG" 2002 die Kinos enterte und Sully und Mike die alte Mär vom fiesen Ungeheuer, das kleine Kinder erschreckt, ins Gegenteil umkehrten, war ein Kult geboren.
Da mutet es fast seltsam an, dass es bisher noch keine Fortsetzung gab. Doch nun macht Regisseur Pete Docter, der bis vor Kurzem noch mit dem wundervollen "Oben" beschäftigt war, endlich Nägel mit Köpfen: Am 16. November 2012 soll "Die Monster AG 2" in den US-Kinos starten.
Wer so konkrete Pläne hat, muss natürlich auch schon ein Drehbuch im Kopf haben. Und obwohl die Handlung der Monster-Fortsetzung aber offiziell noch geheim ist, kursiert doch schon ein möglicher Plot.
Demnach soll "Die Monster AG 2" 20 Jahre nach dem ersten Teil einsetzen. Boo ist inzwischen erwachsen, hat eine Familie und leitet eine Fabrik für Plüschtiere. Eines Nachts kommt ein Monster ins Zimmer von Boos schlafender Tochter und findet dort eine Plüschversion von Sully, die Boo aus einer vagen Erinnerung hat herstellen lassen. Bei der Rückkehr nach Monstropolis berichtet das Monster Sully von seinem Fund.
Den packt natürlich die Neugier und er schleicht sich ebenfalls ins Zimmer von Boos Tochter. Doch zufällig ist Boo in diesem Moment selbst dort. Darüber erschrickt Sully derart, dass er hektisch flüchtet und dabei die Tür nach Monstropolis hinter sich offen lässt. Boo ist sich nicht sicher, was sie da eben gesehen hat, und folgt ihm durch die seltsame Tür. Und damit landet sie erneut in Monstropolis - und langsam kehren dabei alle Erinnerungen an die Abenteuer ihrer Kindheit zurück ...
Ob Peter Docter tatsächlich genau diese Story für "Die Monster AG 2" verwendet, ist zwar noch unklar, aber ein Wiedersehen mit Sully und Mike wird es ganz sicher geben. Allerdings startete "Die Monster AG" in Deutschland einige Wochen später als in den USA, sodass sich Fans bei der Fortsetzung möglicherweise bis Anfang 2013 gedulden müssen. Aber was sind schon ein paar Wochen, wenn man schon zehn Jahre auf neuen Strom für Monstropolis gewartet hat?
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