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Komödie - Deutschland 2006 FSK: Freigegeben ab 12 Jahren - 95 Min. - Verleih: X Verleih (Warner) Start: 11.01.2007
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Es steht schlecht um das Dritte Reich im Dezember 1944. Die Alliierten rücken vor, der Krieg droht total verloren zu gehen. Da weiß Propagandaminister Joseph Goebbels (Sylvester Groth) die Antwort: Adolf Hitler (Helge Schneider) muss am Neujahrstag eine mitreißende Rede halten, um die Massen nochmal zu begeistern. Dumm nur, dass der deprimierte Führer nicht an die Öffentlichkeit treten will. Also wird der Jude Adolf Grünbaum (Ulrich Mühe), sein ehemaliger Schauspiellehrer, aus dem KZ geholt, um den widerspenstigen Gröfaz binnen fünf Tagen in Höchstform zu bringen.
In der Tradition von Ernst Lubitsch ("Sein oder Nichtsein") und Charlie Chaplin ("Der große Diktator") liefert Dani Levy nach dem Hit "Alles auf Zucker!" die ultimativ komisch-subversive Antwort auf "Der Untergang". |
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KRITIK
Wenn die Fantasie der Wahrheit nahe kommt: Als neurotischer GRÖFAZ macht Helge Schneider in Dani Levys respektloser Komödie den "Führer" zur urkomischen Witzfigur.
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In der Wanne lässt sich das Manöver gut üben (Foto: X Verleih (Warner)) |
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Über Hitler lachen? Was Charlie Chaplin mit dem Klassiker "Der große Diktator" bewiesen hat, war in Deutschland so gut wie unmöglich. Bis jetzt. Dani Levy wirft langweilige "political correctness" beherzt über Bord und bringt eine fantasiereiche Satire auf den Mann mit dem Schnauzer.

Der "größte Feldherr aller Zeiten" schwächelt zum Entsetzen von Propagandaminister Goebbels Ende 1944 nicht nur im Bett bei Eva Braun. Der totale Krieg ist so gut wie verloren, aber GRÖFAZ - der Größte Feldherr aller Zeiten - soll am Neujahrstag durch eine rasante Rede das Volk und Vaterland noch einmal so richtig manipulieren und mobilisieren, gegen Gott und den Rest der Welt.

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Der Schauspiellehrer zeigt dem GRÖFAZ im Jogginganzug, wie man eine Rede hält (Foto: X Verleih (Warner)) |
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Politsatire mit Humor

In seiner Not lässt Goebbels den berühmten jüdischen Professor Adolf Grünbaum (der preisgekrönte Ulrich Mühe) samt Familie herankarren. Er soll den laschen Feldherrn Rhetorik lehren und von seiner Depression "heilen". Erstaunlicherweise akzeptiert der Ober-Nazi den Juden, vertraut ihm seine Geheimnisse an und kriecht im gelben Jogginganzug auf allen Vieren, während seine Entourage den Schauspieler am liebsten zum Teufel jagen möchte. Der Tag des Auftritts endet im Desaster.

Dani Levy ("Alles auf Zucker!") wagt viel und gewinnt. In dieser beißenden Persiflage entmystifiziert er das Phänomen Hitler und stutzt ihn auf erbärmliche Wichtelgröße zurück, auf ein Angstbündel, das Angst und Schrecken in Europa verbreitete.

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Auch im Bett braucht Hitler professionellen Beistand (Foto: X Verleih (Warner)) |
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Stillgestanden und abgelacht

Levy demaskiert die braune Brut, lässt die Chargen aufmarschieren, die Hände zum Hitlergruß erhoben, die Hacken zusammengeknallt, die Furcht vor den herannahenden Alliierten im steifen Nacken.

Subversiver Humor, analytische Schärfe und erfrischende Bösartigkeit, dazu Helge Schneider als neurotischer GRÖFAZ und Ulrich Mühe als jüdischer Schauspieler: einfach großartig. | Margret Köhler |
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